Elsass

04. Dezember 2019 07:11; Akt: 04.12.2019 07:18 Print

Unbekannte schänden über 100 jüdische Gräber

In der Nähe von Straßburg sind auf 107 Gräbern eines jüdischen Friedhofs antisemitische Inschriften gefunden worden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Unbekannte haben im Elsass Gräber auf einem jüdischen Friedhof geschändet. Auf 107 Grabstätten des Friedhofs Westhoffen, rund 25 Kilometer von Straßburg entfernt, seien antisemitische Inschriften gefunden worden, teilte die Präfektur Bas-Rhin am Dienstag mit.

Auch auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde Schaffhouse-sur-Zorn seien am Dienstag antisemitische Graffiti entdeckt worden. Wie viele Gräber dort betroffen waren, war zunächst nicht bekannt.

Der Präfekt der Region Grand Est an der Grenze zu Deutschland, Jean-Luc Marx, verurteilte die Schändung der Gräber und sagte der jüdischen Gemeinde seine Unterstützung zu. Die feigen Handlungen des Hasses dürften nicht das Zusammenleben der Gesellschaft in Frage stellen, hieß es in einem Statement der Präfektur. Die Welle der antisemitischen, rassistischen und migrantenfeindlichen Handlungen, die die Region in den vergangenen Monaten getroffen habe, müsse bekämpft werden.

«Beleidigung der Werte»

Die «abscheulichen Taten» seien eine Beleidigung der Werte der Republik, schrieb Innenminister Christophe Castaner auf Twitter. Es werde alles getan, damit diese nicht ungestraft blieben. Die Gendarmerie sei im Einsatz, um die Täter zu finden, so Castaner.

Macron verurteilt Schändung

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Hakenkreuz-Schmierereien auf einem jüdischen Friedhof im Elsass scharf verurteilt. «Antisemitismus ist ein Verbrechen und wir werden ihn bekämpfen, in Westhoffen und überall, bis unsere Toten in Frieden ruhen können.»

Dies schrieb Macron am Dienstagabend im Onlinedienst Twitter. Zuvor hatte bereits Innenminister Christophe Castaner mitgeteilt, die «abscheulichen Taten» seien eine Beleidigung der Werte der Republik.

Die neuen Schmierereien reihen sich in eine Serie antisemitischer Vorfälle im Elsass ein, die bereits Anfang des Jahres in Frankreich für Empörung gesorgt hatten. Auf dem jüdischen Friedhof von Quatzenheim, nordwestlich von Straßburg, hatten Unbekannte im Februar rund 80 Gräber mit Hakenkreuz-Schmierereien geschändet. Staatschef Emmanuel Macron besuchte nach dem Vorfall die kleine Gemeinde.

Im März wurde das Eingangsportal und eine Seitenwand einer ehemaligen Synagoge in der Gemeinde Mommenheim ebenfalls mit Hakenkreuzen bemalt entdeckt. Die Vorfälle lösten eine Debatte über zunehmenden Antisemitismus in Frankreich aus.

(L'essentiel/chk/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Niemand am 04.12.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Dem Täter die Hand abschneiden, dann tut er das nicht mehr.

  • kaa am 04.12.2019 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armséileg Gestalten! Matgefill fir déi betraffen Famillen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Niemand am 04.12.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Dem Täter die Hand abschneiden, dann tut er das nicht mehr.

  • kaa am 04.12.2019 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armséileg Gestalten! Matgefill fir déi betraffen Famillen.