Puerto Rico

25. Oktober 2017 20:19; Akt: 26.10.2017 07:04 Print

2-​​Mann-​​Firma erhält 300-​​Millionen-​​Auftrag

Um die Stromversorgung in Puerto Rico wieder aufzubauen, erhält eine kleine Firma aus Montana den Zuschlag. Deren Hauptinvestor ist ein Wahlkampfspender Donald Trumps.

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Hurrikan Maria richtete im September im US-Außengebiet Puerto Rico verheerende Schäden an: 16 Personen starben, auch Wochen nach dem Sturm haben die meisten der 3,4 Millionen Einwohner keinen Strom. Zumindest dieses Problem soll nun angepackt werden: Das Unternehmen Whitefish Energy hat vergangene Woche einen Vertrag über 300 Millionen Dollar unterzeichnet, um das Stromnetz auf Puerto Rico wieder aufzubauen.

So fegte Maria über Puerto Rico. (Video: Tamedia/AFP/Storyful)

Nur: Die Firma ist erst zwei Jahre alt und hatte vor wenigen Wochen nur zwei Vollzeitangestellte. «Absolut empörend», findet das etwa Eduardo Bhatia, ein Oppositionspolitiker aus Puerto Rico, laut der «New York Times». «Auf welcher Grundlage hat diese Firma den Vertrag erhalten?» Auch Susan Tierney, ehemals hohe Beamte im US-Energieministerium, sagt zur «Washington Post»: «Es gibt so viele Energieversorger mit Erfahrung in diesem Bereich und einer langen Tradition der gegenseitigen Hilfe. Es ist zumindest seltsam, dass der Auftrag stattdessen an Whitefish ging.»

Hauptinvestor ist Wahlkampfspender von Trump

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Whitefish, Montana – der Heimatstadt des US-Innenministers Ryan Zinke. Er kenne Andy Techmanski, den CEO von Whitefish Energy. Aber nur, weil es eine kleine Stadt sei, in der «jeder jeden kennt». Zinke habe bei der Vergabe des Vertrags keine Rolle gespielt. Techmanski sagt, der Zuschlag habe aus Gesprächen zwischen ihm und dem puerto-ricanischen Energieversorger Prepa resultiert.

Hauptinvestor von Techmanskis Firma ist Joe Colonnetta, ein Großspender der Wahlkampagne von Donald Trump. Ein Whitefish-Sprecher wies Vorwürfe zurück, das sei für die Vergabe des Großauftrags ausschlaggebend gewesen. Solche Gerüchte hätten keinerlei Grundlage. Auch der Prepa-Chef Ricardo Ramos sagte: «Die Zweifel an Whitefish sind völlig gegenstandslos.» Die Firma sei als erste in Puerto Rico angekommen und habe die Vertragsbedingungen akzeptiert.

Viele Arbeiter als Subunternehmer angestellt

Der Kongressausschuss für natürliche Ressourcen wolle den Vertrag und seine Entstehung prüfen, so Sprecher Parish Braden am Dienstag. Dafür sollen Mitglieder des Ausschusses nach Puerto Rico reisen. Auch die demokratische Senatorin Maria Cantwell will von der Regierung Antworten über die Hintergründe des Auftrags. Sie hat eine Anfrage gestartet.

Seit dem 26. September arbeitet das Energieunternehmen am Wiederaufbau des Stromnetzes. 300 Arbeiter seien mittlerweile auf der Insel, viele davon als Subunternehmer angestellt, teilt die Firma mit. Weitere 700 würden derzeit aufgeboten.

Und weiter: «Seite an Seite mit Ingenieuren der Prepa hat Whitefish Energy schon mehrere Meilen von wichtigen Übermittlungs- und Verteilungsleitungen repariert.» In wenigen Tagen würden mehrere Städte wieder ans Stromnetz angeschlossen.

(L'essentiel/nk/afp)

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