Gemeinsames Sorgerecht

14. Mai 2014 16:49; Akt: 14.05.2014 17:38 Print

Verein setzt sich für ein neues Familienrecht ein

LUXEMBURG - «Elteren Getrennt» heißt der neue Verein, dessen Ziel unter anderem darin liegt, das luxemburgische Familienrecht zu überarbeiten.

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Der neue Verein will helfen, Konflikte mit Blick auf die Kinderbetreuung bei Trennungen beider Elternteile zu vermeiden. (Bild: DPA)

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Der Verein «Elteren Getrennt», der am Mittwoch ins Leben gerufen wurde, will für ein rechtliches Umfeld sorgen, in dem im Falle einer Trennung oder Scheidung beide Elternteile gleich behandelt werden. Die Verantwortlichen fordern die Streichung «verfassungswidriger Artikel im Familienrecht, die in Luxemburg immer noch in Kraft sind», erklärt Romain Schroeder, Vorsitzender des Vereins. Vor allem gehe es dabei um den Artikel, der klärt, dass im Falle einer Scheidung einem der Elternteile das Sorgerecht zuzuteilen ist – dieser sei bereits 2008 vom Verfassungsgerichtshof angeprangert worden.

Der Verein strebt an, in Luxemburg stattdessen das gemeinsame Sorgerecht einführen. Eine solche Regelung ist bisher nur möglich, wenn beide Elternteile damit einverstanden sind. «Das ist natürlich nicht immer möglich», gibt Schroeder zu bedenken, «doch es sollte eine rechtliche Grundlage dafür geben.» Der neue Verein setzt sich außerdem dafür ein, dass im Falle einer Trennung, die Betreuung unehelicher Kinder nicht automatisch der Mutter zugesprochen wird, so wie es bisher der Fall ist.

Auch ein Ort des Austausches

Die Verantwortlichen legen allerdings Wert darauf, dass «Elteren Getrennt» nicht dafür gegründet wurde, um getrennte Männer zu unterstützen: «Wir stehen für Gleichberechtigung, die sich für die ganze Familie einsetzt. Auch Mütter sind von Ungerechtigkeiten betroffen, beispielsweise wenn die Väter keinen Unterhalt zahlen.» Ob Väter, Mütter, Großeltern oder von Trennungen betroffene Kinder: Der Verein begrüße jeden.

Um familiäre Konflikte und rechtliche Streitigkeiten durch Trennungen zu vermeiden, setzt sich der Verein außerdem für die Einführung von Mediation ein. Dies helfe «Spannungen abzubauen und zu vermeiden, dass Entscheidungen durch einen Richter gefällt werden müssen.» Zudem solle «Elteren Getrennt» ein Ort des Austausches sein: «Wenn man von einer Trennung betroffen ist, ist es gut, wenn man sich mit Menschen austauschen kann, die die gleichen Probleme hatten», erklärt Schroeder.«Außerdem hilft die Erfahrung der anderen, nützliche ratschläge zu bekommen.»

(jg/pw/L'essentiel)

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