Volkskongress

22. Mai 2020 07:46; Akt: 22.05.2020 08:33 Print

China will Handel mit Wildtieren streng bestrafen

Das neuartige Coronavirus hatte sich Ende 2019 auf einem Markt in Wuhan ausgebreitet. Jetzt will China Maßnahmen ergreifen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

China will die illegale Jagd und den Handel mit Wildtieren streng bestrafen. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten Arbeitsbericht der Regierung für die jährliche Sitzung des Nationalen Volkskongresses in Peking hervor. Damit solle ein Verbot umgesetzt werden, das im Januar als Folge des Coronavirus-Ausbruchs verhängt wurde.

Das neuartige Virus hatte sich Ende 2019 auf einem Markt in Wuhan ausgebreitet, auf dem Wildtiere wie Fledermäuse und Schuppentiere verkauft wurden. Von solchen Tieren könnte sich das Virus auf Menschen übertragen haben. Wuhan, Shanghai und andere Großstädte haben den Verzehr von Wildtieren bereits verboten. Mehrere Provinzen haben zudem Pläne zur Eindämmung von Jagd, Zucht und Handel verabschiedet.

Der Ministerpräsident verteidigte den Umgang Chinas mit dem Virus. Es habe eine «offene, transparente und verantwortliche Haltung» in der internationalen Kooperation eingenommen und «rechtzeitig» Informationen zur Verfügung gestellt. Er reagierte damit auf Vorwürfe besonders von US-Präsident Donald Trump, den Ausbruch anfangs vertuscht, nicht ausreichend kooperiert und damit zur starken Ausbreitung des Virus weltweit beigetragen zu haben.

«Außergewöhnliche Maßnahmen»

Mit zusätzlichen Milliardenausgaben und neuen Schulden will Chinas Regierung zudem gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ankämpfen. Das kündigte Premierminister Li Keqiang an. Vorgesehen ist demnach die zusätzliche Ausgabe von Staatsanleihen im Wert von einer Billionen Yuan (rund 128 Milliarden Euro), mit denen die Wirtschaft neuen Schwung erhalten soll.

Zur Finanzierung neuer Infrastruktur soll zusätzlich der Umfang regionaler ausgegebener Anleihen von 2,15 auf 3,75 Billionen Yuan im Vergleich zum Vorjahr erhöht werden. Das Haushaltsdefizit der Regierung wird laut dem Plan von 2,8 auf 3,6 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen.

«Dies sind außergewöhnliche Maßnahmen für ungewöhnliche Zeiten», rechtfertigte Regierungschef Li Keqiang die zusätzlichen Ausgaben. Laut Regierungsbericht müsse auch sichergestellt werden, dass kleine- und mittelgroße Firmen einen signifikant besseren Zugang zu Krediten erhalten und die Finanzierungskosten sinken. Weitere Abgaben- und Steuersenkungen im Umfang von 500 Milliarden Yuan seien geplant.

Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet

Die Arbeitslosigkeit dürfte dennoch steigen. Nach einem Ziel für die städtische Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent im vergangenen Jahr, wurde nun ein Ziel von 6 Prozent ausgegeben. Statt elf Millionen sollen nur noch neun Millionen Jobs geschaffen werden.

«Gegenwärtig und in der näheren Zukunft wird China vor Herausforderungen stehen wie nie zuvor», schwor Li Keqiang die Delegierten am Freitag ein. China verfüge jedoch über eine «starke wirtschaftliche Grundlage», ein «enormes Marktpotenzial und Hunderte Millionen intelligenter und fleißiger Menschen». Auch dank der starken Wachstumsimpulse werde China die Herausforderungen zweifellos bewältigen können.

(L'essentiel/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anne Boleyn am 23.05.2020 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer‘s glaubt

  • kaa am 22.05.2020 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    op you tube den interview vum Jane Goodall sichen! erklärt villes... oder dem Yann Arthus Bertrand säin coup de gueule iwwert chinesech Wilderei an Afrika, op der franz télé sichen. Erklärt ganz villes.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anne Boleyn am 23.05.2020 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer‘s glaubt

  • kaa am 22.05.2020 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    op you tube den interview vum Jane Goodall sichen! erklärt villes... oder dem Yann Arthus Bertrand säin coup de gueule iwwert chinesech Wilderei an Afrika, op der franz télé sichen. Erklärt ganz villes.