Jean Asselborn

08. Juli 2019 09:09; Akt: 08.07.2019 10:27 Print

«Wir können die NGOs nicht alleine lassen»

In einem Interview sagt Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn, es brauche eine europäische Lösung zur Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer.

storybild

Das deutsche Seenotrettungsschiff «Alan Kurdi» . (Bild: DPA/Fabian Heinz)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sagte in einem Interview mit Deutschlandfunk, man brauche sehr schnell europäische Schiffe im Mittelmeer. Rettungsschiffe von Nichtregierungsorganisationen, wie etwa die «Sea Watch», dürften angesichts der Kriegshandlungen in Libyen nicht mit den Rettungseinsätzen allein gelassen werden.

Wichtig sei auch, dass von vornherein Häfen bestimmt würden, die diese Schiffe hereinließen. Dort müssten dann von der EU, in Zusammenarbeit mit dem Uno Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), Strukturen geschaffen werden, die sich verlässlich um die Hilfesuchenden kümmerten. «Das ist eine Frage der Solidarität und der elementarsten Menschlichkeit.»

In der Diskussion um die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer kommt immer häufiger die Forderung nach einem internationalen Einsatz auf. Gleichzeitig machen einige EU-Länder Stimmung dagegen, allen voran Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán, Italiens Innenminister Matteo Salvini und Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz.

«Das ist, als würde ich behaupten, die Hilfe bei Lawinenunglücken wäre falsch»

Asselborn sagte in dem Interview, es sei erschreckend, dass Politiker wie Sebastian Kurz behaupteten, es sei ein Fehler, Menschen zu retten, weil ihnen damit falsche Hoffnungen gemacht würden. «Damit gewinnt man Wahlen, so ist das», sagte er. Man sei mit solchen Aussagen aber auf einer Linie mit Orbán und Salvini. «Das ist, als würde ich behaupten, in Österreich wäre die Hilfe bei Lawinenunglücken falsch und überflüssig. Denn wenn sie wirksam ist, dann lockt sie immer mehr Menschen abseits der Pisten.»

Er mahnte an, es sei keine Lösung, Menschen, die aus dem Mittelmeer gerettet wurden, zurück nach Libyen zu bringen. Dort kämen sie schließlich in Lager, die vergangene Woche angegriffen wurden. «Da braucht es einen richtigen Aufschrei, auch beim UNHCR.»

(mb/L'essentiel/DLF)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nëckel am 08.07.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Här Asselborn, Dir wort jo och bei den Befürworter vum Krich géint den Gadhafi. Da macht lo net op 'humanitär'. Virun ärer Interventioun ass déne Leit beträchtlech besser gang!

    einklappen einklappen
  • Gerard am 08.07.2019 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    virwaat muss Letzebuerg dann emmer den Fanger an Luut strecken,wir et net mol un denen aneren 20 Länner fir Flüchtlingen op ze huellen,dei emmer weg kucken...

  • bobe am 08.07.2019 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Diese sogenannten "Flüchtlinge"werden nicht gerettet,sie werden nur abgeholt,und sie wissen ganz genau dass Schiffe nur darauf warten um sie abzuholen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tweety am 08.07.2019 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Europäische Schiffe im Mittelmeer? Sollte das kleine Luxusburg nicht auch ein Rettungsschiff zur See schicken? Es sind ja Weltweit schon etliche Dampfer unter Luxemburger Flagge unterwegs. Man könnte sich ja noch als Ausgleich zu unserem A400M Transporter eine Hochseefregatte oder so kaufen... Somit hätten wir auch eine Marine Einheit geschaffen. Mann kann ja nie wissen.. PS.es könnte ja auch ein gebrauchtes sein

  • kaa am 08.07.2019 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Pietro. Merci fir den Zwöscheruff. Net nemmen war Italien un éischter Front fir zanter Joren Flüchtlingen aus Nohosten an Afrika opzehuelen, mee sin hun och an den 90Joeren hir Herzer an hirt Land opgenach fir Flüchtlingen aus dem fréieren Yugoslawien déi deemols mat Booten iwwert d’Adria geflücht sin. All Arroganz eisersäitz ass inopportun an ignorant. Viva Italia.

  • drFreud am 08.07.2019 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir dürfen eigentlich keinen der Hilfe braucht alleine lassen, machen wir aber stets. Hier in Luxemburg werden fast 20% Menschen alleine gelassen sie leben in Armut, haben oft keine anständige Wohnung und haben oft vor Monatsende nichts mehr zu reißen und zu beißen. Herr « Sozialist » Asselborn, hierzu sagen sie leider nie etwas! (Ihre Genossen übrigens auch nicht).

    • svendorca am 08.07.2019 22:36 Report Diesen Beitrag melden

      wir waren mal ein Volk was zusammen stand, das aber die letzten 20 Jahre durch arrogante Politiker verletzt wurde,...126000 Menschen in Luxemburg riskieren in Armut zu fallen, auch ich bin davon betroffen,..aber was nie angesprochen wird: wie viele sind von denen denn mit Krankheiten infiziert?..oder lässt man die von vornherein nicht ins Land?

    einklappen einklappen
  • bobe am 08.07.2019 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Diese sogenannten "Flüchtlinge"werden nicht gerettet,sie werden nur abgeholt,und sie wissen ganz genau dass Schiffe nur darauf warten um sie abzuholen.

    • Nobody am 09.07.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

      Dazu gibt es sogar Filmmaterial von Frontex. Desweiteren: Die ganze Strecke ohne Wasser und Treibstoff für die Boote? Wer's glaubt wird selig. Diejenigen welche aber effektiv verhungern - von denen redet kein Mensch mehr. Eigentlich unglaublich traurig...

    einklappen einklappen
  • Gustl am 08.07.2019 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie scheinen ja schön im Überfluss zu leben und gehe davon aus, dass Sie jeden Monat etwas von Ihrem Überfluss spenden.