Koalitionsverhandlungen
08. November 2013 11:10; Akt: 08.11.2013 15:25 Print
Staatsverschuldung soll 2018 bei null Prozent sein
LUXEMBURG - Cargolux, Finanzen und Steuern: Die Spitzenpolitiker von DP, LSAP und Déi Gréng haben am Freitag über den Stand der Verhandlungen informiert.
Am Freitagmittag haben die Spitzenpolitiker von DP, LSAP und Déi Gréng bei einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit zum Stand der Koalitionsverhandlungen informiert.
Bildstrecken Die «Neuen» im ParlamentDie Parlamentswahlen in Luxemburg Xavier BettelZuvor waren im Rahmen einer letzten Expertenrunde die 22 Unterhändler der Koalitionsparteien über die finanzielle und wirtschaftliche Lage informiert worden. Fachleute erläuterten dabei ihre Prognosen für die Entwicklung der Staatfinanzen.
Das großes Loch nach 2015
Etienne Schneider (LSAP) führte aus, dass es besonders 2015 ein großes Loch bei den Staatseinnahmen geben werden - Grund ist die wegen der europäischen Steuerharmonisierung wegfallende Mehrwertsteuer auf den Online-Handel. Insgesamt stellten die drei Parteien einen «negativen Trend» fest, den es aufzuhalten gelte, um zu vermeiden, dass sich Luxemburg der von der EU vorgegebenen Schuldengrenze annähert. «Das wäre inakzeptabel für einen Finanzplatz,» so Etienne Schneider, der in Aussicht stellte, dass der Staat seine Anteile an der BGL BNP Paribas verkaufen werde, um neues Geld in die Staatskasse zu spülen. Es geht um zwei Milliarden Euro. Andere staatliche Anteile an Firmen sollen jedoch nicht verkauft werden.
Claude Meisch (DP) fügte hinzu, dass in den Jahren 2015/2016 insgesamt 1 bis 1,5 Milliarden Euro aufzubringen seien: «Die neue Regierung wird gefordert sein, um das Defizit in den Griff zu bekommen». Für Formateur Xavier Bettel (DP) wären 30 Prozent Staatsverschuldung «eine Katastrophe» - das Ziel bis Ende der Legislaturperiode müsse bei null Prozent Staatsverschuldung liegen.
Grundlegende Steuerreform bis 2015
Neben «strukturellen Änderungen» bei den Ausgaben will die neue Regierung auch auf bei den Einnahmen neue Ansätze finden. Felix Braz (Déi Gréng) sagte, Ziel sei eine grundlegende Steuerreform bis 2015 auf die Beine zu stellen. dabei wolle man der Steuerverwaltung in Zuunft auch die Mittel geben, den Einfluss neuer Steuern auf Unternehmen und Haushalte genau einschätzen zu können - dies sei bisher nicht möglich gewesen.
Öffentlicher Cargolux-Bericht am 18. November
Zudem stand mit den laufenden Verhandlungen über einen Anteilsverkauf an der Frachtfluggesellschaft Cargolux ein weiteres heißes Eisen auf dem Programm. Die drei Parteien hatten den Unternehmensberater Robert Schaus als «Informateur» beauftragt, sich über die Verhandlungen mit der chinesischen Investitionsgesellschaft HNCA zu erkundigen.
Die Verhandlungspartner werden am 18. November die anderen Parteien über die Neuigkeiten informieren, da sie volle Transparenz wollen. Aber, so Bettel: «Wir werden nicht alle Details an die Öffentlichkeit geben, denn Cargolux bleibt ein privates Unternehmen mit den Regeln, die dabei gelten». Vorweg wurde jedoch bekannt, dass der Regierung nicht nur ein Angebot der chinesischen Investoren HNCA vorliege, sondern dass es insgesamt drei Interessenten gebe.
Unternehmer in Arbeitsgruppe Wirtschaft
Neben den Treffen der drei Parteien in den Plenarsitzungen geht die Arbeit in den acht Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen weiter. Dort klären Vertreter von DP, LSAP und déi gréng die technischen Fragen bei den Koalitionsverhandlungen.
Dabei bestätigte Claude Meisch einen Bericht der Wochenzeitung «Lëtzebuerger Land» in seiner Freitagsausgabe, wonach die beiden Unternehmer Gary Kneip und Norbert Becker Mitglieder der Arbeitsgruppe Wirtschaft seien, da sie «etwas über die Wirtschaft in Luxemburg wissen». Gewerkschaftsvertreter seien nicht vertreten, was aber nicht tragisch sei, wie Etienne Schneider betonte, da es in LSAP «genügend Mitglieder gebe, die auch die Gewerkschaftsinteressen vertreten könnten».
Die ersten Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen sollen in der kommenden Woche diskutiert werden.
Der Live-Ticker zum Nachlesen:
| 12:39 | Damit endet die Sitzung. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an unserem Liveticker. |
| 12:38 | Zu der Stimmung in den Arbeitsgruppen: «Wir arbeiten ganz konstruktiv zusammen», erklärt Schneider. Insgesamt bemühen sich alle drei Vertreter Meisch, Schneider und Braz sowie Bettel um ein harmonisches Bild und viel Einverständnis miteinander. |
| 12:34 | Nachfrage zu der Besetzung der Arbeitsgruppen: Die Wochenzeitung «Lëtzebuerger Land» meldete am Freitagmorgen, dass die Unternehmer Kneip und Becca in der Arbeitsgruppe Wirtschaft sitzen. Maisch bestätigt, dass sie im Auftrag der DP dort sitzen, weil sie «etwas über die Wirtschaft in Luxemburg wissen». Gewerkschaftsvertreter sind nicht vertreten. Schneider betont, dass es in seiner Partei genügend Mitglieder gebe, die auch die Gewerkschaftsinteressen vertreten könnten. |
| 12:33 | Der unabhängige Bericht von Robert Schaus über Cargolux soll bis zum Termin am 18. November den anderen Parteien vorliegen. |
| 12:33 | Es geht noch einmal um Cargolux: Es liegt nicht nur ein Angebot von den chinesischen Investoren HNCA vor. Es liegen insgesamt drei Vorschläge vor. Bettel: «Im Moment geht die Öffentlichkeit das aber nichts an.» |
| 12:30 | Die Koalitionspartner wollen zusammenfassen, was sie über die Staatsfinanzen in Erfahrung gebracht haben. |
| 12:27 | Die ersten Ergebnisse in der Arbeitsgruppe Arbeit und Beschäftigung dürften in der kommenden Woche vorliegen; meint Schneider. |
| 12:26 | Zu den Arbeitsgruppen: In der kommenden Woche sollen die Arbeitsgruppen erste Vorschläge ins Plenum eingeben. Denn bisher sind sie noch bei der Bestandsaufnahme. Die Politik wird in den Arbeitsgruppen ausgearbeitet; betont Bettel. |
| 12:25 | Nun geht es noch um Organisatorisches: Es wird eine zusätzliche Vollversammlung der Koalitionspartner geben und zwar am Sonntag, dem 24. November. |
| 12:25 | Bettel: «Der Politikwechsel muss unbedingt kommen.» |
| 12:24 | Zur Staatsverschuldung: Null Prozent bzw. der ausgeglichene Haushalt sind Ziel der Legislaturperiode. |
| 12:24 | Dazu sind laut Meisch auch «strukturelle Änderungen» bei den Ausgaben nötig. |
| 12:23 | Xavier Bettel stellt klar: 30 Prozent Staatsverschuldung «wären eine Katastrophe» und keinesfalls ein Ziel. |
| 12:21 | Claude Meisch (DP) führt aus, dass es 2015/2016 insgesamt 1 bis 1,5 Milliarden Euro aufzubringen gibt. Über das Defizit: «Die neue Regierung wird gefordert sein». |
| 12:19 | Schneider weist darauf hin, dass es noch die staatlichen Anteile an der BGL BNP Parisbas zu verkaufen gibt, um neues Geld in die Staatskasse zu spülen. Es geht um zwei Milliarden Euro. |
| 12:18 | Insgesamt stellen die drei Parteien einen negativen Trend fest, den es aufzuhalten gibt, um zu vermeiden, dass sich Luxemburg der Grenze der 30 Prozent Verschuldung (auf das Bruttoinlandsprodukt gerechnet) annähert; «Das wäre inakzeptabel für einen Finanzplatz». |
| 12:16 | Nun geht es um die Staatsfinanzen und die Staatsverschuldung: Etienne Schneider (LSAP) führt aus, dass es besonders 2015 ein großes Loch geben wird; wegen der wegfallenden Mehrwertsteuer auf Online-Handel. |
| 12:12 | Zur Cargolux: Die Verhandlungspartner werden am 18. November die anderen Parteien über die Neuigkeiten informieren, da sie volle Transparenz wollen. Aber, so Bettel: «Wir werden nicht alle Details an die Öffentlichkeit geben, denn Cargolux bleibt ein privates Unternehmen mit den Regeln, die dabei gelten». |
| 12:12 | Xavier Bettel hat die Pressekonferenz eröffnet. Er bestätigt, dass es vor Allem um Staatsfinanzen und Cargolux gehen wird. |
| 12.11 | Willkommen im Liveticker von L'essentiel Online. Wir verfolgen live für Sie die Pressekonferenz in der zweiten Woche der Koalitionsverhandlungen. |
(L'essentiel Online Sarah Brock)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.
«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»
«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Consultez nos annonces immobilières sur le site de L'essentiel









