Nordkoreas Cheerleader

12. Januar 2018 20:01; Akt: 12.01.2018 20:04 Print

«Armee der Schönheit» soll Image aufpolieren

Für die Olympischen Winterspiele schickt Nordkorea nach zehn Jahren erstmals wieder eine seiner Geheimwaffen ins Ausland: seine Cheerleader.

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Sportliches Tauwetter: Für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang will Nordkorea eine Delegation nach Südkorea schicken: Regierungsvertreter, Sportler, Journalisten und seine Cheerleader, die man im Nachbarland auch «Armee der Schönheit» nennt.

Dass Ri Sol-ju, die Ehefrau des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, einst in dieser Truppe turnte, dürfte deren Bekanntheit zusätzlich gesteigert haben.

100 bis 300 Schönheiten zur Imagepolitur

Den nordkoreanischen Cheerleadern sei in den letzten Jahren eine gewichtige Rolle auf dem diplomatischen Parkett zugekommen, berichtet die BBC.

Immerhin trat die Frauengruppe, die jeweils mit zwischen 100 und 300 Cheerleadern anreiste, seit Ausbruch des Koreakrieges 1950 erst dreimal in Südkorea auf. Der letzte dieser raren Auftritte im Ausland liegt bereits zehn Jahre zurück. Umso mehr peppt der Auftritt jubelnder nordkoreanischer Schönheiten an den diesjährigen Spielen das Image des Landes nach außen auf.

Die Frauen in ihren 20ern werden, wie anderswo auch, aufgrund ihrer Attraktivität ausgesucht. Sie dürfen nicht unter 1,65 Meter groß sein und müssen tanzen und singen können. Daneben zählen in Nordkorea auch «innere Werte»: Die handverlesenen jungen Frauen sollen die Staatsideologie aus Überzeugung vertreten. Strenge Background-Checks stellen sicher, dass sich in ihren Familien auf Jahrzehnte hinaus keine Überläufer oder sonstige «Landesverräter» finden.

Deadline verpasst – IOC drückt Auge zu

Von den Athleten, die Nordkorea ins Nachbarland schicken will, schafften bislang nur die Eiskunstläufer Ryom Tae-ok und Kim Ju-sik die Olympia-Qualifikation für Nordkorea. Allerdings ließ Nordkorea die Meldefrist für die beiden verstreichen. Doch das IOC will ein Auge zudrücken und hat schon vor längerer Zeit angekündigt, das Feld für nordkoreanische Athleten offen zu halten. Ryom und Kim könnten demnach wie auch weitere Sportler in anderen Disziplinen mit einer Wildcard starten.

Die meisten anderen nordkoreanischen Wintersport-Athleten sind wenig bekannt. Überhaupt hat sich das Land an Olympischen Winterspielen bislang kaum hervorgetan, abgesehen von den zwei Medaillen, die es 1946 und 1992 im Speedskating gewann, wie die «New York Times» schreibt.

Südkorea bietet Militär-Dialog an

Olympische Sommerspiele liegen den nordkoreanischen Athleten mehr: Sie nehmen seit 1972 daran teil und haben bislang 54 Medaillen in Disziplinen wie Gewichtheben, Ringen, Gymnastik oder Boxen gewonnen.

Der Ankündigung der nordkoreanischen Teilnahme an den Olympischen Winterspielen folgte wenig später ein Angebot Südkoreas: Es bot seinem Nachbarn einen bilateralen Militär-Dialog an. Dabei gehe es um die Reduktion von Spannungen auf der koreanischen Halbinsel sowie eine Wiederbegegnung von getrennt lebenden koreanischen Familien zum Feiertag des neuen Mondjahres im Februar, wie der südkoreanische Vize-Wiedervereinigungsminister Chun Hae-Sung mitteilte.

Er denke, Nordkorea sollte sich an den Gesprächen in einer ernsthaften und aufrichtigen Weise beteiligen, sagte der nordkoreanische Gesandte Ri Son-gwon. Es solle ein Geschenk für die Koreaner zum neuen Jahr geben: wertvolle Verhandlungsergebnisse.

(L'essentiel/gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz, Koslowski am 14.01.2018 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    da brat mir doch einer einen Storch

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  • Heinz, Koslowski am 14.01.2018 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    da brat mir doch einer einen Storch