In Luxemburg

23. März 2015 22:29; Akt: 23.03.2015 22:31 Print

Obdachlosenheim für sechs Millionen Euro

LUXEMBURG-STADT – Die Regierung will am Findel ein neues Obdachlosenasyl bauen. Die Opposition kritisiert die Nähe zur Abschiebeanstalt.

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Wohin des Weges? Obdachlose sollen bald eine neue Unterkunft bekommen. (Bild: Editpress)

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«Die Räumlichkeiten, in denen die Obdachlosen während der ‚Wanteraktioun‘ untergebracht wurden, sind nicht für immer verfügbar», erklärt Gilles Baum (DP), Präsident der Kommission für Familie und Integration, die am Montagnachmittag zusammengetreten ist. «Wir brauchen ein neues Zentrum, das flexibel an den Bedarf angepasst werden kann.» Das neue Obdachlosenasyl soll auf dem Gebiet der Gemeinde Sandweiler unweit des Abschiebeanstalt für Asylbewerber errichtet werden. Laut Baum ist an die Gemeindeverwaltung bereits eine Anfrage gestellt worden und das Ministerium hofft, noch in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen zu können.

Die neue Obdachlosenherberge soll aus zwei Gebäuden bestehen. Im ersten gibt es 350 Betten für Obdachlose, Familien in Notsituationen oder Asylbewerber. Im zweiten mit 38 Betten sollen Menschen in «Krisensituationen» ein Dach über dem Kopf finden. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn eine Familie vorübergehend nach einem Brand nicht in ihrem Haus wohnen kann.

Sechs Millionen Euro

Die 350 Betten im Haupthaus sind nicht für eine bestimmte Personengruppe ausgelegt. «Das Ziel der Einrichtung ist es, flexibel und an die Notsituation angepasst handeln zu können», sagt Baum. So sei beispielsweise auch geplant, herausnehmbare Trennwände zu installieren. Die Gesamtkosten: Sechs Millionen Euro (2,5 Millionen für das kleinere, 3,5 Millionen für das größere Gebäude).

Die Idee, ein neues Obdachlosenasyl zu bauen, gibt es schon länger. Marc Spautz (CSV) hat sich bereits für den Bau in seiner Zeit als Familienminister stark gemacht. «Es braucht eine neue Lösung für die Unterbringung, eine sicherere Lösung», sagte er in seiner Zeit in der CSV-Regierung. Aber jetzt hat der CSV-Chef und Vizepräsident der Familien- und Integrationskommission doch seine Zweifel.

«Ich frage mich, ob es in Ordnung ist, die Einrichtung in der Nähe der Abschiebeanstalt zu installieren», sagt er. Gilles Baum dagegen sieht gerade darin den größten Trumpf der neuen Adresse. «Es ist eine schnelle Lösung», sagt er. «Da das Gelände in Sandweiler dem Staat gehört, kann das Ministerium viel schneller und einfacher loslegen.»

(Fatima Rougi/L'essentiel))

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