«Sackgasse»

23. Januar 2020 07:20; Akt: 23.01.2020 09:04 Print

Wieder gewaltsame Zusammenstöße im Libanon

Nach der Regierungsbildung im Libanon ist es in der Hauptstadt Beirut erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen.

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Beirut: Regierungskritische Demonstranten stoßen bei einem Protest gegen die neue Regierung in der Nähe des Parlamentsgebäudes mit Bereitschaftspolizisten zusammen. (Bild: DPA/Marwan Naamani)

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Auch nach der Bildung einer neuen libanesischen Regierung ist es in der Hauptstadt Beirut wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Dutzende Menschen warfen Augenzeugenberichten zufolge am Mittwochabend Steine und Feuerwerkskörper auf Sicherheitskräfte. Diese setzten Tränengas ein und verfolgten die Demonstranten durch Teile des Stadtzentrums. Schaufenster von Banken, Juwelieren und Kleidungsgeschäften wurden eingeschlagen. Dem libanesischen Roten Kreuz zufolge wurden mindestens 21 Menschen verletzt. Aus Polizeikreisen hieß es, 20 Menschen seien festgenommen worden.

Im Libanon kommt es seit Mitte Oktober immer wieder zu landesweiten Protesten gegen die Regierung. In den vergangenen Wochen hatten sich diese nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Saad Hariri vorübergehend beruhigt. Am vergangenen Wochenende flammten sie wieder auf und setzten sich auch fort, nachdem am Mittwoch das neue Kabinett von Hariris Nachfolger Hassan Diab erstmals zusammengetreten war.

«Finanzielle, wirtschaftliche und soziale Sackgasse»

Die Proteste im Land waren zunächst weitgehend friedlich verlaufen. Wegen Straßenblockaden und brennender Barrikaden war das öffentliche Leben aber teilweise zum Erliegen gekommen. Schulen, Banken und zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen. Über das Wochenende nahm die Gewalt dann zu, in Beirut wurden bei Protesten mehr als 460 Menschen verletzt, darunter mehr als 140 Polizisten.

Diab sagte am Mittwoch laut einer Mitteilung, das Land befinde sich in einer «finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Sackgasse». Die Stabilität des Libanon habe Vorrang. Das Land ist hoch verschuldet und leidet wegen der monatelangen Proteste unter der schwersten Krise seit Jahrzehnten.

(L'essentiel/dpa)

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