Robert Mugabe

19. November 2017 15:16; Akt: 19.11.2017 15:17 Print

Partei setzt «Hitler unserer Zeit» ab

Die zimbabwische Regierungspartei hat Präsident Robert Mugabe als Chef abgesetzt. Nachfolger wird der von Mugabe gefeuerte Ex-Vizepräsident.

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Vom Militär kaltgestellt: Robert Mugabe anlässlich der Abschlussfeier einer Universität in der Hauptstadt Harare. (17. November 2017) (Bild: Ben Curtis)

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Der langjährige und vom Militär kaltgestellte Präsident Zimbabwes, Robert Mugabe, ist als Führer der Regierungspartei Zanu-PF (The Zimbabwe African National Union – Patriotic Front) abgesetzt worden. Sein Amt übernimmt der ehemalige Vizepräsident Emmerson Mnangagwa. Mugabe hatte Mnangagwa kürzlich als Vizepräsident entlassen, was einen Machtkampf ausgelöst hatte und in dessen Verlauf die Armee den Präsidenten vergangene Woche unter Hausarrest stellte.

Die Regierungspartei hat Mugabe bis Montagmittag Zeit für einen Rücktritt gegeben. Andernfalls werde ein Amtsenthebungsverfahren beginnen, teilte das Zentralkomitee der Partei am Sonntag mit.

Provokante Zitate

In seinen langen Herrschaftsjahren in Zimbabwe scheute Robert Mugabe keine Konflikte. Oftmals ließ er Lust an der Provokation erkennen. Es folgt eine Auswahl seiner prägnantesten Äußerungen.

Über historische Vorbilder:

«Ich bin der Hitler unserer Zeit. Dieser Hitler hatte nur ein Ziel: Gerechtigkeit für sein eigenes Volk, Souveränität für sein Volk, Anerkennung der Unabhängigkeit seines Volks. (...) Wenn Hitler so ist, dann lasst mich zehn Mal Hitler sein.» (2003)

Über die früheren britischen Kolonialherren:

«Die Briten werden als Gewalttäter erzogen, als Lügner, Schurken, Gauner. Man hat mir gesagt, dass (der damalige Premierminister) Blair als Kind sehr ungezogen war.» (2001).

Über Südafrikas Freiheitsheld Nelson Mandela:

«Mandela hat ein bisschen übertrieben, wenn es darum geht, nicht-schwarzen Gruppierungen Gutes zu tun. In einigen Fällen ging das zu Lasten der Schwarzen. Das war zu lammfromm, zu nett.» (2013)

Über Zimbabwes weiße Farmer, deren Betriebe er enteignen ließ:

«Ihr seid unsere Feinde, weil ihr euch als Feinde Zimbabwes aufgeführt habt. Wir sind voller Zorn. Unser ganzes Land ist voller Zorn, und deshalb lassen wir Euer Land besetzen.» (2000)

Über Falschmeldungen zu seinem Ableben:

«Ich bin viele Male gestorben. In diesem Punkt habe ich Jesus Christus geschlagen. Christus ist einmal gestorben und dann wiederauferstanden. Ich bin gestorben und wiederauferstanden, und ich weiß nicht, wie oft ich noch sterben und wiederauferstehen werde.» (2012)

Über die Homo-Ehe:

«Präsident Obama kam nach Afrika und hat gesagt, Afrika muss die Homo-Ehe zulassen. Gott hat wegen solcher Sünden die Erde zerstört. Die Ehe ist für Mann und Frau da.» (2013)

Über Homosexuelle:

«Schlimmer als Schweine und Hunde. Die, die sowas tun, sind missraten. Das ist Irrsinn.» (2010)

Über seinen Verbleib im Präsidentenamt:

«Nur Gott, der mich ernannt hat, wird mich auch wieder abberufen können.» (2008)

(L'essentiel/nag/afp)

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