Terroristen in Syrien

09. Februar 2018 11:35; Akt: 09.02.2018 11:39 Print

Die letzten beiden IS-​​«Beatles» sind gefasst

Sie köpften Dutzende Gefangene: Wie jetzt bekannt wurde, wurden die zwei letzten Mitglieder der IS-Zelle «Die Beatles» in Syrien gefangen genommen.

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«Die Beatles», so benannt wegen ihres britischen Akzents, waren berüchtigt für die Brutalität, mit der sie ihre Opfer köpften. El Shafee Elsheikh (29) und Alexanda Kotey (34) waren die letzten beiden verbleibenden Mitglieder der Zelle des Islamischen Staates. Jetzt sind auch sie aus dem Verkehr gezogen: Die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte hätten die beiden Briten Anfang Januar in Ostsyrien gefangen genommen, erklärte ein US-Militärsprecher am Donnerstag.

Zu der Zelle gehörten außerdem der als «Jihadi John» bekannt gewordene Anführer Mohammed Emwazi, der 2015 bei einem Luftangriff in Syrien getötet wurde, sowie Aine Davis («Paul»), der wegen Terrorismus in der Türkei eine siebeneinhalbjährige Haftstrafe absitzt.

Mehr als 27 Enthauptungen

«Jihadi John» tauchte in mehreren Videos auf, in denen Gräueltaten an westlichen Geiseln zu sehen waren. Zu den Opfern der Zelle gehörten unter anderen die US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff sowie der amerikanische Helfer Peter Kassig. Die vier Männer waren mit der Bewachung und Exekution westlicher Gefangener beauftragt und taten sich nach Aussagen freigekaufter Geiseln durch ihre sadistische Brutalität hervor. Sie quälten die Gefangenen mit Folter und gestellten Hinrichtungen, die sie später in die Tat umsetzten. Laut der US-Regierung köpften die Terroristen mehr als 27 Geiseln vor laufender Kamera.

Der jetzt gefasste El Shafee Elsheikh war der «George» der Gruppe und wuchs wie seine Mittäter im Westen Londons auf. Der gelernte Mechaniker, von Kollegen als freundlicher, ruhiger und reflektierter junger Mann beschrieben, stammt aus einer Familie, die wegen der Mitgliedschaft in einer kommunistischen Partei in den 1990er-Jahren aus dem Sudan nach London geflohen war und dort Asyl erhalten hatte. Sein jüngerer Bruder Mahmoud, ebenfalls IS-Mitglied, starb 2015 bei Kämpfen im Irak.

Prozess vor einem US-Gericht?

Der zweite Festgenommene Alexanda Kotey («Ringo») stammt aus einer griechisch-orthodoxen Familie und ist zur Hälfte Ghanaer, zur Hälfte Zypriot. Er konvertierte zum Islam, nachdem er sich in eine muslimische Frau verliebt und zwei Töchter mit ihr bekommen hatte.

Nach ihrer Festnahme wurden Elsheikh und Kotey laut «Daily Mail» durch Fingerabdrücke und andere biometrische Daten identifiziert. Die Amerikaner dürften darauf hoffen, die Männer in den USA vor Gericht zu stellen, da sie mindestens drei US-Bürger umgebracht haben sollen. Zudem könnten Elsheikh und Kotey auch Informationen zu weiteren Geiseln haben – etwa zum britischen Journalisten John Cantlie, der 2012 entführt wurde und seitdem in verschiedenen Propaganda-Videos des IS vorkam.

(L'essentiel/mlr/gux/ap)

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