Ex-Präsidenten vereinigt

23. April 2018 07:10; Akt: 23.04.2018 07:17 Print

Nur Donald Trump blieb der Bush-​​Trauerfeier fern

Die frühere First Lady der USA wurde in Texas beigesetzt. Unter den Gästen der Trauerzeremonie waren auch vier Ex-Präsidenten. Einem Fotograf gelang ein Bild ohnegleichen.

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Ehemalige US-Präsidenten, Familienangehörige und Freunde haben am Samstag in einer bewegenden Trauerfeier von der verstorbenen früheren First Lady Barbara Bush Abschied genommen.

Bush wurde anschließend in College Station, 140 Kilometer vom texanischen Houston entfernt, beigesetzt. Die Öffentlichkeit konnte am Vortag von Bush Abschied nehmen, die am Dienstag im Alter von 92 Jahren gestorben war.

Unter den tausend Gästen der Trauerzeremonie in der St. Martin's Episcopal Church in der Großstadt Houston waren vier Ex-Präsidenten: neben dem 93-jährigen Witwer George H.W. Bush der gemeinsame Sohn George W. Bush sowie Bill Clinton und Barack Obama.

Nach der Trauerfeier posierten sie gemeinsam – samt Ehefrauen und Melania Trump – für Paul Morse, den Stammfotografen von George H.W. Bush, für ein Foto.

Trump blieb fern

Amtsinhaber Donald Trump hatte eine Teilnahme abgesagt – nach offizieller Begründung, um eine Störung der Zeremonie durch erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zu vermeiden. Seine Gedanken und Gebete seien bei der Familie Bush, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Trauerfeier werde er sich zuhause im Fernsehen anschauen. Die Familie Bush gehört zu den Kritikern Trumps.

Stattdessen kam First Lady Melania Trump nach Houston. In einer Erklärung kondolierte sie der Bush-Familie. Es sei ihr «eine Ehre» gewesen, Barbara Bush Respekt zu zollen. Sie habe ein «bemerkenswertes Leben als Mutter, Ehefrau und couragierte First Lady» geführt.

Falsche Perlen

Sohn Jeb Bush, ehemaliger Gouverneur von Florida und Ex-Rivale Trumps im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur, würdigte seine verstorbene Mutter als «Lehrerin und Vorbild». Sie sei ihnen stets Wegweiserin in «schwierigen Zeiten» gewesen, in steter «bedingungsloser» Liebe. In seiner Rede kamen auch die falschen Perlen zur Sprache, die die First Lady mit Vorliebe trug.

Susan Baker, die Frau des ehemaligen US-Außenministers und Bush-Weggefährten James Baker, würdigte Barbara Bush als «intelligent, stark, lustig und resolut». «Es war außergewöhnlich, wie sie es schaffte, ihren wilden Haushalt an 29 verschiedenen Orten in 17 Städten zu managen», sagte Baker in ihrer Ansprache.

Witwer George H.W. mit auffallender Würdigung

Die im Bundesstaat New York geborene Barbara lernte ihren Mann als 16-Jährige kennen, 73 Jahre lang war sie mit George H.W. Bush verheiratet. Sie begleitete ihn bei seinem Aufstieg vom Ölmillionär aus Texas zum Botschafter, CIA-Chef, Vizepräsidenten und schließlich Präsidenten. Sie war eine von nur zwei Frauen, die mit einem US-Präsidenten verheiratet waren und einen weiteren, George W. Bush, zur Welt brachte. Abigail Adams, die 1818 starb, war die andere.

Barbara Bush galt als Herz und Mittelpunkt der Politikerdynastie Bush und war bekannt für ihre Schlagfertigkeit und ihren trockenen Humor. Als First Lady in den Jahren 1989 bis 1993 setzte sie sich für allem für Leseprogramme ein und gründete eine entsprechende Stiftung.

Dieses Engagement wurde durch Ehemann George H.W. gewürdigt: Er trug passend dazu Socken mit Büchern als Motiv. Das Bild dazu veröffentlichte Bushs Pressesprecher.

Barbara Bush hinterlässt fünf Kinder, 17 Enkelkinder und sieben Urenkel. Ein sechstes Kind, ihre Tochter Robin, starb im Kleinkindalter an Leukämie. Sie selbst litt an Morbus Basedow, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, und musste sich 2009 einer Herzoperation unterziehen. Aufgrund ihrer sich verschlechternden Gesundheit wurde Barbara Bush zuletzt in ihrem Haus in Houston gepflegt. Ihr Mann ist an Parkinson erkrankt und sitzt im Rollstuhl.

(L'essentiel/nag/afp)

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