Bolivien

10. August 2018 15:01; Akt: 10.08.2018 15:01 Print

Morales bezieht pompösen Präsidententurm

Der bolivianische Präsident Evo Morales hat den umstrittenen 34-Millionen-Euro teuren Regierungssitz in La Paz eröffnet. Den Vorwurf der Verschwendung weist er zurück.

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In seinem neuen prunkvollen Präsidentenpalast residiert Boliviens Präsident Evo Morales auf luxuriös ausgestatteten tausend Quadratmetern - doch den Vorwurf der Verschwendung weist er strikt zurück. «Das Haus des Volkes ist eine Notwendigkeit und eine Notwendigkeit ist kein Luxus».

So verteidigte sich der Präsident bei der Zeremonie zu seinem Einzug am Donnerstag (Ortszeit) in La Paz. Der Bau des 29-stöckigen Gebäudes kostete umgerechnet rund 30 Millionen Euro.

Scharfe Kritik an Luxus-Palast

Der Palast verfügt über einen Wellnessbereich mit Sauna und Whirlpool, zudem gibt es einen Sportbereich und einen Lesesaal. Von den sieben hochmodernen Lifts ist einer nur für den Präsidenten reserviert. Der 120 Meter hohe Turm überragt die historische Altstadt von La Paz mit ihren Gebäuden aus der spanischen Kolonialzeit.

Besonders die Opposition übte scharfe Kritik und warf dem linksgerichteten Staatschef Verschwendung vor. «Präsident, wir sind nicht dumm, das ist kein Haus, es ist ein Palast, und er ist nicht für das Volk, sondern für Sie», schrieb der Oppositionsführer Samuel Doria Medina im Internet.

Helikopter-Landeplatz für Führungen

Morales, der das bitterarme Land bereits seit zwölf Jahren regiert, gab dem neuen Palast den Namen «Großes Haus des Volkes». Er versicherte, auf dem Helikopter-Landeplatz des massiven Gebäudes sollten immer samstags Führungen für frisch vermählte Paare stattfinden. Die Amphitheater dürfen auch etwa für akademische Veranstaltungen genutzt werden.

Da auch fünf Ministerien in dem Palast untergebracht werden und dadurch Millionen Dollar Miete jährlich gespart werden, dürfte das investierte Geld binnen «vier oder fünf Jahren» wieder eingenommen werden, wie der Präsident weiter sagte.

Opferritual und Wandbilder

Seinen Einzug feierte Morales ausgiebig: Ein Inka-Gelehrter leitete die Zeremonie, bei der einheimische Musik gespielt und in einem Opferritual der Fötus eines Lamas verbrannt wurde.

Das «Große Haus des Volkes» steht genau hinter dem alten Regierungssitz Palacio Quemado. Morales - der erste indigene Präsident von Bolivien - vermisste in dem Kolonialbau einen Bezug zu den Ureinwohnern des Landes: «Alles war europäisch. Deshalb machen wir daraus jetzt ein Museum.» In dem neuen Regierungssitz hingegen wird die Lobby von drei Wandbildern des indigenen Künstlers Mamani Mamani geschmückt.

(L'essentiel/kko/sda/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tingeli am 12.08.2018 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Es liegt in der Natur des primitiven Menschen dass er aus dem Vollen schöpft wenn er die Möglichkeit dazu erhält.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tingeli am 12.08.2018 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Es liegt in der Natur des primitiven Menschen dass er aus dem Vollen schöpft wenn er die Möglichkeit dazu erhält.