Gerüchteküche brodelt

19. September 2012 18:17; Akt: 27.09.2012 15:17 Print

Wird Cargolux Wartung auslagern?

LUXEMBURG – Die Gewerkschaft OGBL befürchtet, dass die Frachtfluggesellschaft die Wartung nach Singapur verlegen könnte. Dann stünden Arbeitsplätze auf dem Spiel.

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Richard Forson leitet Cargolux übergangsweise. (Bild: Editpress)

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Die Gewerkschaften befürchten aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage bei Cargolux Entlassungen. «Die Situation ist nicht gerade ermutigend», erklärt Hubert Hollerich, Vertreter von OGBL-Aviation, am Mittwoch auf Anfrage von «L’essentiel Online». Die Belegschaft sei nicht nur aufgrund des Defizits und der anstehenden Kapitalerhöhung von Cargolux verunsichert. «Wir befürchten, dass die Wartung nach Singapur verlagert wird», sagt Hollerich.

Die Bedenken kommen nicht von ungefähr, hatte doch Interims-CEO Richard Forson nach seiner Ernennung im August in einem Interview mit dem Fachmedium «Cargo Forwarder» erklärt, «die Gewinne vergrößern und die Kosten senken» zu wollen: «Eine Option, über die wir diskutieren, betrifft unsere Wartungsstrategie. Bisher wurde diese Arbeit bei uns am Findel erledigt. Aber da die Arbeitskraft dort intensiv und somit kostspielig ist, werden alle Alternativen betrachtet, auch ein potenzielles Outsourcing eines Teils dieses Geschäfts, wenn die wirtschaftlichen Grundüberlegungen keinen Sinn ergeben.»

«Unseren Informationen nach könnte dies die Entlassung von einem Teil der 550 Personen bedeuten, die derzeit eine Stelle in Luxemburg haben», erklärt Hubert Hollerich. «Dies könnte außerdem Auswirkungen auf die Ausbildung haben, vor allem im Berufslyzeum Emile-Metz.»

Alles nur Gerüchte?

Derweil beschwichtigen andere. «Ich habe dieses Gerücht gehört, aber bisher ist das nichts anderes als Spekulation. Es scheint derzeit in zu sein, auf den Fluren bei Cargolux Gerüchte zu verbreiten», sagt Paul Reuter von der Pilotengewerkschaft. «Auch wenn das nicht komplett unmöglich scheint, muss man doch wissen, dass der Hauptaktionär aus Luxemburg stammt und es kaum vorstellbar ist, dass er eine Entscheidung mitträgt, die negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Luxemburg haben wird.» Damit spielt Reuter darauf an, dass der luxemburgische Staat 65 Prozent der Anteile an Cargolux hält.

Auch bei der Gesellschaft LCGB ist man eher vorsichtig. «Ich habe bei Cargolux noch nichts von Outsourcing gehört, selbst wenn es innerhalb des Unternehmens brennt», sagt Aloyse Kapweiler. Der LCGB habe Informationen über schwerwiegende Probleme und wolle sich damit an das Infrastruktur- und Wirtschaftsministerium wenden. Einzelheiten wollte Kapweiler nicht nennen.

Für Klarheit könnte am Donnerstag ein Treffen zwischen Richard Forson und dem OGBL sorgen. Eine weitere Versammlung mit der Direktion von Cargolux steht am Freitag an. Dann soll es um die geplante Kapitalerhöhung und die möglichen Konsequenzen für die Anteilseigner und die Beschäftigten im Großherzogtum gehen.

(jmh/PaT/L'essentiel Online)

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