Überwachung

21. Mai 2019 22:18; Akt: 21.05.2019 22:34 Print

Monsanto führte Kritiker-​​Listen in 7 EU-​​Ländern

Monsanto wird verdächtigt, illegal private Daten erfasst zu haben. Rund 200 Namen von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern sollen auf Überwachungs-Listen stehen.

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Im Mai 2019 liegen Demonstranten bei einer Protestkundgebung gegen den zum Bayer-Konzern gehörenden US-Saatgut- und Pestizidhersteller Monsanto auf dem Boden. (Bild: DPA/Rafael Yahgobzadeh)

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Der US-Konzern Monsanto hat vor der Übernahme durch Bayer umstrittene Listen mit Kritikern erstellen lassen. Nach aktuellem Stand gehe man von Listen in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien aus, teilte Bayer am Dienstag in Leverkusen mit. Die von Bayer beauftragte Anwaltskanzlei Sidley Austin soll nun untersuchen, ob es in weiteren Ländern derartige Listen gegeben hat. Wie viele Menschen auf den Listen stünden, werde noch geklärt. Betroffene sollten spätestens Ende kommender Woche informiert werden.

Der Skandal um das «Stakeholder-Mapping»-Projekt von Monsanto war Mitte Mai im Zuge von Vorermittlungen der französischen Behörden hochgekocht. Sie verdächtigen den US-Saatgut- und Pestizidhersteller, illegal private Daten erfasst zu haben. Rund 200 Namen von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern sollen auf den Listen von Monsanto stehen. Bayer hatte sich für die «komplett unangemessene» Praxis entschuldigt. «Es ist uns wichtig, die Aufklärung des Sachverhaltes voranzutreiben,» schrieb Chef Werner Baumann vergangene Woche in einem offenen Brief an den Bundestag.

Bayer hat dritten Prozess verloren

Monsanto bereitet Bayer seit der Übernahme 2018 Sorgen. Das Unternehmen sieht sich Tausenden Klagen in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter gegenüber. Vergangene Woche hatte Bayer den dritten Prozess verloren und wurde zu einer Schadenersatzsumme von rund 2 Milliarden Dollar (1,8 Mrd Euro) verurteilt – deutlich mehr als in den ersten beiden Prozessen.

Die Summe dürfte Experten zufolge zwar vom Richter reduziert werden und Bayer kündigte bereits an, in Berufung zu gehen. Die Unsicherheit wegen der Glyphosat-Prozesse lastet aber schwer auf den Aktien. Seit dem ersten Urteil gegen Monsanto im vergangenen August haben die Bayer-Papiere rund 40 Prozent an Wert verloren.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dumm gekauft, dumm gelaufen am 23.05.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Das hier ist wirtschaftliche Kriegsführung gegen Deutschland für die die es noch nicht geschnallt haben. Monsanto hat jedes Prozess in den USA gewonnen solange es in amerikanischen Händen lag und jetzt wird Bayer jedes Prozess verlieren...

  • Timon am 22.05.2019 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Och mat denen op de Mound, dei hun a maachen vill Misère ,op eisem scheinen Planeit.

  • Julie am 22.05.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bayer kanst de abhaken. Manager die Millionen verdienen sollten auch Millionen zahlen wenn sie Fehler machen, sonst ändert sich nie was an deren Verhalten

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dumm gekauft, dumm gelaufen am 23.05.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Das hier ist wirtschaftliche Kriegsführung gegen Deutschland für die die es noch nicht geschnallt haben. Monsanto hat jedes Prozess in den USA gewonnen solange es in amerikanischen Händen lag und jetzt wird Bayer jedes Prozess verlieren...

  • Timon am 22.05.2019 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Och mat denen op de Mound, dei hun a maachen vill Misère ,op eisem scheinen Planeit.

  • Knouter am 22.05.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffen Bayer as net iwwerrascht. Wat ginn se och sou en Betrieb iwwerhuelen - selwer Schold

  • Julie am 22.05.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bayer kanst de abhaken. Manager die Millionen verdienen sollten auch Millionen zahlen wenn sie Fehler machen, sonst ändert sich nie was an deren Verhalten

  • GENTECH IS NO FOOD am 22.05.2019 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    werden Kritiker jetzt auch eingesperrt (wie Manning, Assange, ...), weil sie die Wahrheit über die MONSANTOlüge aufdecken, durch die Menschen, Pflanzen, Tiere, Insekten, Vögel, Fische seit Jahrzehnten erkranken und lautlos sterben und verschwinden ... eher müssten jene verklagt werden, die das Desaster über die ganzen Jahre gedeckt und unterstützt haben und noch Geldprofit herausgezogen haben, zum Schaden von Mensch, Pflanze, Tier u Umwelt, Erde, Luft, Wasser u der ganzen natürlich evoluierten Vielfalt ...