«Tun Sie, was wir sagen»

21. Juli 2019 16:48; Akt: 21.07.2019 16:56 Print

Funk-​​Aufnahmen sollen Irans Drohungen belegen

Nachdem die iranischen Revolutionsgarden einen britischen Tanker beschlagnahmt haben, wurde ein Funkspruch veröffentlicht. Der deutsche Außenminister warnt vor einem Krieg.

So klingen die Funksprüche, die kurz vor der Festsetzung abgesetzt wurden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Freitag war der britischer Tanker «Stena Impero» durch die iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus festgesetzt und beschlagnahmt worden. Nun ist laut dem «Mirror» eine Aufzeichnung eines Funkspruch-Austauschs publik geworden, der sich kurz vor der Festsetzung des Schiffes abgespielt hat.

Darin zu hören ist einerseits die Stimme eines iranischen Revolutionsgardisten, die die «Stena Impero» anweist, ihren Kurs zu ändern. «Tun Sie was wir sagen und Ihnen passiert nichts», wird mehrfach wiederholt. Dann schaltet sich das britische Marineschiff «HMS Montrose» ein. Dieses erinnert das iranische Schiff dran, dass die Durchfahrt durch internationale Gewässer nicht behindert oder erschwert werden dürfe.

Deutscher Außenminister befürchtet den Ausbruch eines Krieges

Das iranische Schiff geht aber auf diesen Funkspruch nicht ein. Es weist den Öltanker nochmals an, seinen Kurs sofort zu ändern. Erst als sich die «HMS Montrose» erneut einschaltet, reagiert auch das iranische Schiff. Es wird zurückgefunkt: «Wir möchten keine Eskalation. Ich möchte das Schiff aus Sicherheitsgründen inspizieren.»

Im weiteren Funkaustausch informiert das britische Marineschiff das iranische Schiff nochmals darüber, dass es das internationale Recht verletzen würde, wenn sie versuchen würden, an Bord des Öltankers zu gelangen. Das iranische Schiff funkt aber nur erneut zurück: «Tun Sie was, wir sagen und Ihnen passiert nichts.»

Die Regierung in London prüft nun als Reaktion auf die Festsetzung «eine Reihe von Optionen». Das sagte Verteidigungsstaatssekretär Tobias Ellwood am Sonntag dem Sender Sky News, ohne weitere Angaben zu machen. Außenminister Jeremy Hunt hatte zuvor angekündigt, die Regierung werde das Parlament am Montag über «zusätzliche Maßnahmen» informieren, die das Land ergreife. «Priorität» habe, dass ein Weg gefunden werde, die Lage zu «entschärfen».

US-Präsident Donald Trump will sich eng mit Großbritannien abstimmen und schickt zur Abschreckung Soldaten nach Saudi-Arabien. Außenminister Heiko Maas (SPD) befürchtet den Ausbruch eines Krieges in der Region.

(L'essentiel/doz/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.