Enthüllungen

20. August 2019 07:09; Akt: 20.08.2019 07:16 Print

Epstein soll Schutzgeld bezahlt haben

Jetzt kommt ans Licht: Jeffrey Epstein soll seinen Mitinsassen im Gefängnis Schutzgeld bezahlt und pro Tag zwölf Stunden lang Besuch von seinen Anwälten gehabt haben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der in elitären Kreisen bestens vernetzte Jeffrey Epstein hatte sich Anfang dieses Monats in der Haftanstalt namens Metropolitan Correctional Center in Manhattan das Leben genommen, nachdem er erneut wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht gebracht werden sollte.

Die US-amerikanische Zeitung The New York Times hat nach Dutzenden Interviews mit Strafverfolgungsbehörden, Mitarbeitern des Bureau of Prisons, Anwälten und anderen involvierten Personen den Fall Epstein und vor allem seine letzten Tage im Gefängnis rekonstruiert – mit erstaunlichen Erkenntnissen.

1. Prekäre Zustände im Gefängnis

Das Metropolitan Correctional Center ist einerseits dafür bekannt, berühmte Gangster zu beherbergen, unter anderem war Joaquin Guzman Loera, auch bekannt als Drogenbaron El Chapo, der zuvor aus zwei mexikanischen Hochsicherheitsgefängnissen ausgebrochen war, im New Yorker Gefängnis.

Berüchtigt ist die Haftanstalt aber auch für ihre miserablen Zustände, insbesondere in den Hochsicherheitseinheiten. Guzmán sowie Mafiaboss John Gotti, die einst im sichersten Trakt untergebracht waren, sollen sich oft – und erfolglos – darüber beschwert haben.

Wie so viele andere Haftanstalten hat auch das Metropolitan Correctional Center mit einem Mangel an Aufsichtspersonal zu kämpfen. In der Nacht auf den 10. August, an dem Epstein frühmorgens mit Bettlaken um seinen Hals und blau angelaufen in seiner Zelle aufgefunden worden war, sollen lediglich 18 Arbeiter für rund 750 Häftlinge zuständig gewesen sein. Das haben die Aufzeichnungen des Bureau of Prisons, der Strafverfolgungsbehörde, die für die Verwahrung, Kontrolle und Betreuung von Personen zuständig ist, die im Bundesgefängnissystem der Vereinigten Staaten inhaftiert sind, ergeben. Zehn der Arbeiter sollen zudem Überstunden geleistet haben.

Jene zwei, die für Epsteins Trakt, den sogenannten 9 South-Flügel zuständig waren und alle 30 Minuten nach ihm schauen sollten, sollen gar eingenickt sein – ganze drei Stunden lang.

2. Schutzgeld bezahlt

Vor seinem Tod soll der einstige Financier mit allen Mitteln versucht haben, so wenig Zeit wie möglich hinter den Mauern seiner Zelle zu verbringen. Zum Beispiel, indem er seine Anwälte dafür bezahlte, ihn im Gefängnis zu besuchen. Ganze zwölf Stunden am Tag soll er mit ihnen schweigend im Konferenzsaal verbracht und sich die meiste Zeit davon gelangweilt haben. «Schichtarbeit», soll einer seiner Anwälte diese Einsätze genannt haben.

3. Nur noch auf dem Boden geschlafen

Nach seiner Verhaftung bat Epstein einen Richter, ihn freizulassen. Als Bürgschaft bot er seine Villa in Manhattan sowie seinen Privatjet. Auch versprach er, rund um die Uhr Sicherheitskräfte einzustellen. Sein Antrag wurde am 18. Juli abgelehnt. Epstein musste weiterhin in dem ihm verhassten Trakt 9 South ausharren. Fünf Tage später soll er einen ersten Selbstmordversuch unternommen haben und daraufhin unter «Selbstmordwache» gestellt und in einen anderen Trakt verlegt worden sein.

Nur sechs Tage später wurde das Sondersetting beendet und Epstein kehrte nach 9 South zurück.

In seinen letzten Tagen soll er sich nur noch selten gewaschen haben. Seine Haare sowie sein Bart sollen laut Insidern ungepflegt gewesen sein. Geschlafen haben soll er nur noch auf dem Boden seiner Zelle.

Nach seinem Tod hat die Entscheidung der Gefängnisleitung, die «Selbstmordwache» so früh bereits zu beenden, aus verschiedenen Kreisen, darunter psychologischen Fachpersonen, Kritik ausgelöst.

4. Epstein fürchtete das Leben hinter Gittern

Epstein soll sich vor einigen Jahren im zweiten Stock seiner Upper East Side Villa ein Wandbild gemalt haben. Darauf zu sehen: eine Gefängnisszene inklusive Stacheldraht. Epstein selbst ist in der Mitte dargestellt. Wie die Zeitung schreibt, soll er einem Besucher Anfang Jahr gesagt haben, dass ihn das Wandbild immer daran erinnern soll, was ihn erwarte, wenn er nicht vorsichtig sei.

(L'essentiel/rab)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kaa am 20.08.2019 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollen mir elo Matleed mat dem Kannerschenner kréien?

Die neusten Leser-Kommentare

  • kaa am 20.08.2019 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollen mir elo Matleed mat dem Kannerschenner kréien?