19 Tage ausgeharrt

21. August 2019 07:26; Akt: 21.08.2019 07:29 Print

Flüchtlinge der Open Arms gehen in Italien an Land

Die italienische Justiz hat die Landung der seit Tagen auf dem Rettungsschiff Open Arms festsitzenden Flüchtlinge auf Lampedusa angeordnet.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die seit Wochen auf dem Rettungsschiff Open Arms festsitzenden Flüchtlinge sind auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa an Land gegangen. Bilder im italienischen Fernsehen zeigten am Dienstagabend, wie die 83 Geretteten nach und nach das Rettungsschiff verließen. Einige humpelten oder trugen Verbände. Zuvor hatte die italienische Justiz angeordnet, dass die Flüchtlinge an Land gebracht werden müssten.

Viele der Flüchtlinge hatten seit 19 Tagen unter beengten Bedingungen auf der Open Arms ausgeharrt. Seit sechs Tagen lag das Rettungsschiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms vor Lampedusa vor Anker.

Kranke und Minderjährige an Land gebracht

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte sich geweigert, die Menschen an Land gehen zu lassen, obwohl sich sechs EU-Staaten zu ihrer Aufnahme bereit erklärt hatten: Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Rumänien, Portugal und Spanien.

Angekommen war die Open Arms vor Lampedusa mit 147 Geretteten. In den vergangenen Tagen wurden mehrere kranke oder minderjährige Flüchtlinge an Land gebracht. Am Dienstag sprangen 15 der Geretteten von der Open Arms ins Meer, um nach Lampedusa zu schwimmen. Sie wurden von der italienischen Küstenwache geborgen. Daraufhin kündigte Spanien die Entsendung eines Marineschiffes an, um die Flüchtlinge der Open Arms aufzunehmen.

Open Arms beschlagnahmt

Am Dienstag ordnete der sizilianische Staatsanwalt Luigi Patronaggio aber schließlich nach einer Inspektion des Schiffes durch Ermittler und zwei Ärzte angesichts der schwierigen Lage an Bord an, die Menschen an Land zu bringen.

Er ordnete außerdem eine Beschlagnahmung der Open Arms an. Diese erfolge im Rahmen der Ermittlungen wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung und des Amtsmissbrauchs, erklärte Patronaggio. Die sizilianische Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen eingeleitet, um die Befehlskette dafür zu klären, wer die Open Arms daran hinderte, in Lampedusa anzulegen.

Salvini erklärte dazu auf Facebook: «Wenn jemand denkt, dass er mir mit der x-ten Klage und Forderung nach einem Prozess Angst einjagen kann, irrt er sich.»

(L'essentiel/chk/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hypokriten am 23.08.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb öffnet denn frankreich nicht seine Häfen für die Hilfsorganisationen. Grosse Reden und auf Italien zeigen kann jeder, bloss echte Lösungen sind dann aber zu ´persönlich´

  • Geographie-Erkenntniss am 21.08.2019 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Italien liegt ganz allein am Mittelmeer.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hypokriten am 23.08.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb öffnet denn frankreich nicht seine Häfen für die Hilfsorganisationen. Grosse Reden und auf Italien zeigen kann jeder, bloss echte Lösungen sind dann aber zu ´persönlich´

  • Geographie-Erkenntniss am 21.08.2019 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Italien liegt ganz allein am Mittelmeer.