Bannon im TV-Interview

13. September 2017 11:18; Akt: 13.09.2017 11:19 Print

Diese roten Augen können doch kein Zufall sein!

Trumps Ex-Chefstratege Steve Bannon tritt im legendären Interview-Format «60 Minutes» auf. Besonders auffällig: das doppelte Hemd und die blutunterlaufenen Augen.

Der Fotograf Peter Duke erklärt, warum Steve Bannons Gesichtsfarbe im Interview manipuliert wurde.

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Der Vordenker der rechtsnationalen Trump-Revolution hat sein Büro seit bald einem Monat nicht mehr im Weißen Haus. Dennoch können Amerikas Medien von Steve Bannon nicht genug bekommen. Sein erstes Fernsehinterview in der legendären Talksendung «60 Minutes» vom Sonntagabend hallt tagelang nach – nicht nur wegen kontroverser Aussagen.

Scharfen Beobachtern fielen die blutunterlaufenen Augenränder Steve Bannons auf. Zusammen mit den auffällig roten Strichlippen lassen die Augen den grauhaarigen 63-Jährigen wie einen verkaterten Alkoholiker aussehen.

Absichtlich hässlich gemacht?

Das sei womöglich beabsichtigt, argwöhnt der Fotograf Peter Duke. «Ich habe Steve Bannon getroffen und ich weiß, wie er aussieht», sagt Duke in einem Youtube-Video (oben). «Er ist irisch und hat eine bleiche Haut. Aber er hat keine betont roten Ränder um die Augen. So sieht er im wirklichen Leben nicht aus.»

Nach Dukes Überzeugung haben die Produzenten von CBS Bannons unvorteilhaften Look mit Bildbearbeitungssoftware erzeugt. Um die These auszutesten, veränderte er bei Standbildern aus dem Video die Sattheit der Farben. Und prompt erscheint Bannon neutraler, ähnlich wie sein Interviewer Charlie Rose. Erhöht er bei diesem die Farbsättigung, wirkt plötzlich der TV-Mann übernächtigt. Unterschiedliche Tönungen stellt die Software auch bei den Farben von Vorhängen im Hintergrund her.

Trump-Fans loben

Peter Dukes Video machte die Runde auf konservativen Websites. Matt Drudge verlinkte es, und Ann Coulter lobte es auf Twitter:

Falls sie ihn zum rotäugigen Monster machen wollten, folgten die CBS-Produzenten der Vorgabe von Komödianten und Spätabend-Talkern. Am weitesten trieben die Satiriker von «Saturday Night Live» Bannons Dämonisierung, als sie ihn als Sensenmann mit Totenkopf unter schwarzer Kutte auftreten ließen, zuletzt im August:

Bannons visuelle Karikatur als verkaterter Trunkenbold könnte ebenfalls von Talksendungen inspiriert sein. Steven Colbert verspottete den Ex-Strategen einmal als «bestaussehenden Kerl im Spirituosenladen».

Kragen über Kragen

Der oft schlecht frisierte und ungepflegt aussehende Berater kleidet sich nämlich entsprechend. Wie schon früher im Februar und April trug Bannon am Sonntag Kragen über Kragen: Unter einem schwarzen Sakko hatte er ein schwarzes Polo unter einem schwarzen Hemd an:

«Wir sind große Fans des Johnny-Cash-Stils von Schwarz über Schwarz», schreibt das Herrenmagazin «GQ». «Dies ist aber nicht, wie man es tun sollte.» Die Moderegel: «Man soll immer nur ein Hemd mit Kragen tragen.» Der «Guardian» nennt Bannons Hemdeninflation einen «Blätterteig schwarzer Klamotten, ohne den Genuss und die Vanillecreme».

Selbstverständlich haben sich TV-Witzbolde auch schon der multiplen Kragen angenommen. In seinem Startmonolog photoshoppt Jimmy Fallon Bannons Gesicht in immer zahlreichere Kleiderkragen:

Im Vergleich mit den roten Augenrändern und der Kragenmanie haben Bannons brisante Ideen in der Popkultur keine Chance. Im Interview bezeichnete er Hillary Clinton als dumm, rügte Trumps Entlassung des FBI-Chefs als «größten Fehler der modernen Politgeschichte» und kündigte eine Offensive gegen renitente Republikaner im US-Kongress an. Den TV-Spöttern ist daran nur eines wichtig: Bannon bleibt ihnen erhalten.

(L'essentiel/sut)

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