Rache ist süss

05. Juli 2013 07:51; Akt: 05.07.2013 07:59 Print

Schmeißt Bolivien den US-​​Botschafter raus?

Boliviens Präsident Evo Morales ist noch immer stinksauer über seinen Zwangsaufenthalt in Wien und will die Schließung der US-Botschaft in La Paz in Erwägung ziehen.

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Morales warf gestern am Rande eines Sondertreffens mit lateinamerikanischen Präsidenten über den Eklat den USA erneut vor, die Sperrung des Luftraums mehrerer europäischer Länder für seine Präsidentenmaschine veranlasst zu haben, die aus Moskau kam. Der in Moskau im Transitbereich eines Flughafens festsitzende ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden wurde darin vermutet, nachdem Morales in der russischen Hauptstadt gesagt hatte, er würde einen Asylantrag Snowdens prüfen lassen.

Der unplanmäßige Zwischenstopp in Wien hat in Lateinamerika Empörung ausgelöst und belastet auch die Beziehungen zu Europa. Morales sagte, er habe sich mit der Spitze seiner Partei getroffen und über das künftige Vorgehen beraten. «Wenn notwendig, werden wir die Botschaft der Vereinigten Staaten schließen», sagte er. «Wir brauchen die Botschaft der Vereinigten Staaten nicht.»

In der zentralbolivianischen Stadt Cochacamba traf sich Morales mit den Präsidenten Argentiniens, Ecuadors, Surinams, Uruguays und Venezuelas. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa sagte im Namen aller Teilnehmer, sie hätten Morales ihre «volle Unterstützung» zugesagt.

Fernandez de Kirchner verlangt Entschuldigung

Die argentinische Präsidentin Christina Fernandez betonte, den Lateinamerikanern sei die Freiheit nach den Unabhängigkeitskämpfen von europäischen Kolonialmächten im 19. Jahrhundert und den von den USA im 20. Jahrhundert unterstützten autoritären Regimen ein hohes Gut. Sie verlangte eine Entschuldigung für den Zwischenfall mit der bolivianischen Präsidentenmaschine. «Ich bitte jene, die gegen das Recht verstossen haben, in einer ruhigen aber ernsten Weise sich für die gemachten Fehler zu entschuldigen», sagte Fernandez. «Das ist das Mindeste, was sie tun können.»

Der venezolanische Präsident Nicolas Madira protestierte gegen Versuche spanischer Diplomaten, die bolivianische Präsidentenmaschine nach Snowden zu durchsuchen. Frankreich hat sich inzwischen offiziell bei Bolivien entschuldigt. Morales sagte: «Entschuldigungen sind nicht genug, weil der Standpunkt ist, dass internationale Abkommen respektiert werden müssen.» Bolivien will die Botschafter Frankreichs, Italiens und Portugals einbestellen, um Erklärungen zu verlangen, hieß es.

(L'essentiel Online/bem/sda)

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