Vier Meter hoch

17. Juni 2015 21:32; Akt: 17.06.2015 21:37 Print

Ungarn riegelt Grenze mit Stacheldraht ab

Drastische Maßnahme gegen Flüchtlinge: Die ungarische Regierung gab die Schließung der Grenze zu Serbien in Auftrag - mit einem Drahtzaun.

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«Flüchtlinge müssen auf serbischem Gebiet aufgehalten werden»: Außenminister Peter Szijjarto informierte in Budapest die Medien. (Bild: Keystone)

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Die Regierung Ungarns hat die Schließung der 175 Kilometer langen Grenze zu Serbien angeordnet. Die Grenze solle mit einem vier Meter hohen Zaun abgeriegelt werden, sagte Außenminister Peter Szijjarto vor den Medien in Budapest.

Die Regierung habe Innenminister Sandor Pinter angewiesen, bis zum kommenden Mittwoch die Abriegelung der ungarisch-serbischen Grenze vorzubereiten, erklärte Außenminister Szijjarto weiter.

«Auf serbischem Gebiet aufhalten»

Ungarn will damit die Zuwanderung von Flüchtlingen unterbinden, die zuletzt stark zugenommen hatte. Bei den von Serbien nach Ungarn gelangenden Flüchtlingen handelt es sich vor allem um Syrer, Iraker und Afghanen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Regierungschef Viktor Orban angedeutet, dass eine Schließung der Grenze bevorstehen könnte. «Wir halten es nicht für richtig, dass sie uns die Flüchtlinge schicken, sie müssen auf serbischem Gebiet aufgehalten werden», sagte Orban am vergangenen Freitag dem staatlichen Rundfunk.

2014 wanderten 43.000 Flüchtlinge ein

Ungarn gehört zum Schengen-Raum, Serbien ist Anwärter auf eine EU-Mitgliedschaft. Anfang Juli ist ein serbisch-ungarisches Gipfeltreffen geplant, bei dem über die Einwanderungsfragen gesprochen werden soll.

Im vergangenen Jahr trafen in Ungarn rund 43.000 Flüchtlinge ein, 2012 waren es nur 2000 gewesen. In diesem Jahr nahm die Zahl der Flüchtlinge weiter zu. Bislang waren es bereits mehr als 50.000.

(L'essentiel/sda/woz)

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