Europawahl

16. Mai 2019 09:44; Akt: 16.05.2019 09:58 Print

Europa-​​Kandidaten streiten im TV-​​Duell

90 Minuten, 6 Kandidaten, 3 Journalisten: Die Top-Kandidaten der sechs größten Fraktionen im Europaparlament sind im Rededuell gegeneinander angetreten.

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Margrethe Vestager aus Dänemark, Manfred Weber aus Deutschland und Frans Timmermans aus den Niederlanden. (Bild: DPA)

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Es war die einzige Veranstaltung im Wahlkampf, bei der die Top-Kandidaten der sechs größten Fraktionen im Europaparlament gegeneinander zum Rededuell antraten. Je 60 Sekunden Zeit für eine Antwort hatten Manfred Weber (EVP), Frans Timmermans (Sozialdemokraten), Margrethe Vestager (Liberale), Ska Keller (Grüne), Nico Cué (Linke) und Jan Zahradil (Liberal-Konservative Reformer).

Für die Auswahl der Themen war die Europäische Rundfunkunion zuständig, ein Zusammenschluss Dutzender Rundfunkanstalten aus 56 europäischen Staaten. Die Macher waren um ein möglichst breites Programm bemüht. Unter anderem ging es um Arbeitslosigkeit, Migration, Klimawandel und Europas Rolle in der Welt. Das sind in etwa die Themen, die Europäern jüngsten Umfragen zufolge am meisten unter den Nägeln brennen.

Kampf gehen Klimawandel wird zum Topthema

Einmal mehr sorgte der Kampf gegen den Klimawandel für Streit. Timmermans und Keller warfen Weber vor, seine Partei trete bei dem Thema auf die Bremse. Timmermans forderte abermals eine Steuer auf Flugbenzin sowie eine CO2-Steuer für alle Unternehmen. Zugleich versuchte er bei dem Thema eine Allianz mit den Grünen und den Linken zu schmieden.

Auch ansonsten wurden Unterschiede zwischen den Kandidaten deutlich. Jan Zahradil von den Liberal-Konservativen Reformern forderte etwa, die EU-Kommission solle sich weniger in die Angelegenheiten der Mitgliedstaaten einmischen. Zudem lehnte er es ab, dass jeder EU-Staat Asylbewerber aufnehmen sollte. Timmermans, Keller, Vestager und Cué sprachen sich hingegen dafür aus.

Innerhalb der 90 Minuten hatte jeder Einzelne nur wenig Zeit. Vor allem für weniger informierte Zuschauer lieferte der Abend aber einen guten Überblick. Die meisten Verbalangriffe musste Weber parieren - was ihm meist gelang. Timmermans setzte Akzente. Für Vorschläge wie das Wahlrecht ab 16 Jahren bekam er lauten Applaus.

Wer hat die besten Chancen?

Als Kandidaten der wohl größten Fraktionen haben Weber und Timmermans eigentlich die besten Aussichten. Webers EVP dürfte den Vorhersagen zufolge wieder vor den Sozialdemokraten landen. Die Staats- und Regierungschefs wollen sich allerdings nicht darauf festlegen, dass der Spitzenkandidat der stärksten Fraktion auch Kommissionschef wird. Etliche von ihnen haben sich schon skeptisch gegen dieses Prinzip geäußert, und letztlich haben sie das Vorschlagsrecht für den Posten. Deshalb könnten Weber andere in die Quere kommen - etwa der Franzose Michel Barnier, der sich als Brexit-Chefunterhändler viel Respekt erarbeitet hat.

(mb/L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SCHMIT am 16.05.2019 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mir brauchen keen Manfred Weber an och keen Timmermanns, déi nemmen Steieren wellen vum Vollek ofzocken. Keng Stemm fir CSV,LSAP, an déi Greng bei den Europawahlen. Dat ass mei Vote fir den 26 Mai.

  • Mores am 16.05.2019 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Net den Manfred Weber an de Timmermanns sinn inkapabel, sowie CSV an Lsap.

Die neusten Leser-Kommentare

  • SCHMIT am 16.05.2019 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mir brauchen keen Manfred Weber an och keen Timmermanns, déi nemmen Steieren wellen vum Vollek ofzocken. Keng Stemm fir CSV,LSAP, an déi Greng bei den Europawahlen. Dat ass mei Vote fir den 26 Mai.

  • Mores am 16.05.2019 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Net den Manfred Weber an de Timmermanns sinn inkapabel, sowie CSV an Lsap.