Plünderungswelle

07. Januar 2018 16:51; Akt: 07.01.2018 16:50 Print

Militär bewacht Supermärkte in Venezuela

Venezuela droht die Pleite, viele Menschen hungern in dem sozialistischen Staat. Nach einer Plünderungswelle kontrolliert das Militär jetzt die Supermärkte.

Die Menschen stehen Schlange vor den Supermärkten, Soldaten kontrollieren die Eingänge.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Lage in Venezuela wird seit Monaten immer brenzliger. Wegen der Inflation – der höchsten der Welt – waren die Preise für bestimmte Produkte des täglichen Bedarfs erhöht worden. Doch weil der monatliche Mindestlohn nur noch wenige Euro wert ist, können sich die Menschen diese kaum mehr leisten.

Wegen der dramatischen Geldentwertung war es in den letzten Tagen zu Protesten und massiven Plünderungen gekommen. Als Reaktion darauf haben die Behörden für 26 Ketten eine Preissenkung für bestimmte Produkte angeordnet. Überwacht werden die Supermärkte nun vom Militär.

Bilder zeigen, wie sich vor Geschäften im ganzen Land Schlangen bildeten. In Caracas etwa ließen die Soldaten die Menschen nur gruppenweise und in bestimmten Abständen in die Läden. Aufgrund der Inflation und wegen fehlender Devisen zum Import von Lebensmitteln sind dort aber meistens viele Regale leer.

Praktisch wertlose Geldnoten

Besonders ernst war die Lage in Caicara. In der Stadt rund 460 Kilometer südlich der Hauptstadt Caracas wurden mindestens 20 Geschäfte ausgeraubt, insgesamt wurden 48 Personen festgenommen, wie das Portal «El Nacional» berichtete. Zwei Menschen sollen bei Auseinandersetzungen getötet worden sein, heißt es laut unbestätigten Berichten.

Zunächst hatten sich Händler geweigert, die praktisch wertlosen 50- und 100-Bolivar-Noten anzunehmen. Zwar gibt es für die ärmere Bevölkerung Lebensmittelhilfen – aber nur wenn sie sich schriftlich zur Unterstützung der Regierung bekennt.

Das Land mit den größten Ölreserven der Welt ist fast pleite und kann kaum noch den Import von Lebensmitteln und Medizin bezahlen. Die Hauptstadt Caracas gilt als eine der gefährlichsten Städte der Welt, Hunderttausende Menschen sind geflohen.

(L'essentiel/kko/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.