«Kein Eigentum»

03. Dezember 2021 10:05; Akt: 03.12.2021 10:20 Print

Taliban-​​Dekret zu Frauenrechten veröffentlicht

Seit der Machtübernahme sind die Rechte von Frauen wieder deutlich eingeschränkt. Im Erlass werden Frauen dennoch als «edle und freie Menschen» betitelt.

storybild

Über Frauenrechte bezüglich Bildung oder Arbeit wird in dem Erlass nichts gesagt. (Archivbild) (Bild: DPA/Oliver Weiken)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Afghanistan sind die militant-islamistischen Taliban dreieinhalb Monate nach ihrer Rückkehr an die Macht für die Achtung einiger Frauenrechte eingetreten. In einem am Freitag veröffentlichten Erlass wiesen sie Organisationen, religiöse Gelehrte und Älteste an, ernsthafte Maßnahmen zur Durchsetzung von Frauenrechten zu ergreifen. Wörtlich heißt es darin: «Eine Frau ist kein Eigentum, sondern ein edler und freier Mensch.» Bislang haben die Islamisten seit der Machtübernahme Mitte August die Rechte von Frauen wieder deutlich eingeschränkt.

In dem Erlass wird als eines der Rechte angeführt, dass niemand eine unverheiratete Frau oder eine Witwe zur Heirat zwingen dürfe. Auch dürfe niemand Frauen im Austausch für Frieden oder zur Beendigung einer Feindseligkeit irgendjemandem zur Verfügung stellen. In Afghanistan kommt es immer wieder vor, dass eine Frau etwa bei Familienfehden als Wiedergutmachung gegeben wird. Witwen hätten zudem einen Anspruch auf ein Erbe sowie auf eine Brautgabe, sollten sie wieder heiraten.

Keine Angaben bezüglich Bildung oder Arbeit

In dem Erlass werden zudem zwei Ministerien sowie die Gerichte dazu aufgefordert, dafür zu sorgen, dass diese Rechte bekanntgemacht und umgesetzt werden. Die Positionen in dem Dekret sind insgesamt nicht neu und entsprechen auch den Regeln des Islam. Auch die bisherigen afghanischen Gesetze garantierten diese Rechte. Allerdings wurden sie auch vor der Machtübernahme der Taliban oft nicht gewährt. Vor Gericht waren sie oft nicht durchsetzbar.

In dem neuen Dekret gibt es keine Angaben zu Rechten von Frauen bezüglich Bildung oder Arbeit. Die Islamisten haben seit der Rückkehr an die Macht die Rechte von Frauen merklich beschnitten. Sie können in vielen Fällen nicht mehr zurück an ihre Arbeitsplätze. Die meisten weiterführenden Schulen für Mädchen sind geschlossen. Straßenproteste von Aktivistinnen wurden gewaltsam unterdrückt. Viele flohen aus dem Land.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • packtiech am 03.12.2021 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    hier auch! Die der Ungeimpften und nun?

    einklappen einklappen
  • kaa am 05.12.2021 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    no Afghanistan auswanderen: eng Optioun fir déi Onzefridden hei ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • kaa am 05.12.2021 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    no Afghanistan auswanderen: eng Optioun fir déi Onzefridden hei ?

  • packtiech am 03.12.2021 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    hier auch! Die der Ungeimpften und nun?

    • asozial am 04.12.2021 00:35 Report Diesen Beitrag melden

      Dann lass Dich halt impfen Jetzt kommt der nächste Lockdown wegen dieser Covidioten Aber groß das Maul aufreissen ihre Rechte würden beschnitten, zum kotzen!

    • blablabla am 04.12.2021 01:15 Report Diesen Beitrag melden

      Waat genau: „Viele flohen aus dem Land“ Wär et nemmen gudd esou dass dei Ongeinpften aus eisem Land laafen. Ech huelen un an Afghanistan können se dann gären hin, do kuckt keen nom Impfpass. Also packtiech gei mam gudden Beispill fir. Et vermesst jo keen dech hei.

    einklappen einklappen