Militärschläge in Syrien

15. April 2018 18:43; Akt: 15.04.2018 18:47 Print

«Assad wird Bomben als Sieg verkaufen»

Nach den Militärschlägen gegen Syrien setzt Frankreich auf Diplomatie. Ein Nahost-Experte Vicken Cheterian hält diesen Weg für Zeitverschwendung.

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Wird der Westen seine Militärschläge fortsetzen?

Das ist schwer zu sagen. Im Moment sieht es nicht so aus. Die begrenzten Militärschläge scheinen das zu sein, was Washington, Paris und London als adäquate Antwort auf den Giftgasangriff in Duma ansehen.

Wie werden Assad und Putin jetzt reagieren?

Die Reaktion wird vor allem eine mediale sein. Syriens Machthaber Bashar al-Assad und Russlands Präsident Wladimir Putin werden über Mediendeklarationen verkünden, dass die Militärschläge ineffizient waren, dass viele westliche Raketen abgeschossen wurden und dass der Angriff sein Ziel verfehlt hat. Russland fürchtete ursprünglich, dass der US-Angriff direkt oder indirekt auch eigenes Militär in Syrien betreffen könnte. Das war jetzt ganz klar nicht der Fall. Die USA haben alles getan, was möglich war, um es nicht zu einer zusätzlichen Eskalation mit Russland kommen zu lassen.

Das war's?

Nun ja, Assad wird es außerdem als Sieg verkaufen, weil er und sein Regime die gefürchteten Angriffe überstanden haben. Er wird die Militärschläge außerdem als Beweis eines «imperialistischen» Komplotts gegen sein Regime benutzen. Diese Sichtweise vertritt er seit Beginn des Bürgerkriegs.

Frankreich setzt wieder auf Diplomatie. Wie realistisch ist dieser Weg?

Das ist überhaupt nicht realistisch. Diplomatie ist in Syrien wieder und wieder gescheitert, weil sich das syrische Regime und Bashar al-Assad bisher immer dem Dialog mit der syrischen Opposition verweigert haben. Sie lehnen jede Form der Machtaufteilung ab. Und Russland unterstützt diese Position. Deshalb ist Diplomatie nicht mehr als eine Verschleierung des weitergehenden Gemetzels.

(L'essentiel)

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