Trotz Infektionsgefahr

11. Februar 2016 14:33; Akt: 11.02.2016 14:40 Print

Luxemburg kämpft für homosexuelle Blutspender

LUXEMBURG - Im Großherzogtum werden homosexuelle Männer nicht kategorisch vom Blutspenden ausgeschlossen. Das sexuelle Verhalten ist ausschlaggebend.

storybild

Schwule Männer dürfen in Luxemburg Blut spenden – unter bestimmten Voraussetzungen. (Bild: DPA)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Unter den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union herrscht bei viele Themen Uneinigkeit. Das gilt auch für das Blutspenden. Von den 28 EU-Ländern herrscht nur bei sechs eine Gleichbehandlung zwischen hetero- und homosexuellen Männern, wie aus einer parlamentarischen Frage der CSV-Abgeordneten Martine Mergen hervorgeht. So dürfen schwule Männer beispielsweise in Großbritannien oder Schweden Blut spenden, wenn sie in den vergangenen zwölf Monaten keinen Geschlechtsverkehr mit Männern hatten.

Auch in Luxemburg werde solch eine Regelung geprüft, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Das Land habe die Mitgliedsstaaten beim Rat der Gesundheitsminister im Dezember sogar bereits aufgefordert, ihre nationalen Kriterien zu überprüfen. Luxemburg sei der Meinung, dass der Geschlechtsverkehr zwischen Männern als solcher nicht als Riskioverhalten betrachtet werden dürfe. Dabei gehe es um die Wahrung der Grundrechte.

Übertragungsrisiko minimieren

Hierzulande habe deshalb der zuständige Arzt des Roten Kreuzes das letzte Wort. Zu den Kriterien, wegen derer ein Mann vom Blutspenden ausgeschlossen werden kann, zähle nicht die Homosexualität an sich, sondern sein sexuelles Verhalten.

Luxemburg wolle in Zukunft EU-weit koordinierter Vorgehen und gemeinsam mit gleichgesinnten Staaten – darunter Frankreich – in Erwägung ziehen, homosexuelle Männer als Blutspender grundsätzlich zuzulassen. Vorraussetzung müsse aber sein, dass es als sicher gelte, dass sie «während mindestens einem Jahr kein riskantes Sexualverhalten hatten». Dadurch solle das Übertragungsrisiko von durch das Blut übertragbaren Infektionskrankheiten minimiert werden.

Mit 2,6 Prozent an Blutspendern (gerechnet auf die Bevölkerung) liegt das Großherzogtum auf Höhe des europäischen Durchschnitts. Nachbar Deutschland (3,6) und zum Beispiel Zypern (5,6) liegen laut einer Studie der Exekutivagentur für Gesundheit und Verbraucher weit darüber.

(jm/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.