Wer steckt dahinter?

11. Januar 2018 20:50; Akt: 11.01.2018 20:53 Print

Mysteriöse Angriffe auf Russlands Stützpunkte

Mörser und mit Sprengsätzen bestückte Drohnen: Eine Serie von Angriffen auf seine Stützpunkte in Syrien macht Russland das Leben schwer. Niemand weiß, wer dahintersteckt.

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Erst ein Mörserangriff in der Neujahrsnacht, der zwei russische Soldaten das Leben kostete. Dann, diesen Montag, ein ganzer Drohnenschwarm – zwölf mit Sprengsätzen bestückte Flugkörper –, der die wichtigste russische Militärbasis Hamaimim in Syrien ins Visier nahm.

Neben diesem Luftwaffenstützpunkt im Nordwesten der Provinz Latakia warfen drei Drohnen Sprengsätze auf die weiter südlich gelegene Marinebasis Tartus sowie auf eine russische Basis in der Provinz Homs. All diese Angriffe – zusammengenommen die schwersten seit dem Beginn des russischen Militäreinsatzes in Syrien – passierten in den letzten zwei Wochen.

Sperrholz und Klebeband

Moskau will den Ball flach halten: Die Drohnen seien teils abgeschossen, teils gezielt zur Landung gebracht worden. Es habe weder Verletzte noch materielle Schäden gegeben.

Als Lieferant der Waffen an syrische Regierungsgegner komme nur ein «Land mit hohen technologischen Möglichkeiten der Satelliten-Navigation» in Frage, teilte das Außenministerium mit. Die zur Verfügung gestellten Fotos zeigen indes eher simple selbstgebaute Flugapparate aus Sperrholz und Klebeband. Die Drohnen seien mehr als 50 Kilometer von den Stützpunkten entfernt gestartet worden, hieß es.

Jets nicht zerstört, aber beschädigt

Auch beim Mörserangriff in der Neujahrsnacht bemüht sich der Kreml um Schadensbegrenzung: Er wies einen Bericht des unabhängigen «Kommersant» zurück, dass mindestens sieben russische Kampfflugzeuge beim Beschuss der Basis zerstört worden seien – vier taktische Bomber vom Typ Suchoj SU-24, zwei Kampfjets vom Typ SU-35c sowie ein Transportflugzeug vom Typ Antonow An-72. Es handle sich um «Fake News», hieß es.

Fotos eines russischen Journalisten legen aber nahe, dass zumindest ein Teil der Flugzeuge getroffen und bis zur Flugunfähigkeit beschädigt wurde (siehe Bildstrecke).

Die große – und bislang unbeantwortete – Frage: Wer steckt hinter den Angriffen? Ungewöhnlicherweise hat sich bislang dazu niemand bekannt, was wilde Spekulationen auslöste.

  • Der Kreml verdächtigt wohl die USA, wenn er hinter den selbstgebauten Drohnen ein «Land mit hohen technologischen Möglichkeiten der Satellitennavigation» vermutet. Die USA wiesen umgehend darauf hin, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) solche Drohnen schon lange in Syrien und im Irak einsetze. Allerdings: Die Positionen des IS liegen Hunderte Kilometer vom russischen Stützpunkt entfernt. Zudem benutzt der IS meist Drohnen mit einer Reichweite von ein bis zwei Kilometern – weit unter den von Moskau angegebenen 50 Kilometern.

  • Die Drohnen auf den Stützpunkt Hamaimim wurden laut einem Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums aus einem Dorf der Provinz Idlib gestartet. Hier sind moderate, teils von den USA unterstützte Rebellen-Gruppierungen tätig.

  • Eine weitere Theorie: Der Aggressor soll eine Gruppe unzufriedener Alawiten sein – die religiöse Minderheit, zu der auch der syrische Machthaber Bashar al-Assad zählt. Das ist insofern plausibel, als in der Provinz Idlib, aus der die Drohnen starteten, mehrheitlich Alawiten wohnen. Zudem hatte sich nach den Angriffen eine Gruppe namens Free Alawite Movement gemeldet. Sie warnte regimefreundliche Alawiten davor, Assad weiter zu unterstützen. Zum Angriff bekannte sich die Gruppe aber nicht explizit.

    Allerdings zweifeln viele Alawiten die Existenz dieser Gruppe an. Sie spekulierten laut «Washington Post», dass «ausländische Nachrichtendienste» unter den Assad-Unterstützern Zwietracht säen wollten.

  • Wieder andere sagen, iranische Milizen, die auf Seiten des syrischen Regimes kämpfen, hätten die Drohnen geschickt. Dies, weil der Iran die russischen Bemühungen für einen Frieden in Syrien unterhöhlen wolle, da ein solcher den iranischen Interessen zuwiderlaufe.

    Gerade die Angriffe auf Hamaimim, das Herzstück der russischen Militäroperation in Syrien, dürften Moskau beunruhigen, schreibt «Al-Monitor»-Autor maximal Suchkow. Der Stützpunkt galt zuvor praktisch als unangreifbar.

    Sicher ist, dass die andauernden Angriffe die Nachhaltigkeit des russischen Einsatzes in Syrien infrage zu stellen beginnen: «Die Angriffe demonstrieren, dass, wer auch immer sie befehligt, es weiterhin schafft, in Regime-Gebiet einzudringen und den Russen hohe Kosten zu verursachen», sagt Jennifer Cafarella vom Institute for the Study of War in der «Washington Post». Die Gewinne, die das Regime in Syrien für sich beansprucht, erscheinen so eher temporär.

    (L'essentiel)

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    Die beliebtesten Leser-Kommentare

    • Dimitrij am 12.01.2018 01:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Mat den USA an dem IS am Verdacht leien se wahrscheinlech Guer net esou falsch. Verschidden US Politiker verstinn sech jo wonnerbar mam IS. USA hunn den IS jo (in)direkt ënnerstëtzt an deem se ,se gewäerden gelooss hunn. Dat kann een noliesen an den verëffentlechten Berichter vun der Defense Intelligence Agency (DIA).

    • TheEconomicHitman am 12.01.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

      Déi meescht Dronen goufen ofgeschoss vum Pantsir S-1 System, oder vun der Krashuka Besatzung gehackt a lande geloss. Deen eenzege Grond firwat iwwerhaapt Schued u Fligeren entstan ass, ass deen dass déi Dronen a Schwarm Formatioun alleguer mateneen ugegraff hun an esou konnten gewessen Dronen nët détektéiert gin, nët vergiessen, déi sin äus Liichtholz gebaut gin, dat heescht hier Radar Cross-section ass enorm kleng. Eigentlech beweist dat hei wéi onwahrscheinlech performant déi russesch Radar Systemer sin. Déi selwecht Attack op een Amerikanesche Stützpunkt wier een Desaster gewiescht.

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    • TheEconomicHitman am 12.01.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

      Déi meescht Dronen goufen ofgeschoss vum Pantsir S-1 System, oder vun der Krashuka Besatzung gehackt a lande geloss. Deen eenzege Grond firwat iwwerhaapt Schued u Fligeren entstan ass, ass deen dass déi Dronen a Schwarm Formatioun alleguer mateneen ugegraff hun an esou konnten gewessen Dronen nët détektéiert gin, nët vergiessen, déi sin äus Liichtholz gebaut gin, dat heescht hier Radar Cross-section ass enorm kleng. Eigentlech beweist dat hei wéi onwahrscheinlech performant déi russesch Radar Systemer sin. Déi selwecht Attack op een Amerikanesche Stützpunkt wier een Desaster gewiescht.

    • Dimitrij am 12.01.2018 01:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Mat den USA an dem IS am Verdacht leien se wahrscheinlech Guer net esou falsch. Verschidden US Politiker verstinn sech jo wonnerbar mam IS. USA hunn den IS jo (in)direkt ënnerstëtzt an deem se ,se gewäerden gelooss hunn. Dat kann een noliesen an den verëffentlechten Berichter vun der Defense Intelligence Agency (DIA).