Nach Klimastreiks

23. September 2019 09:39; Akt: 23.09.2019 10:10 Print

Xavier Bettel reist zum Klimagipfel in die USA

Dutzende Staats- und Regierungschef wollen in New York Pläne präsentieren. Diejenigen, die nichts anzubieten haben, kommen erst gar nicht. Was steht auf dem Programm?

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Greta Thunberg ist auch wieder dabei. Hier schüttelt sie Antonio Guterres, UN-Generalsekretär, die Hand. (Bild: DPA/Eduardo Munoz Alvarez)

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UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat im Klima sein zentrales Thema gefunden. Zum aktuellen Gipfel in New York hat er das Rederecht nur an Staatschefs und Regierungsvertreter vergeben, die Konkretes zu bieten haben.

Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel ist unter den Rednern. Er wird vom 23. bis zum 27. September in New York sein und seine Rede bei der 74. Generalversammlung der Vereinten Nationen halten.

Wer nimmt noch daran teil?

Die Liste ist lang: Angefangen bei Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel über den britischen Premier Boris Johnson und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron bis zum indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi. Auf der Rednerliste stehen aber auch Vertreter kleiner Staaten wie der Marshallinseln, die wenig für den Klimawandel können, aber besonders stark darunter leiden. Große CO2-Produzenten wie China und Russland schicken mit Außenminister Wang Yi und Vize-Ministerpräsident Alexei Gordejew zwar nur ihre zweite Garde. Die Präsentation Chinas, des größten Produzenten von Treibhausgasen, wird für das Gipfelergebnis trotzdem große Bedeutung haben.

Welche Rolle wird Thunberg haben?

Ihre Rede dürfte ein Höhepunkt werden. Die Vereinten Nationen hätten sich wohl niemand besseres wünschen können, der den Staats- und Regierungschefs auf der großen Bühne noch einmal von Angesicht zu Angesicht ins Gewissen redet. Die 16-jährige Schwedin, Symbolfigur der Klimabewegung, kommt mit dem Mandat der Straße zum Gipfel: Am Freitag waren weltweit Hunderttausende - wenn nicht Millionen - Menschen Thunbergs Aufruf für einen globalen Klimastreik gefolgt. Auch in Luxemburg gab es eine große Demonstration, die lautstark vom Bahnhof zur Kinnekswiss zog.

Und wer wird beim Gipfel fehlen?

Allen voran Donald Trump. Der US-Präsident hat kurz nach seinem Amtsantritt den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen verkündet und gilt damit als mächtigster Bremser beim Kampf gegen Klimaschutz. Er veranstaltet parallel zum Klimagipfel ein Treffen zur religiösen Freiheit und schickt eine Abteilungsleiterin des Außenministeriums zum Klimagipfel, die aber nicht reden wird. Auch andere Klimasünder bekommen kein Rederecht: Brasilien zum Beispiel, oder auch Südkorea, Japan, Saudi-Arabien und Australien. Damit will Guterres eine Mahnung an diejenigen senden, die zu wenig tun.

Wie weit ist die Welt bei der Erfüllung der Pariser Klimaziele?

Da sieht es noch ziemlich düster aus. Das Ziel des Pariser Abkommens ist, die Erderhitzung auf «deutlich unter 2 Grad» zu begrenzen, möglichst auf 1,5 Grad. Wenn man alles zusammennimmt, was die Staaten bisher zugesagt haben, steuert der Planet aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auf rund 3 Grad mehr zu - mit katastrophalen Folgen. Und nicht mal für diese aus klimawissenschaftlicher Sicht zu laschen Ziele sind die Staaten bisher auf Kurs. Im kommenden Jahr sollen die Mitglieder des Abkommens ehrgeizigere Pläne vorlegen.

Welches Ergebnisse sind am Montag zu erwarten?

Anders als bei anderen Klimakonferenzen wird es kein ausverhandeltes Abschlussdokument geben. Die Konferenz wird sich vielmehr an den von den Ländern angekündigten Maßnahmen messen lassen müssen. Neue Klimaankündigungen sollen die weltweiten Nachrichten fluten und Aufbruchsstimmung vor dem wichtigen Gipfel in Chile im Dezember erzeugen.

Gehört der Gipfel zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung?

Nein. Die Generaldebatte der UN-Vollversammlung beginnt erst am Dienstag. Dann wird auch der eine oder andere von denen reden, die am Montag nicht durften oder wollten – allen voran Donald Trump und der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro. Neben dem Klimaschutz wird ein Thema im Vordergrund stehen: Die sich immer weiter verschärfende Krise am Golf.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kaa am 23.09.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    China, Indien etc brengen hir Industrien héich mat onbeschreiwlecher Pollution, ouni Rücksicht op hir eegen Populatiounen. (nozekucken um intl bareme vu der Loftqualitéit). D‘Tragik ass, dat mir an Europa, déi so gär als Klimahelden gelten wöllen, awer net op de bellegen Fummel aus deenen Länner verzichten wöllen. Oder vum bellegen Outsourcing vun eiser Informatik. Europa exportéiert säin onrecycléibaren Plastik an Malaysien, Philippinen etc. Dou gett en dann verbrannt an an Loft ausgestoos... Vu wegen Hypokrésie...

  • Léon am 23.09.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bettel prend l’avion donc il pollue aussi.

  • Brigitte am 23.09.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Der Premierminister kann ja dann, in new York erklären dass man in Luxemburg 1.- Cent und 2.- Cent Akzisen auf den Liter Benzin/Diesel einführt - und stolz darauf ist....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 23.09.2019 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Et ce que le mari de Bettel est du voyage si oui qui paye la facture de son mari !!!!!

  • Patrick W. am 23.09.2019 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Man soll auch den New York'er und der UN, die luxemburgische Idee des TANKTOURISMUS bitte erklären.

  • Gringen am 23.09.2019 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    5 deutsche Minister reisen in 4 fast leeren Maschinen zum Gipfel des Klima und der Uno über den Teich.Die sind doch gar nicht ernst zu nehmen.Lachhaft das Ganze.

  • kaa am 23.09.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    China, Indien etc brengen hir Industrien héich mat onbeschreiwlecher Pollution, ouni Rücksicht op hir eegen Populatiounen. (nozekucken um intl bareme vu der Loftqualitéit). D‘Tragik ass, dat mir an Europa, déi so gär als Klimahelden gelten wöllen, awer net op de bellegen Fummel aus deenen Länner verzichten wöllen. Oder vum bellegen Outsourcing vun eiser Informatik. Europa exportéiert säin onrecycléibaren Plastik an Malaysien, Philippinen etc. Dou gett en dann verbrannt an an Loft ausgestoos... Vu wegen Hypokrésie...

  • Léon am 23.09.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bettel prend l’avion donc il pollue aussi.