Musiker vs. US-Politik

05. August 2020 17:49; Akt: 05.08.2020 17:53 Print

Neil Young reicht Klage gegen Donald Trump ein

Der Vorstoß folgt einem öffentlichen Schreiben von rund 60 namhaften Musikerinnen und Musikern. Sie fordern die Klärung der Musiknutzungsrechte für politische Veranstaltungen.

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Es ist ein unparteiisches Bestreben, doch der Auslöser ist klar: «Neil Young erwägt Klage gegen Trump» titelte der Tages-Anzeigeryes vergangene Woche. Der US-Präsident spielte dessen Song «Rockin’ in the Free World» mehrfach während seiner Rallys. Eine Einwilligung des Interpreten holte sein Team nie ein. Inzwischen wurde Youngs Überlegung konkret: Am 4. August teilte der 74-Jährige die Anklageschrift wegen Urheberrechtsverletzung auf seiner Website.

Der Kanadier ist bei weitem nicht der erste Fall: Pharrell Williams, Bruce Springsteen, Elton John oder auch Adele gehören zu einer langen Liste von Künstlerinnen und Künstlern, deren Musik ohne Zustimmung Donald Trumps Wahlkampagnen untermalten. Eine Gruppe von 60 Berufskollegen will dieser Art Missbrauch nun mit einer öffentlichen Forderung ein Ende bereiten.

Finanzielle Schäden und Wettbewerbsverzerrung

«Unwillentlich politisiert zu werden, kann die persönlichen Werte eines Künstlers kompromittieren, Fans enttäuschen und entfremden» steht im Schreiben, das unter anderem die Rolling Stones Mick Jagger und Keith Richards, Blondie, Elton John, Sia und Lorde mit Unterstützung der Artist Rights Alliance verfassten und an Kampagnenkomitees der Demokraten und Republikaner sandten.

Die Liste potenzieller Rechtsbrüche ist lang, die von Neil Young angeklagte Urheberrechtsverletzung gehört dazu, ein anderer ist Markenschädigung. Weit wichtiger als Image- und finanzielle Einbussen sei jedoch, dass die fälschlich implizierte Unterstützung einer Künstlerin oder eines Künstlers für eine politische Partei oder Kandidatur unmoralisch sei und die Wahl verzerre. «Derartige Unsicherheit zu stiften, sollte für jeden aufrichtigen Kandidaten ein Unding sein», so die Unterzeichnerinnen und -zeichner.

Es brauche neue Rechtsgrundlagen, die eine klare Zustimmung seitens der Acts forderten. Eine Eingabe-Deadline ist im Brief ebenfalls genannt: Bis am 10. August wollen die Musiker konkrete Vorschläge sehen.

(L'essentiel/Melanie Biedermann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc am 05.08.2020 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch dem Trump sowas von Egal, wenn es sein muss bringt er irgendein Gesetz raus vonwegen Algemeingut oder so ähnlich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc am 05.08.2020 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch dem Trump sowas von Egal, wenn es sein muss bringt er irgendein Gesetz raus vonwegen Algemeingut oder so ähnlich.