Fahrradfahrerin in Virginia

30. Oktober 2017 20:35; Akt: 30.10.2017 20:35 Print

Wem zeigt sie wohl den Mittelfinger?

Eine Fahrradfahrerin macht eine beleidigende Geste, als eine Autokolonne an ihr vorbei rollt. Der Abfahrtsort der Eskorte verrät, wem die Botschaft galt.

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Die Szene ereignete sich am Samstag in Sterling, Virginia: Eine Fahrradfahrerin wird von einer Kolonne schwarzer SUV überholt und streckt den Autos den Mittelfinger entgegen.

Der Abfahrtsort der Wagen verrät den Empfänger, für den die Beleidigung gedacht war: US-Präsident Donald Trump kam von seinem Golfclub am Ufer des Potomac Flusses außerhalb von Washington D.C. «Die Eskorte von POTUS verließ den Trump National Golf Club um 15.12 Uhr und passierte zwei Fußgängerinnen. Eine davon machte das Daumen-runter-Zeichen. Dann überholte die Eskorte eine Fahrradfahrerin in weißem Top und Fahrradhelm, die den Mittelfinger zeigte», hieß es im White House Pool Report. «Als die Kolonne langsamer wurde, holte sie die Fahrradfahrerin ein und zeigte noch einmal den Mittelfinger, bevor sie eine andere Richtung einschlug.»

«Der Präsident verliert nie»

Trump, der gern die Vorliebe seines Vorgängers fürs Golfen anprangerte, verbrachte sein viertes Wochenende in Folge im Trump National Golf Club. Dabei spielte er unter anderem mit den beiden republikanischen Senatoren Rand Paul und Lindsay Graham, die beiden berichteten, gegen Trump verloren zu haben. «Der Präsident verliert nie», sagte Senator Paul später.

Das Foto der Mittelfinger zeigenden Fahrradfahrerin fand seinen Weg schnell in die sozialen Medien, wo viele die Unbekannte als «Heldin» oder als «Präsidentschaftskandidatin 2020» feierten.

Zustimmungsrate im Keller

Trumps Reaktion auf den Mittelfinger ist nicht überliefert. Bestimmt weiß er aber um den neuen Tiefstand seiner Zustimmungswerte: Sie liegen laut einer gestern veröffentlichten «NBC/Wall Street Journal»-Umfrage bei 38 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit Beginn seiner Amtszeit.

Trump dürfte noch ganz andere Sorgen haben: Die Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Affäre haben nach einem Bericht des Senders CNN zu ersten Anklagen geführt. Demnach wurden sie von einer Grand Jury (Anklagekammer) beschlossen und einem Gericht zugeleitet, blieben aber noch versiegelt.

Über die Zahl der Beschuldigten und ihre Identität wurde vor diesem Hintergrund zunächst nichts bekannt. CNN zufolge könnte es bereits am Montag zu Festnahmen kommen. Der Sender beruft sich dabei auf «unterrichtete Kreise». Der US-Präsident reagierte darauf wie gewohnt mit einer Reihe wütender Tweets.

Russland wird aktive Beeinflussung der US-Wahl im vergangenen November vorgeworfen. Mueller untersucht, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit dem Trump-Wahlkampflager gegeben und dieser sich später der Rechtsbehinderung schuldig gemacht hat.

(L'essentiel/gux)

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