Syrien

24. Mai 2015 19:58; Akt: 24.05.2015 20:02 Print

Massaker in Palmyra – IS tötet 400 Menschen

Vor wenigen Tagen fiel die syrische Stadt Palmyra in die Hände der IS-Kämpfer. Seither wurden 400 Menschen getötet – hauptsächlich Frauen und Kinder.

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Die Extremistenmiliz IS hat im syrischen Palmyra offenbar ein Massaker angerichtet. Die Islamisten töteten seit Eroberung der antiken Stadt vor wenigen Tagen mehr als 400 Menschen, wie sowohl das syrische Regime als auch Oppositionelle am Sonntag berichteten.

Die meisten der Opfer seien Frauen und Kinder gewesen, meldete das Staatsfernsehen unter Berufung auf Bewohner. Die Leichen seien geschändet worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Assad-Bilder von Wänden gerissen

Sie deckten sich jedoch teilweise mit Berichten syrischer Oppositioneller. Diese erklärten in Online-Netzwerken, Hunderte Leichen säumten die Straßen der Weltkulturerbestadt. Bei den Toten handle es sich vermutlich um Anhänger der Regierung in Damaskus.

Unterstützer der Extremisten stellten Videos ins Internet, die angeblich zeigen, wie IS-Kämpfer Regierungsgebäude durchsuchen und Bilder von Präsident Baschar al-Assad und dessen Vater von den Wänden reißen.

Die Miliz Islamischer Staat (IS) hat in Syrien und im Irak große Landesteile erobert und ein Kalifat ausgerufen. Sie ist berüchtigt dafür, brutal gegen Andersdenkende vorzugehen.

Zwei Großerfolge

In den vergangenen Tagen feierte sie mit der Erstürmung der irakischen Provinzhauptstadt Ramadi und kurz darauf der Einnahme Palmyras zwei ihrer bislang größten Erfolge, nachdem sie zwischenzeitlich auch wegen der Luftangriffe einer von den US-geführten Allianz in die Defensive gedrängt schien.

Im Irak meldeten die Sicherheitskräfte eine Woche nach dem Fall Ramadis Erfolge beim Versuch, die Stadt zurückzuerobern. Der Ort Husaiba Al-Scharkija rund zehn Kilometer östlich von Ramadi sei mit Hilfe schiitische Milizionäre eingenommen worden, sagten ein Polizeimajor und ein regierungstreuer Stammesvertreter. Nun werde geplant, wie die Islamisten zurückgedrängt werden sollen.

Offene Kritik aus USA

US-Verteidigungsminister Ash Carter warf den irakischen Soldaten unterdessen vor, keinen Kampfeswillen zu besitzen. Beim Kampf um Ramadi seien die Iraker dem IS zahlenmäßig weit überlegen gewesen, dennoch hätten sie sich zurückgezogen, sagte Carter in einem Interview des TV-Senders CNN.

«Die irakischen Truppen haben einfach keinen Willen zum Kampf gezeigt», sagte er am Sonntag. Dies sei ein Problem.

Kommentatoren in Washington bezeichnen die Äußerungen Carters als die bisher härteste öffentliche Kritik an den irakischen Trupppen. Zwar kritisieren US-Regierungsvertreter immer wieder den Zustand der irakischen Armee, doch meist hinter vorgehaltener Hand.

(L'essentiel/sda)

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