Zölibat

13. Januar 2020 08:38; Akt: 13.01.2020 09:00 Print

Vorgänger redet Papst Franziskus ins Gewissen

Eigentlich sollte der frühere Papst Benedikt schweigen. Doch wenn es um das Zölibat geht, kann er scheinbar nicht anders.

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Der frühere Papst Benedikt XVI. hat an seinen Nachfolger Franziskus appelliert, das Eheverbot für Priester nicht zu lockern. «Ich kann nicht still bleiben», schreibt Benedikt zum Zölibat in einem mit dem erzkonservativen Kardinal Robert Sarah verfassten Buch. Aus dem Werk veröffentlichte die französische Zeitung Le Figaro am Sonntag vorab Auszüge. Vatikan-Experten reagierten verblüfft darauf, dass Benedikt öffentlich Stellung zu Angelegenheiten seines Nachfolgers bezieht.

Der Experte Iacopo Scaramuzzi etwa schrieb am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter, die Kohabitation von früherem und derzeitigem Papst sei schwierig, wenn der Amtsvorgänger sein Versprechen nicht einhalte, «sich zu verbergen und zu gehorchen».

Lockerung wegen Personalmangels

Benedikt und Kardinal Sarah warnen in dem Buch, dass sich die katholische Kirche nicht von «schlechten Einlassungen, Theatralik, diabolischen Lügen und im Trend liegenden Irrtümern» beeinflussen lassen dürfe, «welche den priesterlichen Zölibat entwerten wollen». Sie warnen auch, dass Priester durch die «ständige Infragestellung» des Zölibats verwirrt würden.

Franziskus prüft derzeit, ob in entlegenen Weltgegenden wie etwa bestimmten Gebieten des Amazonas, in denen es einen Mangel an Priestern gibt, den Geistlichen die Ehe erlaubt werden soll. Es wird erwartet, dass er seinen Entscheid in den kommenden Wochen verkündet. Bei einer Amazonas-Synode im Oktober in Rom hatten Bischöfe den Papst aufgerufen, in der Amazonasregion das Priesteramt für verheiratete Männer zu öffnen.

Einfache Erklärung

Der 92-jährige Benedikt argumentiert aber laut Figaro in dem Buch, dass die Ehe «den Mann in seiner Gesamtheit betrifft» - da das Priesteramt ebenfalls die Gesamtheit des Mannes beanspruche, «scheint es nicht möglich, beiden Berufungen gleichzeitig nachzugehen».

Benedikt war im Jahr 2013 als Oberhaupt der katholischen Kirche zurückgetreten. Er war der erste Papst seit dem Mittelalter, der zurücktrat.

(L'essentiel/roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Benjamin am 13.01.2020 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Katholiken? Gibt es den Klub überhaupt noch?

  • Tréis am 13.01.2020 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zölibat as vun Menschen agefouert gin. Mir wessen jo waat doraus erfier geet. Ofschaafen as daat eenzech richtegt.et geet géint Natur vum Mensch. de Jesus war jo och bestuet mam Maria Magdalena

    einklappen einklappen
  • P. Pong am 13.01.2020 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Virun 1139 gouf et keen "Zölibat". All daat Gelaaberts virwaat mir esou eppes brauchen as Kaabes.

Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 15.01.2020 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haaptsach weider Kanner mëssbrauchen

  • loshein am 14.01.2020 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu Avignon ass nach Plaz fir en zweete Pobst, et wär jo net déi éischte Kéier.

  • John Doe am 14.01.2020 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    D‘Zölibat gëtt et u ville reliéise Kulturen – wou déi Praktik awer nëmmen vir eng ganz kleng Grupp gelt déi dann och iergendwou (meeschtens an der Natur) eleng liewen. Et ass allerdéngs zu engem groussen Deel de „kathoulesche Club“ (deen näischt anescht ass wei de Nofolger vun réimeschen Imperium (no Konstantin „in hoc signo vinces“ recherchéieren w.e.g.), deen alles ëmgedréint huet a soumat de Konträr mécht vun deem de Jesus geschwat hat (an Aarmut liewen z.B.).

  • Niemand am 13.01.2020 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ekelhaft und traurig fällt mir da ein . . .

  • Ady am 13.01.2020 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Watt hunn déi zwee Himmelskomiker an hierem jonken Alter nach fir Problemer.