Bei Erdogan-Besuch

08. April 2021 10:20; Akt: 08.04.2021 10:25 Print

Erdogan bietet von der Leyen keinen Sitzplatz an

Der türkische Präsident brüskierte die EU-Kommissionspräsidentin am Dienstag, indem er ihr bei einem offiziellen Besuch keinen Sitzplatz anbot.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan empfing am Dienstag EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu einem offiziellen Besuch. Mehr als das Treffen selbst gab aber der Foto-Termin zu reden.

Erdogan hatte nur zwei Stühle bereitgestellt – und auf diesen nahmen Charles Michel und er selbst Platz. Für Ursula von der Leyen hingegen war kein Platz vorgesehen. Die deutsche Spitzenpolitikerin, immerhin Vorgesetzte des gesamten EU-Verwaltungsapparats, war sichtlich irritiert. Sie verwarf die Hände und äußerte ein gut hörbares «Ähm». Danach arrangierte sie sich mit der Situation: Es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich auf ein Sofa zur Seite von Erdogan und Michel zu setzen.

«Das ist beschämend»

Die Szene sorgte für Empörung in Politik- und Diplomatie-Kreisen. Besonders stoßend finden Beobachter, dass es zwei Männer sind, die sitzen und in die Kameras schauen dürfen, während die Frau ausgebootet und fernab der Aufmerksamkeit daneben Platz nehmen muss.

Die Interpretation, dass Erdogan bewusst darauf verzichtet habe, Ursula von der Leyen einen Stuhl anzubieten, wird zusätzlich genährt durch die Tatsache, dass Erdogan Ende März verkündete, aus der Istanbul-Konvention austreten zu wollen. Diese hat das Ziel, Frauen vor Gewalt zu schützen.

Auf Twitter machen sich Politiker und Politikerinnen unter dem Hashtag #GiveHerASeat Luft. So schreibt Iratxe Garcìa Lopez, die Fraktionschefin der Sozialdemokratinnen im EU-Parlament: «Zuerst ziehen sie sich aus der Instanbul-Konvention zurück. Dann geben Sie der EU-Kommissionspräsidentin keinen Stuhl. Das ist beschämend.»

Und der Grünen-Politiker Sergey Lagondinsky kommentierte von der Leyens ratloses «Ähm» mit: «Ähm› sollte der neue Begriff für die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland sein.»

Bei früheren Treffen drei Stühle

Die türkische Regierung richtete aus, man habe niemandem schaden wollen. In der Kritik steht aber auch EU-Ratspräsident Charles Michel. Er hätte die Geistesgegenwart haben und seinen Stuhl von der Leyen anbieten müssen, monieren Kritikerinnen und Kritiker. Sein Beraterstab verteidigt das Vorgehen. Die Sitzzuweisung habe dem Protokoll entsprochen, argumentierte das Team von Michel nach der Rückkehr nach Brüssel, wie «Politico» schreibt.

Beim Treffen habe es sich formell gesehen um einen Austausch zwischen dem türkischen Präsidenten und dem EU-Ratspräsidenten gehandelt. Von der Leyen und Vertreter der türkischen Exekutive hätten daran bloß teilgenommen. Bilder von früheren Treffen zwischen Erdogan und den damaligen EU-Ratspräsidenten Donald Tusk und EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker zeigen allerdings, dass man damals durchaus fähig war, drei Stühle aufzustellen:

Wichtiges Detail: Das Treffen zwischen Erdogan, Michel und von der Leyen wurde vom türkischen Beraterstab des Präsidenten und vom Stab des EU-Ratspräsidenten Michel geplant. Der Beraterstab von von der Leyen blieb aus Pandemie-Gründen in Brüssel zurück, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet.

(L'essentiel/Reto Heimann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elite-Politiker am 08.04.2021 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    lassen sich von Erdogan am "Nasenring" vorführen" u. "belohnen" dass mit zusätzlichen "Millionen-Zahlungen"! Fazit "Unfähige Politiker im Clownkostüm"!

  • Yes am 08.04.2021 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es steht außer Frage das die Türkei mit dieser Einstellung nichts in der EU zu suchen hat ! @ jimbo @ Arm habt ihr auch so eine Einstellung gegenüber euren Frauen ?

  • Arm am 08.04.2021 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flinten Uschi wollte ja dahin und da sie sowieso die Frauenrechte abgeschafft haben in der Türkei braucht sie sich nicht zu wundern hatte noch Glück dass sie nicht auf dem Boden sitzen müsste

Die neusten Leser-Kommentare

  • Arm am 09.04.2021 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @yes Der lesen kann ist klar im Vorteil

  • Yes am 08.04.2021 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es steht außer Frage das die Türkei mit dieser Einstellung nichts in der EU zu suchen hat ! @ jimbo @ Arm habt ihr auch so eine Einstellung gegenüber euren Frauen ?

  • Elite-Politiker am 08.04.2021 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    lassen sich von Erdogan am "Nasenring" vorführen" u. "belohnen" dass mit zusätzlichen "Millionen-Zahlungen"! Fazit "Unfähige Politiker im Clownkostüm"!

  • jimbo am 08.04.2021 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vläit ass et jo och einfach nemmen frouh, dass et als Fra iwwerhaapt dierft am selwechte Raum setzen….

  • Arm am 08.04.2021 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flinten Uschi wollte ja dahin und da sie sowieso die Frauenrechte abgeschafft haben in der Türkei braucht sie sich nicht zu wundern hatte noch Glück dass sie nicht auf dem Boden sitzen müsste