Katastrophen-Übung

18. Juni 2013 10:29; Akt: 18.06.2013 11:42 Print

Die Großregion probt den Ernstfall in Cattenom

LUXEMBURG – Nach drei Zwischenfällen in zehn Tagen sorgt die Sicherheit im AKW in Cattenom für Debatten. Nun steht eine grenzüberschreitende Notfallübung an.

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Während die Sicherheit im grenznahen Atomkraftwerk Cattenom nach drei Zwischenfällen in den vergangen zehn Tagen diskutiert wird, trainieren die Behörden den Ernstfall. In der kommenden Woche findet eine bereits seit langem geplante Übung der Behörden aus Luxemburg, Lothringen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Belgien statt. Es handelt sich um den letzten Teil einer dreigliedrigen Katastrophenschutz-Übung.

Trainiert wird der Umgang mit den Folgen eines mittleren Störfalls in der umstrittenen Atomanlage. Das Drehbuch für die Übung sieht folgendes –fiktives - Szenario vor: Kühlungsmittel geht verloren. Dies kann zu einer Zerstörung des Reaktorkerns führen. Nachdem die Behörden bereits die Koordination ihrer Arbeit in der Grenzregion sowie die Evakuierung der Bevölkerung geprobt haben, geht es in der folgenden Übung um das Management der direkten Folgen nach dem Störfall, bei dem laut Szenario nukleare Emissionen ausgetreten sind und die Umwelt kontaminiert wurde.

Unabhängige Untersuchung gefordert

Die Übung, die bereits seit Monaten geplant war, kommt zu einem Zeitpunkt, in der die Sicherheit der Atomanlage heftig diskutiert wird. In den vergangenen zehn Tagen hatte es drei Zwischenfälle in Cattenom gegeben. Am Montag wurde bekannt, dass bei Wartungsarbeiten am Reaktorblock 4 des Atommeilers ein schwerwiegender Konfigurationsfehler festgestellt wurde. Am 7. Juni war ein Brand eines Transformators außerhalb des Reaktortrakts im Block 1 ausgebrochen. Der Reaktor ist seitdem vom Netz. Nur wenige Tage später kam es zu einem weiteren Störfall im Block drei.

Nach den Zwischenfällen fordern Déi Gréng die luxemburgische Regierung auf, eine unabhängige Untersuchung des Brands an einem Transformator zu fordern. Die Partei stützt sich auf die Aussagen des unabhängigen Stresstest-Beobachters Dieter Majer. Dieser hatte in deutschen Medien erklärt, der Brand sei «kein unbedeutendes Ereignis». Der Brand weise auf Ölverschmutzungen und eine schlechte Wartung des Transformators hin, hieß es weiter.

2012 gab es 47 Pannen in Cattenom, also vier pro Monat. Zudem hatte die Anlage bei Stresstests schlecht abgeschnitten. Die Atomzentrale soll noch mindestens bis 2022 in Betrieb bleiben. Erst vor kurzem hatte die Betreibergesellschaft angekündigt, weiteres Personal am Standort einstellen zu wollen.

(sb/L'essentiel Online)

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