Öltanker-Angriff

14. Juni 2019 09:10; Akt: 14.06.2019 09:19 Print

US-​​Militär veröffentlicht brisantes Video

Der Iran hat jegliche Verantwortung für die Angriffe auf zwei Erdöltanker im Golf von Oman dementiert. Ein Video soll die Revolutionsgarde belasten.

Die USA veröffentlichte ein Video um die angebliche Schuld des Irans zu belegen. (Video: Reuters)

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«Der Iran weist die haltlose Behauptung der USA mit Bezug auf die Öltanker-Vorfälle vom 13. Juni kategorisch zurück und verurteilt sie auf das Schärfste.» So hieß es am Donnerstag (Ortszeit) in einer Mitteilung der Vertretung Irans bei den Vereinten Nationen.

«Der ökonomische Krieg und Terrorismus der USA gegen das iranische Volk sowie ihre massive Militärpräsenz in der Region sind weiterhin die Hauptursachen für Unsicherheit und Instabilität in der weiteren Persischen Golfregion.»

Die Vereinigten Staaten legten dem Uno-Sicherheitsrat trotz öffentlicher Schuldzuweisungen an Teheran keine Belege für die Verantwortung des Irans für die Angriffe auf Erdöltanker am Golf vor.

«Wir haben keinerlei Beweise diskutiert», sagte der kuwaitische Uno-Botschafter Mansur al-Otaibi nach einem Treffen des Gremiums am Donnerstag. Kuwait steht derzeit dem Gremium vor. Auch habe der Sicherheitsrat zunächst keine Maßnahmen angesichts der steigenden Spannungen beschlossen. Es müsse seiner Ansicht nach zunächst eine unabhängige und gründliche Untersuchung geben.

Konflikt am Nadelöhr

US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Donnerstag Teheran beschuldigt, hinter den Angriffen auf zwei Öltanker zu stecken. «Es ist die Einschätzung der US-Regierung, dass die Islamische Republik Iran verantwortlich für die Angriffe ist, zu denen es heute im Golf von Oman kam», sagte Pompeo in Washington. Es handele sich um eine «nicht hinnehmbare Eskalation der Spannung durch den Iran».

Pompeo sagte, die US-Einschätzung basiere unter anderem auf Geheimdienstinformationen, auf den eingesetzten Waffen und auf ähnlichen Angriffen in jüngster Vergangenheit. Betroffen waren am Donnerstag ein von einem deutschen Unternehmen gemanagter Frachter, der einer japanischen Firma gehört, sowie ein Schiff einer norwegischen Reederei. Beide Tanker wurden beschädigt. Die Besatzungen waren in Sicherheit gebracht worden.

Nach dem mutmaßlichen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman veröffentlichte das US-Militär ein Video, das die iranischen Revolutionsgarden belasten soll. Das US-Zentralkommando Centcom, das die amerikanischen Truppen im Nahen Osten führt, teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, das Video zeige, wie ein Boot der Revolutionsgarden auf den Tanker «Kokuka Courageous» zufahre. Die Menschen an Bord des iranischen Schnellbootes vom Typ «Gaschti» seien dabei «beobachtet und aufgenommen» worden, wie sie eine nicht explodierte Haftmine wieder vom Schiffskörper entfernten.

Belastendes Material publiziert

Auf dem Video ist zu erkennen, wie sich Menschen an Bord eines Schnellbootes an der Wand eines Öltankers zu schaffen machen und von dort etwas zu entfernen scheinen. Das Boot fährt danach wieder weg von dem Tanker. Centcom sprach von einem «Haftminenangriff» im Golf von Oman. Die Vereinigten Staaten und die Internationale Gemeinschaft hätten kein Interesse an einem neuen Konflikt im Nahen Osten.

Die betroffene Meerenge, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt, sie verbindet die erdölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über sie läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff. Die Rohölpreise stiegen deutlich.

Der japanische Betreiber eines der beiden Tanker bestritt derweil, dass sein Schiff von einem Torpedo getroffen worden sei. Die Besatzungsmitglieder hätten noch vor der Explosion «fliegende Objekte» gesehen, sagte der Präsident der japanischen Firma Kokuka Sangyo bei einer Pressekonferenz in Tokio am Freitag.

(L'essentiel/dmo/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aender am 14.06.2019 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wie macht man seine "Feinde" der Welt schmackhaft ? Und alle Journalisten springen auf das Boot. Im nächsten Leben werde ich auch Journalist, copy and past.

  • Jacques am 14.06.2019 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Das hatten wir doch schon mal im Vietnamkrieg, die Tonkinlüge .. https://de.wikipedia.org/wiki/Tonkin-Zwischenfall

  • Luluu am 14.06.2019 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Im Golfkrieg konnte man den Amis nicht alles glauben, und so ein Film kann man drehen wie man will. Hollywood hat genug Studios.

Die neusten Leser-Kommentare

  • dusninja am 15.06.2019 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbst wenn das die Iraner sind und die ganzen Leute nicht die geretteten Seeleute sind, selbst wenn die Iraner immer mit komplett überfüllten Booten Mienen entfernen und was sie das hantiert haben zB keine Stegleiter oä war, beantwortet dieses Video nicht die Frage, wer die Mine ANgebracht hat. Das einzige, was wir wissen, ist dass die Amis gerne Beweise fälschen. Sie haben so gar den Fachausdruck erschaffen: fake news bzw alternative Fakten.

  • Bof am 15.06.2019 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Film im Stil von 1930. Doch statt einer Komödie mit Stan und Ollie bieten uns jene Geheimdienste welche uns im Irak ein verschwommenes Foto von einer Giftgasanlage zeigten jetzt einen Kriegsvorwand.

  • Hollywood am 15.06.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Typesch Amerikaner...

  • Ger am 15.06.2019 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Amis hir Bommen fänken un ze raschten,dWaffelobby wees net méi wouhin dermat,an sie gegen gär neier bauen. Ass dselwescht,wéi mat Massenvernichtungswaffen am Irak. Schaiss Kriegsdreiwer Natioun.

  • Luluu am 14.06.2019 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Im Golfkrieg konnte man den Amis nicht alles glauben, und so ein Film kann man drehen wie man will. Hollywood hat genug Studios.