Deutschland

26. Juni 2019 09:17; Akt: 26.06.2019 10:15 Print

Neonazi Stephan E. gesteht Mord an Lübcke

Der Regierungspräsident von Kassel wurde tot auf der Terrasse seines Hauses gefunden. Er wurde aus kurzer Distanz erschossen, eine Kugel steckte in seinem Kopf.

storybild

Das Haus von Walter Lübcke: Hier wurde er erschossen. (Bild: picturedesk.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im Mordfall Lübcke hat der Tatverdächtige Stephan E. ein Geständnis abgelegt. Dies teilte Generalbundesanwalt Peter Frank am Mittwoch im Bundestags-Innenausschuss mit, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) war Anfang Juni erschossen worden. E. legte sein Geständnis demnach am Dienstag ab und gab an, als Einzeltäter gehandelt zu haben.

Laut Spiegel-Informationen war die Tat eine Reaktion auf Lübckes Äußerung im Oktober 2015. «Da muss man für Werte eintreten. Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.»

Stephan E. ist laut Bild ein Neonazi. Demnach hat er Verbindungen zur rechtsextremen Szene in Nordhessen.

NSU an Mord beteiligt?

Der Innenausschuss will bei seinen Beratungen der Frage nachgehen, ob der mutmaßliche Täter im Alleingang gehandelt hat oder in Verbindung mit einem rechtsextremen Netzwerk. Den Teilnehmerkreisen zufolge räumte Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang bei der Sitzung ein, dass seine Behörde E. seit 2009 nicht mehr intensiv auf dem Schirm gehabt habe.

«Nun ist eindeutig bestätigt, dass wir einen rechtsextremen Hintergrund haben», sagte die Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic der Nachrichtenagentur AFP. Es müsse nun geklärt werden, in welche Netze E. eingebunden gewesen sei «und ob diese in den NSU eingebunden gewesen sind». Gegebenenfalls «müssen Teile der Geschichte zum NSU neu geschrieben werden».

(L'essentiel/Red)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.