Vorwand für Einmarsch

14. Januar 2022 21:01; Akt: 14.01.2022 21:16 Print

USA unterstellt Russland Sabotage-​​Pläne

Die USA sehen russische Drohungen und Ultimaten zu Nato-Erweiterung und Ukraine-Krise als Teil einer Kampagne, einen Vorwand für eine Invasion des Nachbarlandes zu konstruieren.

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Die US-Regierung hat Russland vorgeworfen, einen Vorwand für einen möglichen Einmarsch in die Ukraine zu schaffen. «Wir haben Informationen, die darauf hindeuten, dass Russland bereits eine Gruppe von Agenten aufgestellt hat, um eine Operation unter falscher Flagge im Osten der Ukraine durchzuführen», sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag.

Diese Agenten seien in «urbaner Kriegsführung» und im Umgang mit Sprengstoff geschult, um Sabotageakte gegen Vertreter Russlands durchzuführen. Die Informationen deuteten darauf hin, dass diese außerdem damit beginnen würden, in staatlichen und sozialen Medien «Provokationen zu fabrizieren», um eine russische Intervention zu rechtfertigen und Spaltungen in der Ukraine zu säen, so Psaki weiter.

Die russischen Streitkräfte würden planen, mit diesen Aktivitäten einige Wochen vor einem militärischen Einmarsch zu beginnen, der «zwischen Mitte Januar und Mitte Februar» starten könnte, sagte ein US-Regierungsvertreter.

Russischsprachige Posts auf Social Media um 200 Prozent gestiegen

Russische Beamte würden Erzählungen über die Verschlechterung der Menschenrechtslage in der Ukraine und die zunehmende Militanz ukrainischer Führer verbreiten. «Dies alles ist die Verbreitung von Fehlinformationen», sagte Psaki. «In diesen Medienberichten wird auch der Westen für die Eskalation der Spannungen verantwortlich gemacht, und es wird auf humanitäre Probleme in der Ukraine hingewiesen, die durch ein russisches Eingreifen gelöst werden könnten. Und es wird für den russischen Patriotismus geworben, um die Unterstützung des Landes für militärische Maßnahmen zu fördern.» Die Anzahl entsprechender russischsprachiger Beiträge in sozialen Medien mit diesen Inhalten sei im Dezember um 200 Prozent gestiegen.

Psaki und der Sprecher des Pentagons, John Kirby, betonten, man habe dieses Vorgehen Russlands bereits im Jahr 2014 bei der Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim gesehen. «Wir sind uns dessen bewusst und wir sehen, was sie tun», sagte Kirby. «Ich werde mich nicht zur Art der spezifischen Geheimdienstinformationen äußern, außer dass ich unser Vertrauen in sie bekräftige.»

Die Spannungen im Ukraine-Konflikt hatten zuletzt stark zugenommen. Diese Woche gab es deshalb auf verschiedenen Ebenen Gespräche. Am Mittwoch berieten die 30 Nato-Staaten und Russland erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder miteinander. Darüber hinaus gab es am Donnerstag eine Sitzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Bereits am Montag hatten sich Vertreter Russlands und der USA in Genf getroffen.

(L'essentiel/DPA/kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JP am 15.01.2022 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und die usa kennen sich aus, wenn es um vorwände für eine invasion geht.

  • Sam 123 am 17.01.2022 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Das errinnert mich an die US Geheimdiensterkenntnisse als der Irakkrieg bei der Bevölkerung angekündigt wurde! Wenn die USA fertig ist mit ihren Provokationen, und es kommt zu bewaffneten Auseinandersetzungen, dann haben wir noch ein paar hunderttausend Flüchtlinge mehr in Europa! Warum wehren sich unsere Politiker nicht gegen diese Hegemonie der USA? Wir Bürger werden alle für Blöd verkauft! Aber merket: dem Bürger seine Schuld besteht darin solche Politiker zu wählen, und sie in ihrer Politik zu unterstützen!

  • 43 a Mei am 15.01.2022 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann dei esou weidermachen dann knuppt et geschwenn a mir Europäer sin de leidtragenden Puffer....

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  • Sam 123 am 17.01.2022 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Das errinnert mich an die US Geheimdiensterkenntnisse als der Irakkrieg bei der Bevölkerung angekündigt wurde! Wenn die USA fertig ist mit ihren Provokationen, und es kommt zu bewaffneten Auseinandersetzungen, dann haben wir noch ein paar hunderttausend Flüchtlinge mehr in Europa! Warum wehren sich unsere Politiker nicht gegen diese Hegemonie der USA? Wir Bürger werden alle für Blöd verkauft! Aber merket: dem Bürger seine Schuld besteht darin solche Politiker zu wählen, und sie in ihrer Politik zu unterstützen!

  • JP am 15.01.2022 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und die usa kennen sich aus, wenn es um vorwände für eine invasion geht.

  • 43 a Mei am 15.01.2022 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann dei esou weidermachen dann knuppt et geschwenn a mir Europäer sin de leidtragenden Puffer....