in Nahost

18. Februar 2020 10:30; Akt: 18.02.2020 10:32 Print

Amnesty kritisiert brutales Vorgehen gegen Proteste

Amnesty International verurteilt zahlreiche Regierungen aufgrund ihres Vorgehens gegen Demonstranten. Immer wieder kommt es zu Festnahmen oder sogar tödlicher Gewalt.

storybild

Vor allem in Algerien, im Libanon und im Irak, aber auch im Iran kommt es regelmäßig zu teils großen Protesten. (Bild: DPA/Hadi Mizban)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat das brutale Vorgehen zahlreicher Regierungen in Nahost und Nordafrika gegen friedliche Demonstrationen kritisiert. Zahlreiche Länder der Region zeigten eine «kaltblütige Entschlossenheit», Proteste mit Gewalt zu zerschlagen, erklärte Amnesty am Dienstag bei der Veröffentlichung des Jahresberichts zu der Region. Dazu gehörten willkürliche Festnahmen Tausender sowie exzessive oder sogar tödliche Gewalt. Auch gegen die freie Meinungsäußerung griffen die Regierungen hart durch.

In mehreren Ländern der Region gehen seit Monaten vor allem jungen Menschen auf die Straße, um gegen korrupte Eliten und Misswirtschaft zu demonstrieren. So kommt es vor allem in Algerien, im Libanon und im Irak, aber auch im Iran regelmäßig zu teils großen Protesten. Immer wieder gehen Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Proteste vor.

In einem Ausdruck von Trotz und Entschlossenheit seien in Algerien, dem Iran, dem Irak und im Libanon Menschen auf die Straßen geströmt, um Menschenrechte, Würde, soziale Gerechtigkeit und ein Ende der Korruption einzufordern, sagte die Amnesty-Direktorin für die Region, Heba Morayef, in Beirut. Oft hätten sie ihr Leben riskiert.

Hunderte von Toten

Amnesty zufolge wurden allein im Irak 2019 mindestens 500 Menschen unter anderem durch den Einsatz von scharfer Munition und Gasgranaten getötet. In Algerien hätten die Behörden versucht, Proteste durch willkürliche Massenfestnahmen und strafrechtliche Verfolgung zu stoppen. Im Iran seien bei Protesten im November in nur vier Tagen mehr als 300 Menschen durch Sicherheitskräfte getötet und Tausende verletzt worden. Amnesty warf den Regierungen vor, auf die Forderungen der Proteste nur mit Scheinzugeständnissen einzugehen.

Journalisten, Blogger und Aktivisten, deren Beiträge in den sozialen Medien als regierungskritisch betrachtet würden, liefen Gefahr, festgenommen, verhört und strafrechtlich verfolgt zu werden, erklärte Amnesty weiter. So seien 136 Menschen allein deswegen festgenommen worden, weil sie in den sozialen Medien ihre Meinung geäußert hätten.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.