Codes verschwunden

08. Januar 2018 09:16; Akt: 08.01.2018 09:15 Print

Clinton verlegte seinen «roten Atomknopf»

Kim Jong-un behauptet, er habe einen «Atomknopf» auf seinem Tisch, Trump gibt mit der Größe seines eigenen an. Nicht alle US-Präsidenten gingen mit den Nuklear-Codes sorgfältig um.

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US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un haben sich gerade ihren vorerst letzten Schlagabtausch zum Thema «Atomknopf» geliefert. In seiner Neujahrsansprache hatte Kim wieder einmal mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht, Trump erwiderte daraufhin, er habe einen «viel größeren und mächtigeren» Atomknopf.

So gerne auch die beiden einen farbigen, runden Knopf auf ihrem Schreibtisch hätten, mit dem sie die Welt in Schutt und Asche legen könnten, den roten Atomknopf gibt es eigentlich gar nicht.

Alles in einem Koffer verpackt

Im Falle der USA ist der Präsident als Oberbefehlshaber der Einzige, der anordnen kann, ob die Supermacht einen nuklearen Sprengkopf zündet. Zu diesem Zweck begleitet ihn immer ein Militärassistent mit einer 18 Kilo schweren, gepanzerten Tasche, die «Nuclear Football» genannt wird.

Der mit Leder ummantelte Koffer der Marke Zero Halliburton enthält alles, was es für den Weltuntergang braucht: Kriegspläne, eine Liste mit Notbunkern, eine Art Laptop und Kommunikationsgeräte samt Antenne. Doch der wichtigste Inhalt ist eine 7,5 mal 12,5 Zentimeter große Karte mit den Codes, die es zur Zündung von Atombomben braucht. Sie wird «Biscuit» genannt.

Clinton verlor seine Karte

Dass diese Karte sehr sorgfältig aufbewahrt werden muss, sollte klar sein. Der ehemalige Präsident Bill Clinton soll allerdings während seiner Amtszeit den Code verloren haben, der zum Abschuss nuklearer Raketen erforderlich ist.

Im Jahr 2000 sei die Karte mit dem Zahlensystem monatelang verschwunden gewesen, schilderte der pensionierte General Hugh Shelton in seinen 2010 veröffentlichten Memoiren «Without Hesitation: The Odyssey of an American Warrior» (zu Deutsch «Ohne Zögern: Die Odyssee eines amerikanischen Kriegers»).

Wie Clintons Team das Malheur vertuschte

Laut «Business Insider» flog die Sache erst auf, als die Karte – wie dies stets in regelmäßigen Abständen erfolgt – durch eine neue ersetzt werden sollte. Bei zwei Gelegenheiten hätten Mitarbeiter des Weißen Hauses Militärvertretern auf Anfrage gesagt, die Karte könne derzeit nicht ausgewechselt werden, weil sie der Präsident bei sich habe. Dieser befinde sich in einer Konferenz und könne nicht gestört werden.

«Zu einem Zeitpunkt der Clinton-Regierung waren die Codes tatsächlich abhanden gekommen», schrieb Shelton in seinem Buch. «Das war ein dickes Ding, ein gigantisches Ding.» Schließlich habe dann ein Mitarbeiter des Präsidenten zugegeben, dass die alte «Biscuit»-Karte verlegt worden sei.

(L'essentiel/kle)

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