Schutz vor Corona

21. Mai 2020 17:31; Akt: 21.05.2020 19:39 Print

Mann wird via Zoom zum Tode verurteilt

Ein Drogendealer wurde in Singapur zum Tode verurteilt. Damit sich niemand mit dem Coronavirus ansteckt, fand das Verfahren via Zoom-Konferenz statt.

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Ein Gericht in Singapur hat einen 37-jährigen Drogendealer zum Tode verurteilt. Weil wegen der Coronavirus-Pandemie sämtliche Gerichtsverfahren seit Anfang April im Homeoffice durchgeführt werden, wurde Punithan Genasan in einer Zoom-Videokonferenz zur Hinrichtung durch den Strang verurteilt. Wie The Guardian berichtet, ist es das erste Mal, dass die Justiz in Singapur eine Todesstrafe virtuell verhängt hat.

Der Malaysier war im Jahr 2011 wegen des Schmuggels von 28,5 Kilo Heroin verhaftet worden. Laut Anklage wurden bei Genasan keine Drogen gefunden, er soll jedoch zwei Kuriere angeheuert haben, um das Heroin von Malaysia nach Singapur zu transportieren. Im Prozess beteuerte Genasan seine Unschuld.

Menschenrechtsorganisation kritisiert Verfahren

Menschenrechtsaktivisten bezeichneten die Entscheidung, den Angeklagten via Zoom über seine Strafe zu informieren, herzlos. Es zeige einmal mehr, dass Singapur weiterhin gegen internationales Recht und Standards verstößt, indem es die Todesstrafe für Drogenhandel verhängt, sagte Chiara Sangiorgio von der Organisation Human Rights Watch's Asia (HRW).

Außerdem werfe die virtuelle Verurteilung ernsthafte Bedenken auf, sagte Phil Robertson, Direktor von HRW. Warum es die Justiz in Singapur plötzlich so eilig hatte, diesen Fall über Zoom abzuschließen, sei einer der vielen Fragen. Zumal die Mehrheit der Gerichtsverhandlungen in Singapur bis mindestens zum 1. Juni vertagt wurden.

Robertson befürchtet, dass dadurch in diesem Fall sowie in anderen, zu falschen Verurteilungen kommen könnte. Genasans Anwalt, Peter Fernando, sagte, sein Mandant erwäge eine Berufung.
Singapur hat eine Null-Toleranz-Politik für illegale Drogen. 2018 wurden 13 Menschen hingerichtet.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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