Crowdfunding

14. November 2017 14:57; Akt: 14.11.2017 14:57 Print

71.000 Dollar für den Mittelfinger gegen Trump

Juli Briskman zeigte dem US-Präsidenten den Mittelfinger. Die alleinerziehende Mutter wurde deswegen fristlos entlassen. Das hat viele Sympathisanten auf den Plan gerufen.

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Juli Briskman hat sich viele Feinde gemacht, seit ein Foto von ihr Schlagzeilen machte: Sie zeigte dem Fahrzeugtross des US-Präsidenten den Mittelfinger, als dieser an ihr vorbeifuhr. Seither wünschen ihr viele Social-Media-User alles Schlechte dieser Welt.

Doch die Protestgeste brachte ihr auch eine Menge Unterstützer und Bewunderer ein: Sie richteten die Crowdfunding-Seite «Thank you Juli Briskman» ein, die bis dato über 71.000 Dollar für Briskman eingenommen hat.

Denn die Folgen für die 50-jährige, alleinerziehende Mutter zweier Teenager waren schwerwiegend: Nachdem sie das Foto, das ein Pressefotograf geschossen hatte, auf Facebook stellte, entließ sie ihr Arbeitgeber – die staatsnahe Firma Akima – fristlos. «Dies, obwohl ich die Geste in meiner Freizeit machte», so Briskman. Aus ihrem Facebook-Profil sei auch nicht ersichtlich geworden, für wen sie arbeitete, sodass man sie mit der Firma gar nicht hätte in Verbindung bringen können.

«F***ing Libtard A**hole»

«Sie sagten zu mir: ‹Sie können nicht solche unanständige Gesten auf Ihren Social-Media-Kanälen haben. Darum trennen wir uns von Ihnen›», sagte Briskman. Komisch findet sie, dass der Direktor von Akima sich wenige Monate zuvor auf Facebook selbst im Ton vergriffen hatte, als er jemanden als «F***ing Libtard A**hole» (in etwa: Sch*** liberales A****loch)» bezeichnete.

Das aber sei ohne Konsequenzen geblieben, der Post des Akima-Direktors, der sich auf Facebook auch als solcher ausgab, wurde später klammheimlich gelöscht.

Klage gegen Firma geplant

Briskman will das Unternehmen nun verklagen, der gelöschte Facebook-Post des Direktors dürfte ihre Argumentation in einem möglichen Rechtsstreit stärken. Akima hat sich bislang nicht mehr zu dem Fall geäußert.

Was hatte Briskman getrieben, dem Präsidenten der USA den Mittelfinger zu zeigen? Der «Washington Times» sagte die 50-Jährige, die sich nicht als politische Aktivistin sieht: «Er fuhr an mir vorbei und mein Blut begann zu kochen. Kinder von illegal Eingewanderten werden ausgeschafft, Obamacare wird abgeschafft und in Puerto Rico hat nur ein Drittel der Bevölkerung Strom. Aber Trump hat Zeit, um wieder zu seinem verdammten Golfplatz zu fahren.»

Die Geste sei ihre einzige Möglichkeit gewesen, in diesem Moment ihre Meinung und ihr Missfallen an der Politik des US-Präsidenten zu äußern.

(L'essentiel/gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Niemand am 15.11.2017 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    71.000$ Strafe für ein Stinkefinger,wie lächerlich. Nicht einmal ein Täter/Einbrecher bekommt eine solche hohe Geldbuße.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Niemand am 15.11.2017 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    71.000$ Strafe für ein Stinkefinger,wie lächerlich. Nicht einmal ein Täter/Einbrecher bekommt eine solche hohe Geldbuße.