Amnesty International

27. Januar 2019 14:30; Akt: 27.01.2019 17:38 Print

Aktivisten werden in saudischer Haft gefoltert

Amnesty legt einen Bericht über Saudi-Gefängnisse vor, darin ist von Psycho-Druck, sexuellem Missbrauch und Stromschläge die Rede. Aktivisten sind teils seit Monaten in Haft.

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Die neuen Foltervorwürfe von Amnesty International (AI) wiegen schwer: Der Menschenrechtsorganisation liegen Berichte vor über schwere Folter und Misshandlung einer Gruppe von Menschenrechtsaktivisten in Saudi-Arabien. Beat Gerber von Amnesty International Schweiz schildert die Folterungen: «Einer Aktivistin wurde beim Verhör fälschlicherweise gesagt, dass ihre Familienmitglieder gestorben seien, und sie wurde einen ganzen Monat lang dazu gebracht, dies zu glauben. Andere berichteten uns, wie sie mit Stromschlägen gefoltert wurden. Eine Frau erzählte, dass ihr ihre Peiniger Wasser in den Mund pressten, während sie vor den Schmerzen der Folter schrie.»

Den Zeugenaussagen zufolge wurden zehn Frauen und Männer gefoltert und sexuell missbraucht, als sie nach ihrer Verhaftung im Mai 2018 während drei Monaten in einer Haftanstalt an einem unbekannten Ort festgehalten wurden.

Amnesty International äußert sich sehr besorgt über das Wohlergehen der Aktivisten, die sich seit etwa neun Monaten in Haft befinden – und zwar «nur, weil sie es gewagt haben, sich für Menschenrechte einzusetzen», sagte Reto Rufer, Länderexperte von Amnesty International Schweiz. «Wir verlangen die sofortige Freilassung der willkürlich inhaftieren Frauen und Männer. Die Fakten müssen unparteiisch ermittelt und die Täter identifiziert werden.»

Auspeitschungen und Elektroschocks

Die aktuellen Foltervorwürfe sind nicht die ersten. Bereits Ende letzten Jahres erhielt die Organisation Berichte, dass Aktivisten in geheimen Haftanlagen mit Elektroschocks gequält und ausgepeitscht würden.

Laut den Zeugen seien sie nach den Verhören nicht mehr in der Lage zu gehen oder aufrecht zu stehen. Ihre Hände zitterten unkontrolliert und ihre Körper waren mit Blutergüssen übersät. Auch von sexualisierten Übergriffen durch maskierte Aufseher wurde berichtet, eine Aktivistin solle wiederholt versucht haben, sich im Gefängnis das Leben zu nehmen.

Verschiedene Aktivistinnen, die in Zusammenhang mit ihrem Engagement für Frauenrechte im Mai 2018 willkürlich verhaftet worden waren, befinden sich weiterhin ohne Anklage und ohne rechtliche Vertretung in Haft.

(L'essentiel/kle/zos)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Léon am 28.01.2019 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Et les dirigeants européens ne proteste pas car les contrats sont plus important.

  • Ruben Ferreira am 27.01.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    lol!!!! xD

Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 28.01.2019 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Et les dirigeants européens ne proteste pas car les contrats sont plus important.

  • Ruben Ferreira am 27.01.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    lol!!!! xD