Nach Zitteranfall

11. Juli 2019 09:06; Akt: 11.07.2019 09:19 Print

Merkel gönnt sich keine Pause

Angela Merkel hat ihr Zittern mit einer «Verarbeitungsphase» erklärt. Doch selbst nach ihrer dritten Zitterattacke erlaubt sich die deutsche Kanzlerin keine Verschnaufpause.

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Die meisten anderen Menschen würden sich spätestens jetzt eine Pause gönnen. Nicht so Merkel. (Bild: DPA/kay Nietfeld)

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Nach ihrem neuerlichen Zitteranfall setzt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihr Arbeitsprogramm plangemäß fort. An diesem Donnerstag kommt die neue dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nach Berlin. Merkel empfängt die Sozialdemokratin am Mittag mit militärischen Ehren vor dem Kanzleramt. Am Sonntag will die Bundeskanzlerin auf Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an der traditionellen Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris teilnehmen.

Am Mittwoch hatte Merkel beim Empfang des finnischen Regierungschefs Antti Rinne in Berlin eine weitere Zitterattacke erlitten - die dritte innerhalb von drei Wochen in der Öffentlichkeit. Danach versicherte sie, es gehe ihr gut: «Man muss sich keine Sorgen machen.»

Erklärung: Wassermangel

Zum ersten Mal war das Zittern Mitte Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beobachtet worden. Als Erklärung wurde Wassermangel genannt. Neun Tage später zitterte die Kanzlerin bei der Ernennung der neuen Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) erneut. Diesmal hieß es, der Anfall gehe auf die psychologische Verarbeitung der ersten Attacke zurück.

So begründete Merkel nun auch den neuerlichen Anfall vom Mittwoch. Sie sei immer noch in der Verarbeitungsphase. «Die ist offensichtlich noch nicht ganz abgeschlossen, aber es gibt Fortschritte. Und ich muss damit jetzt eine Weile leben», sagte sie. «Ich glaube, dass es so, wie es gekommen ist, eines Tages auch vergehen wird.» Die Frage, ob Merkel in den vergangenen drei Wochen in ärztlicher Behandlung war, blieb bisher offen.

Keine Zeit zum Verschnaufen

Viel Zeit zum Erholen haben Regierungschefs in der Regel nicht. Auch Merkel hat meist wenig Zeit zum Durchatmen. Allein an diesem Freitag hat sie drei öffentliche Termine: die Entgegennahme eines Sondergutachtens zum CO2-Preis, den Festakt zur Eröffnung der Berliner James-Simon-Galerie sowie die Feier zum 50. Jahrestag des Entwicklungshelfergesetzes.

Nach ihrer Paris-Reise besucht Merkel dann am Montag Görlitz und Dresden. Am Dienstag wird im Europaparlament in Straßburg mit der Entscheidung über die neue EU-Kommissionspräsidentin gerechnet. Wird Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) tatsächlich gewählt, muss Merkel ihr Kabinett umbilden. Am Mittwoch tagt das Bundeskabinett - und Merkel wird an diesem Tag 65 Jahre alt. Kurz danach dürfte es dann in den Sommerurlaub gehen.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sputnik am 11.07.2019 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hätte Sie, die Frau Merkel schon vor Jahren machen sollen, dann wäre wahrscheinlich ein Europa ohne dem heutigen Desaster fern geblieben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • sputnik am 11.07.2019 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hätte Sie, die Frau Merkel schon vor Jahren machen sollen, dann wäre wahrscheinlich ein Europa ohne dem heutigen Desaster fern geblieben.