Venezuela

04. Oktober 2017 16:27; Akt: 05.10.2017 13:03 Print

Frauen müssen im Wartesaal gebären

Das Bild von zwei Schwangeren, die im Gang eines Krankenhauses gebären, veranschaulicht das kollabierte Gesundheitswesen in Venezuela. Die Behörden rechtfertigen sich.

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Auf sozialen Plattformen sind Bilder von hochschwangeren Frauen veröffentlicht worden, die in einem Krankenhaus in Venezuela nackt auf Bänken in den Wehen liegen. Die Patientinnen wurden in einem Wartesaal des staatlichen Krankenhauses Pastor Oropeza in der Ortschaft Barquisimeto behandelt, weil es offenbar nicht genügend freie Kreisssäle gab.

Die Krankenhausleitung erklärte auf Twitter, dass es vergangenes Wochenende zu einem Engpass gekommen sei, nachdem das benachbarte Krankenhaus Antonio Pineda in Barquisimeto von der Wasserversorgung abgeschnitten worden war. Die gebärenden Frauen seien darum ins Pastor Oropeza überführt worden. Man habe in den letzten Tagen 120 Schwangere behandelt, obwohl das Krankenhaus nur Entbindungsstationen für 25 Patientinnen hat, sagte Ernesto Villegas, Kommunikationsminister im Kabinett von Präsident Nicolás Maduro.

Politiker auf beiden Seiten rechtfertigen sich

Beim Krankenhaus Antonio Pinedo lautet die Version etwas anders: Es stimme schon, dass das Krankenhaus kein Wasser gehabt habe, aber die Verantwortung dafür trage die Regierung in Caracas: Nachdem der Strom mehrmals ausgefallen sei, sei die Wasserbombe kaputtgegangen, sagte der Gesundheitsdirektor Ruy Medina im Bundesstaat Lara zur Zeitung «El Nacional». Medina gehört der Oppositionspartei Mesa de Unidad Democratica (kurz MUD) an.

Auch wenn die Politiker von rechts und links den Vorfall rechtfertigen wollen: Es ist eine Tatsache, dass das Gesundheitssystem in Venezuela schon länger mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. So soll eine Umfrage unter den staatlichen Krankenhäusern aufgedeckt haben, dass 94 Prozent aller Krankenhäuser keine Tomographien mehr anbieten können. 89 Prozent der Krankenhäuser haben keine funktionierenden Röntgengeräte mehr, 71 Prozent keine Ultraschallgeräte. Zudem seien 51 Prozent aller Operationssäle nicht funktionstüchtig. 64 Prozent der Krankenhäuser mussten wegen der Lebensmittelknappheit ihre Küchen schließen.

(L'essentiel/kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kotzwürger am 05.10.2017 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Et ass schlëmm, dat Déieren vun de Menschen als preiswert Objekter fir hier Befriddegung an Begierde schlecht behandelt gin! Dat Fraen och behandelt gin, wéih trächtëg Sei ass nei a weist op d'Krankheet vum Menschegehier hin!!! ... Ass d' Mënschheet nach ze retten, wann d'Nokommen ënner sou Zoustänn an déih älle Welt gesat gin???!!! ... eng krank Welt ënner der Leedung vun grausamen mördereschen egoistëschen patriarchalen Diktatoren, déih 0 Respekt hun firum Liëwen, firun de Fraën an firan Aneschtdenkenden! ...

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  • Kotzwürger am 05.10.2017 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Et ass schlëmm, dat Déieren vun de Menschen als preiswert Objekter fir hier Befriddegung an Begierde schlecht behandelt gin! Dat Fraen och behandelt gin, wéih trächtëg Sei ass nei a weist op d'Krankheet vum Menschegehier hin!!! ... Ass d' Mënschheet nach ze retten, wann d'Nokommen ënner sou Zoustänn an déih älle Welt gesat gin???!!! ... eng krank Welt ënner der Leedung vun grausamen mördereschen egoistëschen patriarchalen Diktatoren, déih 0 Respekt hun firum Liëwen, firun de Fraën an firan Aneschtdenkenden! ...