NSA-Whistleblower

10. Juni 2013 08:18; Akt: 10.06.2013 08:26 Print

Ex-​​CIA-​​Mann fürchtet um seine Familie

Der Computertechniker Edward Snowden, der für den US-Geheimdienst spionierte, ist sich sicher, dass er seine Heimat nie mehr wiedersehen wird. Er denkt über Asyl in Island nach.

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Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter, der hinter den Enthüllungen zu den massiven US-Überwachungsprogrammen steht, hofft mit politischem Asyl der Strafverfolgung in seiner Heimat zu entgehen. Edward Snowden sagte der «Washington Post» vom Montag, er bemühe sich um Asyl «in jedem Land, das an die Meinungsfreiheit glaubt» und sich gegen den Verlust der Privatsphäre stemme.

Im britischen «Guardian» nannte Snowden Island als möglichen Kandidaten. In dem Inselstaat im Nordatlantik sind Presse- und Meinungsfreiheit besonders geschützt. Beide Zeitungen hatten Snowden als Quelle ihrer Berichte über das Spähprogramm PRISM, mit dem die National Security Agency (NSA) direkt auf die Server großer Internetfirmen wie Google zugreifen und Nutzer weltweit überwachen soll.

Der Computerexperte, der nach eigenen Angaben früher für den US-Auslandsgeheimdienst CIA arbeitete und zuletzt als Angestellter einer Beratungsfirma für die NSA tätig war, hatte sich selbst als Informant zu erkennen gegeben.

Snowden hat Angst um seine Familie und Freunde, die nicht wüssten, was vor sich geht. Er befürchtet, dass sie verfolgt werden könnten. Dies bereite ihm schlaflose Nächte. Mit dieser Angst müsse er jetzt wohl für den Rest seines Lebens leben. «Ich glaube nicht, dass ich mein Zuhause jemals wiedersehen werde.»

Flucht nach Hongkong

Snowden war vor drei Wochen nach Hongkong geflüchtet. Die frühere britische Kronkolonie gehört zu China, ist aber eine Sonderverwaltungszone und hat ein Auslieferungsabkommen mit den USA. Die «Washington Post» berichtete unter Berufung auf Experten, dass ein Auslieferungsverfahren aber Monate, wenn nicht Jahre dauern könnte.

In Washington wurden die ersten Stimmen laut, Snowden ausliefern zu lassen. Der republikanische Kongressabgeordnete Peter King forderte, dass gegen den 29-jährigen Informanten ein Strafverfahren «im vollsten Ausmaß des Gesetzes» eingeleitet werden müsse.

Kein Kommentar aus dem Weißen Haus

Das Weiße Haus gab zunächst keinen Kommentar ab. Das Büro des Nationalen Geheimdienstkoordinators James Clapper erklärte am Sonntagabend (Ortszeit), dass das Justizministerium eingeschaltet worden sei.

Die Geheimdienste würden derzeit den Schaden ermitteln, der durch die Enthüllungen entstanden sei. «Jede Person mit Zugang zu geheimen Dokumenten weiss, dass sie in der Pflicht steht, vertrauliche Informationen zu schützen und sich an geltende Gesetze zu halten», heißt es in der Erklärung.

Snowdens Interview mit dem «Guardian» (YouTube)

(L'essentiel Online/kub/sda)

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