Neue Strafzölle

18. September 2018 07:55; Akt: 18.09.2018 08:05 Print

Trump lässt Handelskrieg mit China eskalieren

US-Präsident Donald Trump verkündet weitere Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar.

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US-Präsident Donald Trump weitet die Strafzölle auf chinesische Waren nochmals massiv aus. Er kündigte am Montag neue Zölle auf Importe im Gesamtwert von rund 200 Milliarden Dollar an. In einer ersten Stufe sollen die Zölle am 24. September in Kraft treten und zehn Prozent betragen. Nach dem 31. Dezember sollen diese Zölle dann auf 25 Prozent steigen, wie Trump in einer vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung angab.

Trump drohte zugleich mit weitergehenden Strafmaßnahmen, sollte China mit Vergeltungsaktionen reagieren: «Falls China Vergeltungsmaßnahmen gegen unsere Bauern oder andere Industrien ergreift, werden wir umgehend Phase drei verfolgen, welche Zölle auf ungefähr 267 Milliarden Dollar an zusätzlichen Importen beinhaltet», erklärte Trump.

«Bedrohung für US-Wirtschaft»

Ziel der Strafzölle sei es, eine Änderung der chinesischen Handelspraktiken zu erreichen, erklärte Trump weiter. Diese stellten «eine schwere Bedrohung für die langfristige Gesundheit und das Gedeihen der Wirtschaft der Vereinigten Staaten» dar. Damit treibt Trump die Eskalation im Handelsstreit mit Peking voran. Die chinesische Regierung hatte bereits vor seiner jetzigen Bekanntgabe der neuen Importaufschläge mit einem Gegenschlag gedroht. China werde «seine legitimen Rechte und Interessen» verteidigen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking.

Erste Reaktionen aus China

In einer ersten Reaktion auf Trumps Ankündigung sagte der chinesische Handelsminister Zhong Shan, ein Handelskrieg nütze keiner Seite. Der einzige Weg sei eine Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten. Der von den USA betriebene Unilateralismus und Protektionismus sei zum Nachteil sowohl der USA wie auch Chinas. Darüber hinaus beschädige er die Weltwirtschaft. Vize-Regierungschef Liu He setzte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg für Dienstagmorgen eine Sitzung an, um über Reaktionen zu beraten.

Medienberichten zufolge erwägt China, durch gezielte Exporteinschränkungen für Bauteile und andere Güter die Lieferketten von US-Konzernen zu treffen und so Druck auf die Trump-Regierung auszuüben. Die beiden größten Volkswirtschaften der Erde überziehen sich seit Anfang Juli mit Straf- und Vergeltungszöllen auf Waren im Volumen von bisher insgesamt 100 Milliarden Dollar.

Hälfte der Einfuhren mit Strafzöllen belegt

Mit den nun angekündigten weiteren Aufschlägen auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar ist künftig etwa die Hälfte der chinesischen Einfuhren in die USA mit Strafzöllen belegt. Noch vor kurzem hatte es Hoffnungen auf eine Annäherung im Handelsstreit gegeben, die Gespräche zur Beilegung des Konflikts verliefen aber ergebnislos.

Trump wirft China unter anderem Diebstahl geistigen Eigentums und erzwungenen Technologietransfer bei US-Investitionen in der Volksrepublik vor. Er stört sich zudem an dem seiner Ansicht nach viel zu hohen Defizit der USA im Handel mit China. Es beläuft sich auf 335 Milliarden Dollar.

(L'essentiel/chk/sda/afp)

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