Coronavirus-Newsticker

23. Februar 2020 19:16; Akt: 23.02.2020 20:10 Print

Drittes Todesopfer in Italien

Italien zählt aktuell die meisten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in Europa. Alle News zur Epidemie im Ticker.

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Das Wichtigste in Kürze:

• Das neue Coronavirus breitet sich immer weiter aus.

• Auch in Europa gibt es Infizierte. Frankreich meldete ersten Todesfall in Europa.

• Bisher starben 2442 Menschen am Virus.

• Mehr als 77.000 Menschen sind erkrankt.

• Aufgetaucht ist die Lungenerkrankung erstmals in der chinesischen Millionenstadt Wuhan.


Newsticker:

Sonntag, 23. Februar 2020

20.10 Uhr - An Österreichs Grenze

Laut dem Medienportal oe24.at ist an der Grenze zu Österreich ein Zug aus Italien gestoppt worden. Es bestehe bei zwei Personen mit Fieber der Verdacht auf das Coronavirus.

17.50 Uhr - Drittes Todesopfer in Italien

In Italien ist eine dritte Person am Corona-Virus gestorben. Das schreibt die Zeitung «La Republica». Beim neuesten Todesfall soll es sich um eine Frau handeln in Cremona. Dies teilt der Gesundheitsrat der Lombardei der Sonntagszeitung mit.

Die Zahl der Erkrankten ist in fünf Regionen auf über 150 gestiegen. In der Lombardei gibt es 112 Fälle.

17.20 Uhr - Vier Infizierte in England

In England haben sich vier weitere Menschen infiziert, die vom Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess» in Japan in ein Quarantäne-Zentrum kamen. Das melden verschiedene englische Medien. Mittlerweile haben sich 13 Menschen in England mit dem Coronavirus angesteckt.

15.30 Uhr - Türkei schliesst Grenze zum Iran

Als Vorsichtsmaßnahme gegen eine Ausbreitung der Coronavirus-Infektionen schließt die Türkei ihre Grenze zum Iran, wie Gesundheitsminister Fahrettin Koca mitteilt. Alle Fernstraßen und Eisenbahnlinien würden ab 17 Uhr Ortszeit gesperrt und Flüge aus dem Nachbarstaat ausgesetzt.

Im Iran sind bislang acht mit dem Virus infizierte Menschen gestorben – so viele wie in keinem anderen Land außerhalb Chinas, wo das Virus erstmals aufgetreten war.

15.20 Uhr - Diamond Princess

Von den Crewmitgliedern und Passagieren des Kreuzfahrtschiffes «Diamond Princess» in Japan sind weitere 57 positiv auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das berichtete der japanische Fernsehsender NHK am späten Sonntagabend (Ortszeit).

Damit erhöht sich die Zahl bekannter Infektionen unter Menschen von Bord des Kreuzfahrtschiffs auf mehr als 690. Einschließlich dieser Fälle zählt Japan inzwischen mehr als rund 840 Infektionen.

14.10 Uhr - Sorge in der Schweiz wächst

Nach den ersten Fällen in Norditalien steigt im angrenzenden Tessin in der Schweiz die Sorge um ein Übergreifen des Coronavirus. Notaufnahmen der Tessiner Krankenhäuser haben bereits reagiert.

Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani erklärte am Sonntag, dass man die Lage und Entwicklung analysiere. «Die ganze Angelegenheit ist grösser als es anfänglich schien», sagte er.

Personen mit Grippesymptomen werden isoliert und in Quarantäne gebracht, wie die Sonntagszeitung «Il caffè della domenica» in ihrer heutigen Ausgabe berichtet. Dies gilt für alle Patienten mit solchen Symptomen; bisher war dies nur für Patienten vorgesehen, die sich in jüngster Zeit in China aufgehalten hatten.

Die Nachrichten aus Italien haben die Tessiner Öffentlichkeit aufgeschreckt, weil der Virus immer näher an die Grenze rückt. Das Tessin ist zwar ein Schweizer Kanton, geographisch aber ein Teil Norditaliens. Der Kanton reicht wie ein Stachel in die Lombardei hinein. Zudem arbeiten im Tessin zirka 68.000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger, das heißt Personen, die täglich von den italienischen Grenzregionen zur Arbeit ins Tessin pendeln.

12.10 Uhr - Karneval in Venedig abgesagt

Der berühmte Karneval in Venedig wird aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus im Norden Italiens abgesagt. Das teilte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, am Sonntag mit.

10.10 Uhr - Knapp 77.000 Infizierte

Die Zahl der Virus-Erkrankungen in Festland-China ist nach Angaben der Behörden am Sonntag um 648 angestiegen. Am Samstag hatte es 397 neue Fälle gegeben. Damit liegt die Zahl der Erkrankten demnach insgesamt nun bei 76.936. Die Zahl der Toten steigt um 97, nach 109 am Samstag. Insgesamt starben damit bislang 2442 Menschen an den Virus-Folgen.

9.10 Uhr - Höchste Warnstufe in Südkorea

Nach der rasanten Verbreitung des neuartigen Coronavirus in den vergangenen Tagen in Südkorea hat die Regierung die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen. Präsident Moon Jae In gab die Entscheidung laut seinem Büro am Sonntag bekannt.

In einigen Tagen werde ein «kritischer Moment» im Kampf gegen Covid-19 erreicht sein, sagte Moon. Die Zentralregierung wie auch die Lokalregierungen sollten nicht zögern, beispiellose Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit Sars-CoV-2 in Südkorea im Verlauf des Tags um 169 auf 602. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Erreger habe sich von vier auf fünf erhöht.


Freitag, 21. Februar 2020

10.10 Uhr - Impfstoff

Chinas Regierung rechnet Ende April mit der klinischen Erprobung eines ersten Impfstoffs gegen das neue Coronavirus. Das sagte der Vizeminister für Wissenschaft und Technologie, Xu Nanping.

10.00 Uhr - Quarantäne für Passagiere

Australien meldet zwei weitere Infektionen. In beiden Fällen handelt es sich um Passagiere des Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess, die nach Australien evakuiert worden waren.

In Japan waren beide Passagiere bereits getestet worden. Sie galten als gesund. 164 evakuierte australische Passagiere der Diamond Princess müssen nun noch einmal 14 Tage in einer geschlossenen Quarantänestation verbringen.

Alle an Bord des Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess verbliebenen Deutschen werden mit einem italienischen Flugzeug nach Berlin ausgeflogen. Wie die Deutsche Presse-Agentur in Tokio am Freitag erfuhr, ist der Abflug für Freitagabend 22.00 Uhr Ortszeit (14.00 Uhr MEZ) geplant.

9.00 Uhr - 118 neue Virus-Tote

An dem neuartigen Coronavirus sind in China nach offiziellen Angaben weitere 118 Patienten gestorben - damit gibt es dort nun bereits 2236 gemeldete Todesfälle. Innerhalb eines Tages sei die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um 889 gestiegen.

Damit gibt es in China nun 75.465 bestätigte Infektionen. Dies teilte die Gesundheitskommission am Freitag in Peking mit. Experten rechnen allerdings mit einer sehr viel höheren Dunkelziffer.

Knapp die Hälfte der offiziell neu bestätigten Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus wurden aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina gemeldet. Dort stieg die Zahl der Neuansteckungen von 349 auf 411. Insgesamt seien in Hubei bisher 2144 Menschen an der Krankheit gestorben.


Donnerstag, 20. Februar 2020

9.30 Uhr – Südkorea

Aus Sorge vor einer unkontrollierten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 sollen die Bewohner der südkoreanischen Millionenstadt Daegu vorläufig zuhause zu bleiben. Es handle sich um eine Empfehlung von Bürgermeister Kwon Young Jin, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

In Daegu leben rund 2,5 Millionen Menschen. Südkoreas Gesundheitsbehörden hatten zuvor 31 neue Infektionsfälle im Land gemeldet, davon allein 30 in Daegu und der Provinz Nord-Gyeongsang im Südosten.

Damit hat sich die Zahl bisher bestätigter Infektionen in Südkorea auf 82 erhöht. 48 der erfassten Fälle wurden in der Region um Daegu gemeldet. 23 der nun neu betroffenen Menschen steckten sich demnach wohl bei einer Patientin in Daegu an.

Es wird angenommen, dass insgesamt 40 der bisher positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Personen mit der Frau in Kontakt gekommen waren, als sie in Daegu den Gottesdienst einer christlichen Sekte besuchten. Es war zunächst unklar, wie sich die Frau infiziert hat.

Die neuen Fälle lösten in Südkorea die Sorge über einen Superverbreiter aus, der viele andere Menschen ansteckt.


Mittwoch, 19. Februar 2020

19.30 Uhr – Zwei Passagiere gestorben

Zwei ältere Passagiere des Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess sind einem Medienbericht zufolge an der Viruserkrankung gestorben. Es handle sich um ein Mann und eine Frau, die mehr als 80 Jahre alt gewesen seien, berichtete der japanische Sender NHK unter Berufung auf Regierungskreise. Das Schiff war vor Japan unter Quarantäne gestellt worden, inzwischen dürfen die Passagiere es verlassen.

16.30 Uhr – 31 neue Fälle in Südkorea

Südkoreas Gesundheitsbehörden bestätigen 31 neue Fälle. Damit seien insgesamt 82 Erkrankte bekannt, teilen die Zentren für Seuchenkontrolle (KCDC) mit. Von den neuen Fällen gingen 23 auf einen Gottesdienst in Daegu zurück.

15.54 Uhr – Passagiere verlassen Kreuzfahrtschiff

Nach zwei Wochen Quarantäne dürfen in Japan seit Mittwoch tausende Passagiere des Kreuzfahrtschiffes «Diamond Princess» an Land gehen und heimkehren. Die Ausschiffung der noch rund 3000 Menschen an Bord sollte mindestens drei Tage dauern.

Als erste Gruppe konnten rund 500 meist ältere Passagiere das Schiff verlassen. Sie würden in die Innenstadt von Yokohama oder zu Bahnhöfen gebracht, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Anlass der Quarantäne war der Nachweis des Coronavirus Sars-CoV-2 bei einem 80-Jährigen aus Hongkong, der am 20. Januar in Yokohama zugestiegen und fünf Tage später in Hongkong von Bord gegangen war.

Bei den anfangs 3700 Passagieren und Crewmitgliedern auf der «Diamond Princess» wurden bis Mittwoch 621 Infektionen mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Alle Infizierten wurden in örtliche Krankenhäuser gebracht. Inzwischen sind alle Menschen an Bord getestet.

Mehrere Länder holen ihre Landsleute heim. Von der Reederei Princess Cruises hieß es am Mittwoch, dass derzeit die Botschaften von Kanada, Australien und Hongkong die Abholung ihrer Bürger - Gäste und Besatzung - koordinierten. Nach Ankunft im Herkunftsland gingen sie weitere 14 Tage in Quarantäne.

14.54 Uhr – 621 Infizierte auf Kreuzfahrtschiff

Auf dem unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff Diamond Princess gab es 79 zusätzliche Fälle des Coronavirus. Dies teilte das japanische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die Zahl der Infizierten stieg damit auf 621.

14.44 Uhr – Akkreditierung entzogen

Aus Protest über einen als beleidigend empfundenen Kommentar im «Wall Street Journal» zum Ausbruch der Lungenkrankheit hat China drei Korrespondenten der Zeitung die Akkreditierung entzogen. Das teilte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, am Mittwoch vor der Presse in Peking mit. Ihnen werde mit sofortiger Wirkung die Pressekarte entzogen.

Der gleichzeitige Entzug der Akkreditierung von drei ausländischen Korrespondenten ist eine ungewöhnlich scharfe Maßnahme. Damit entfällt praktisch auch die Grundlage für ihr Journalistenvisum und ihre Aufenthaltsberechtigung in China, so dass sie ausreisen müssen.

Auslöser der chinesischen Verärgerung ist ein Meinungsbeitrag des amerikanischen Kolumnisten Walter Russell Mead im «Wall Street Journal» vom 4. Februar. Er trug die Überschrift: «China ist der wahre kranke Mann Asiens.» Professor Mead unterrichtet internationale Politik am Bard College in Annandale-on-Hudson im US-Bundesstaat New York.

10.44 Uhr – Nordkorea

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat keine Hinweise auf ein Übergreifen der Epidemie auf Nordkorea. Der Leiter des WHO-Notfallprogramms, Mike Ryan, kündigte an, das abgeschottete Land mit Labormaterialien auszustatten, damit dort Tests vorgenommen werden könnten. In südkoreanischen Medien ist von mehreren Fällen und möglichen Todesopfern im abgeschotteten Norden berichtet worden. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben war nicht möglich.

10.34 Uhr – 2. Todesfall in Hongkong

In Hongkong ist ein zweiter Todesfall registiert worden. Das sagt eine Sprecherin des Princess Margaret Krankenhauses der Nachrichtenagentur Reuters. Der 70-jährige Mann habe an Vorerkrankungen gelitten und gehörte zu den 62 bestätigten Fällen in der Stadt.

10.04 Uhr – Fake News und die Corona-Pandemie

Während die einen versuchen, die Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 aufzuhalten, bewirken andere das Gegenteil.

Mehr dazu in diesem Artikel.

7.04 Uhr – Passagiere verlassen Diamond Princess

Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 sind am Mittwoch die ersten Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess in Japan gegangen. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen auf dem Schiff werde mindestens drei Tage dauern, teilte die Regierung in Tokio mit.

Als erste Gruppe sollen rund 500 vor allem ältere Passagiere, die negativ auf den Erreger getestet und abschliessend von Ärzten an Bord befragt wurden, das Schiff verlassen. Sie würden in die Innenstadt von Yokohama oder zu anderen Bahnhöfen im Raum der Tokioter Nachbar-Metropole gebracht, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

06.30 Uhr – Über 2000 Todesopfer

Die Zahl der am neuartigen Coronavirus gestorbenen Menschen in China ist auf über 2000 gestiegen. Die Gesundheitskommission in Peking teilte am Mittwoch mit, die Zahl der Todesopfer sei im Vergleich zum Vortag um 136 auf nun 2004 gestiegen.

Die nachgewiesenen Infektionen kletterten demnach um 1749 auf 74.185 Fälle. Allein in der besonders stark betroffenen Provinz Hubei kamen 132 Tote und 1693 neue Infektionen mit der Covid-19 genannten Lungenkrankheit hinzu, die von dem Virus ausgelöst wird.

Außerhalb des chinesischen Festlands wurden bislang fünf Todesfälle und fast 1000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen.


Dienstag, 18. Februar 2020

19.30 Uhr – Russland

Russland hat am Dienstag angekündigt, keine chinesischen Staatsbürger mit ins Land einreisen zu lassen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus gestoppt werden.

«Die Einreise chinesischer Staatsbürger ist am dem 20. Februar für Privatreisen, Studienreisen und Tourismus gesperrt», sagte Tatiana Golikova, die stellvertretende Gesundheitsministerin.

14.30 Uhr – Höhepunkt erst Ende April erwartet

Die Epidemie mit der neuen Lungenkrankheit in China wird sich nach Einschätzung eines führenden Experten möglicherweise erst Ende April stabilisieren. «Das ist eine sehr grobe Schätzung», sagte Zhong Nanshan, der Chef der Expertengruppe der chinesischen Regierung.

Mit einem Höhepunkt des Ausbruchs im ganzen Land sei voraussichtlich bis Ende Februar zu rechnen. «Den Höchststand zu erreichen, bedeutet aber nicht den Wendepunkt», betonte der renommierte Mediziner in einem Video von einer Videokonferenz mit Ärzten aus der Südprovinz Guangdong, über das die Zeitung «Nanfang Dushibao» (Southern Metropolis Daily) am Dienstag berichtete.

Zhong Nanshan sagte allerdings, dass die radikalen Maßnahmen in China zur Eindämmung des Sars-CoV-2 genannten neuen Coronavirus wirkten. Durch die jetzt laufende Rückreisewelle von Wanderarbeitern nach den wegen des Virus verlängerten Ferien zum chinesischen Neujahrsfest erwarte er «möglicherweise keinen großen Anstieg». Es seien sehr strenge Maßnahmen zur Kontrolle der Reiseströme ergriffen worden, sagte Zhong Nanshan in dem Dienstag im Internet veröffentlichten Video von der Konferenzschaltung am Vortag.

13.30 Uhr – 98 Tote

Die Zahl der neuen Virusfälle in China ist erneut um 1886 gestiegen. Innerhalb eines Tages waren weitere 98 Tote zu beklagen, wie die Gesundheitskommission am Dienstag in Peking berichtete.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte damit auf insgesamt 72.436 Fälle. An der Covid-19 genannten neuartigen Lungenkrankheit sind in Festland-China damit schon insgesamt 1868 Patienten gestorben.

Die meisten Fälle werden in Zentralchina in der schwer betroffenen Provinz Hubei gezählt. Allein aus der Provinzhauptstadt Wuhan wurden am Dienstag 1600 der neu erfassten Ansteckungen und 72 der neuen Todesfälle berichtet.

12.30 Uhr – Krankenhausdirektor stirbt

Zum ersten Mal ist in China ein Klinikchef der neuen Lungenkrankheit zum Opfer gefallen. Liu Zhiming, der Direktor des Wuchang Hospitals in der schwer vom Coronavirus betroffenen Metropole Wuhan, sei am Montag gestorben, berichtete am Dienstag die Nachrichtenagentur China News.

Ein Medizinerkollege berichtete demnach, der Chefarzt sei in gutem Gesundheitszustand gewesen und hätte selbst nicht erwartet, dass er an der Covid-19-Lungenkrankheit sterben würde. Am Freitag war schon eine 59-jährige Pflegefachfrau desselben Krankenhauses an der Lungenkrankheit gestorben.

Im Kampf gegen das Sars-CoV-2-Virus haben sich schon mehr als 1700 medizinische Helfer wie Ärzte und Pflegekräfte angesteckt. Bis Ende vergangener Woche waren schon mindestens sechs Helfer daran gestorben, wie das chinesische Staatssender CCTV berichtet hatte. Der überwiegende Teil der Betroffenen war demnach in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Einsatz, in deren Hauptstadt Wuhan das Virus ausgebrochen war.

11.30 Uhr – Umsatzzahlen

Apple bekommt die Folgen der Coronavirus-Epidemie zu spüren. Der iPhone-Hersteller verabschiedete sich am Montag von seinem Umsatzziel für das bis Ende März laufende Quartal, in dem bisher 63 bis 67 Milliarden Dollar erlöst werden sollten. Durch den Coronavirus-Ausbruch sei aber in China sowohl die Nachfrage nach Apple-Geräten als auch die Produktion gebremst worden, teilte der US-Konzern mit. So seien die meisten Apple-Geschäfte in China geschlossen oder hätten ihre Öffnungszeiten verkürzt. Auch seien Zulieferungen für iPhones «vorübergehend eingeschränkt». Die Fabriken in China hätten ihre Arbeit zwar wieder aufgenommen, könnten die Produktion aber nicht so schnell hochfahren wie geplant.

10.30 Uhr – Deutsche Regierung

Wie der «Spiegel» berichtet, will die Regierung in Deutschland, die deutschen Passagiere von der «Diamond Princess» ausfliegen. Der Plan sei, die Deutschen in einer italienischen Maschine Richtung Europa zu bringen. Italien möchte seine Landsleute ebenfalls mit einem Flugzeug zurückholen.


Montag, 17. Februar 2020

14.50 Uhr – Keine Amateure bei Tokio-Marathon

Wegen der Gefahren durch das neuartige Coronavirus dürfen nur rund 200 Elite-Athleten am traditionellen Tokio-Marathon teilnehmen. Ursprünglich waren 38 000 Läufer für den Wettkampf im Vorfeld der Olympischen Spiele im Sommer in der japanischen Hauptstadt erwartet worden.

Doch aus Sorge um das in China ausgebrochene Sars-CoV-2 genannte Virus dürfen Amateure nun am 1. März nicht teilnehmen, wie die Organisatoren am Montag bekanntgaben.

10.47 Uhr – US-Passagiere gelandet

Hunderte US-Passagiere des in Japan wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess sind in ihre Heimat ausgeflogen worden. Zwei von der US-Regierung bereitgestellte Charterflugzeuge hoben vom Tokioter Flughafen Haneda ab und landeten in der Nacht zum Montag (Ortszeit) auf US-Militärstützpunkten in Kalifornien und Texas.

Dies berichtete der Nachrichtensender Fox News. Das US-Außenministerium hatte insgesamt mehr als 300 US-Bürgern, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff befanden, eine freiwillige Rückreise angeboten. Sie sollen nun für 14 Tage in Quarantäne kommen.

Das Flugzeug mit den US-Passagieren landete in der Nacht in Texas. (Bild:AFP/GETTY)

Unter den zurückgebrachten Passagieren seien auch 14 Menschen, die in den vergangenen zwei bis drei Tagen positiv auf das Coronavirus getestet worden seien, hatten zuvor das US-Außenministerium und das Gesundheitsministerium in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt. Sie sassen demnach isoliert von den anderen Passagieren und sollen nun in geeignete Einrichtungen zur weiteren Behandlung gebracht werden. Dasselbe gelte auch für Menschen, die während des Rückflugs Symptome entwickelt hätten, hieß es in der Erklärung weiter.

Die Diamond Princess. (Bild:AP)

An Bord der Diamond Princess hatten sich rund 400 US-Bürger befunden. 44 waren positiv getestet und in Japan in örtliche Krankenhäuser gebracht worden. Das Schiff liegt seit zwei Wochen im Hafen der Stadt Yokohama nahe Tokio fest. Nach derzeitigem Stand haben bisher rund 20 der Infizierten von Bord schwerere Covid-19-Symptome entwickelt.

9.27 Uhr – VW Produktion

Volkswagen bekommt die Folgen des neuartigen Coronavirus in China weiter zu spüren. Es gebe Probleme in den Lieferketten und der Logistik sowie nur begrenzte Reisemöglichkeiten für Mitarbeiter der Produktion, teilte Volkswagen am Montag in Peking mit.

Daher soll die Produktion in den Werken des Gemeinschaftsunternehmens mit der Shanghai Automotive (SAIC) erst am 24. Februar wieder aufgenommen werden. Bisher war dies für den 17. Februar geplant.

Im Volkswagenwerk in Anting bei Shanghai werden derzeit keine Autos montiert. (Bild:DPA/Symbolbild)

Die anderen Werke, die mit First Automotive Works (FAW) betrieben werden, hätten zum Teil die Produktion wieder aufgenommen oder dürften «in den kommenden Tagen» alle wieder laufen. Die Produktionsfähigkeit in jedem Werk werde einzeln überprüft, was zu unterschiedlichen Startzeiten führe, heißt es in der Mitteilung. Ohne den Ausbruch der Lungenkrankheit hätte die Produktion nach den Ferien über das chinesische Neujahrsfest am 3. Februar wieder begonnen. China ist der wichtigste Markt des Autobauers.

Um den Gegebenheiten Rechnung zu tragen, will das Unternehmen etwa beim Marketing den Fokus stärker auf Online-Kanäle legen.

8.14 Uhr – Privatautos verboten

Mit einem Fahrverbot für privaten Autoverkehr waren in der ohnehin weitgehend von der Aussenwelt abgeschotteten Krisenregion am Vortag neue radikale Beschränkungen der Bewegungsfreiheit erlassen worden. In Städten der Provinz dürfen nur noch Dienst- und Notfallfahrzeuge sowie Transporte mit Waren des täglichen Bedarfs auf die Strassen.

6.23 Uhr – 70.000 Infektionen

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus hat in China 70.000 überstiegen. Mit 105 neuen Todesfällen innerhalb eines Tages sind jetzt 1770 Todesfälle zu beklagen, wie die nationale Gesundheitskommission NHC am Montag in Peking mitteilte. Die bestätigten Ansteckungen nahmen um 2048 zu und erreichten landesweit 70.548.

Besonders schwer ist in Zentralchina die 60 Millionen Einwohner zählende Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan betroffen. Dort sind allein 58.182 Infektionen und 1696 Todesfälle durch das Sars-CoV-2 genannte Virus bestätigt. Das sind 1933 Infektionsfälle und 100 Tote mehr als am Vortag, wie die örtliche Gesundheitsbehörde am Montag mitteilte.

In der Provinz waren am Sonntag verschärfte Regeln eingeführt worden, um die Virus-Verbreitung einzugrenzen. Unter anderem wurden die Städte der Provinz angewiesen, die Strassen für alle Privatwagen zu sperren.

Sonntag, 16. Februar 2020

12.31 Uhr – Erster Toter in Taiwan

Taiwan meldet nun auch den ersten Coronavirus-Toten. Ein über 60 Jahre alter Mann sei an den Folgen der Infektion gestorben, teilt Gesundheitsminister Chen Shih Chung mit. Der Mann sei in letzter Zeit nicht ins Ausland gereist und habe daneben als Vorerkrankungen Diabetes und Hepatitis B gehabt.

Insgesamt sind bislang in Taiwan 20 Infektionsfälle registriert. Zuvor hatte es Todesfälle außerhalb von China lediglich in Frankreich, Japan, der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong und auf den Philippinen gegeben.

11.54 Uhr – Fahrverbot in Hubei

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, erlässt die Regierung in der besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei ein Fahrverbot. Davon ausgenommen seien Polizeiautos, Krankenwagen, Fahrzeuge mit lebenswichtigen Gütern oder solche, die für den öffentlichen Dienst benötigt würden, teilt die Regionalregierung mit.

Zudem würden regelmäßig Gesundheitskontrollen für alle Einwohner der Provinz vorgenommen. Auch könnten Firmen erst wieder ihre Arbeit aufnehmen, wenn sie eine Genehmigung der Regierung erhalten haben.

10.33 Uhr – Gesunde Kanadier werden abgeholt

Die kanadische Regierung holt einen Teil ihrer Staatsbürger ab, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess» befinden. Passagiere, die keine Krankheitsymptome zeigten, würden mit einem Flugzeug in die Heimat gebracht, teilte die Regierung mit. Mit dem Coronavirus infizierte Staatsbürger würden dagegen dem japanischen Gesundheitssystem übergeben, um eine angemessene Behandlung sicherzustellen.

9.16 Uhr – Weitere Passagiere infiziert

Weitere 70 Passagiere, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffs Diamond Princess befinden, sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das japanische Gesundheitsministerium mit. Das Schiff liegt seit dem 3. Februar in Japan unter Quarantäne vor Anker. Insgesamt seien nun 355 Menschen an Bord mit dem Virus infiziert. Auf dem Schiff befinden sich rund 3700 Passagiere und Crewmitglieder.

8.14 Uhr – Opferzahlen

In der besonders betroffenen Provinz Hubei starben weitere 139 Menschen an den Folgen der Erkrankung, wie die dortigen Gesundheitsbehörden am Sonntag mitteilten. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in China seit dem Auftauchen des Virus im Dezember auf mindestens 1662.

Die Provinz Hubei meldete zudem 1843 neue Fälle einer Infektion mit dem Virus. Gesamtzahl der bekannten Erkrankungen in der Provinz rund um die Stadt Wuhan liegt damit bei 56.249. Chinaweit infizierten sich damit bisher mehr als 68.000 Menschen.

Samstag, 15. Februar 2020

16.32 Uhr – iPhones für Passagiere

Die Situation auf der Diamond Princess ist für die 3600 Passagiere und Crewmitglieder eine psychische Belastung. Das Kreuzfahrtschiff steht wegen eines Coronavirus-Ausbruchs im japanischen Hafen Yokohama unter Quarantäne.

Am Samstag meldeten die Behörden 65 Neuinfizierungen an Bord. Damit sind jetzt bereits 285 Passagiere erkrankt. Wie die Bild-Zeitung berichtet, sollen nun alle Reisende der Diamond Princess einen iPhone 6 bekommen. Damit sollen die Passagiere besser mit den Ärzten und den Behörden kommunizieren.

Bei virtuellen Sprechstunden werden die Passagiere gebeten, ihre Körpertemperatur regelmäßig mitzuteilen. Tritt bei jemand Fieber auf, kann das zuständige Ärzteteam sofort intervenieren. Auf diesem Weg können zudem Medikamente bestellt werden. Via Handy werden den Reisenden auch Neuigkeiten zum Quarantäne-Verlauf, der Diagnostik und Verhaltensregeln in die Kabinen geschickt. Die Quarantäne für das Schiff gilt noch bis mindestens zum 19. Februar.

10.56 Uhr – Erster Toter in Frankreich

Erstmals ist ein an dem neuartigen Coronavirus erkrankter Mensch in Europa gestorben. Ein 80-jähriger chinesischer Tourist sei in einem Pariser Krankenhaus der Krankheit erlegen, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mit.

Der 80-Jährige stammte aus der schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei, in der auch Wuhan liegt. Der Tourist war Anfang Februar auf die Intensivstation des Krankenhauses Bichat in der französischen Hauptstadt gebracht worden.

Sie sei am Freitag über den Tod des Mannes informiert worden, sagte Buzyn am Samstag. Der Patient sei mehrere Tage in kritischem Zustand gewesen.

9.14 Uhr – 67 neue Fälle auf Kreuzfahrtschiff

Laut dem japanischen Gesundheitsministerium wurden auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess weitere 67 Fälle von Coronavirus-Infektion bestätigt. Dies schreibt NHK-News. Damit erhöht sich die Anzahl der infizierten Passagiere und Besatzungsmitglieder auf 285.

8.32 Uhr – «Sehr schlimme Lage»

Das Coronavirus könnte die Welt nach Ansicht von Microsoft-Gründer Bill Gates möglicherweise in eine «sehr schlimme Lage» bringen. «Es stellt uns vor eine riesige Herausforderung», sagte Gates am Freitag (Ortszeit) bei der Konferenz des weltgrössten Wissenschaftsverbands AAAS (American Association for the Advancement of Science) in Seattle.

«Es gibt viel, was wir nicht über diese Epidemie wissen, aber es gibt auch viel, was wir wissen, das zeigt, dass sie sehr dramatisch werden könnte - besonders, wenn sie sich in Gegenden wie dem südlichen Afrika oder dem südlichen Asien ausbreitet», sagte Gates weiter. «Diese Krankheit wird, wenn sie nach Afrika kommt, dramatischer sein als in China - und ich will das, was in China passiert, nicht verharmlosen.»

8.11 Uhr – Evakuierung von Kreuzfahrtschif

Die USA holen einem Medienbericht zufolge amerikanische Bürger und deren Familien ab, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess befinden. Das berichtet das Wall Street Journal. Das Schiff liegt in Japan unter Quarantäne vor Anker. Rund 380 Personen würden Plätze auf zwei Evakuierungsflügen von Japan in die USA angeboten.

7.17 Uhr – Opferzahlen steigen weiter

Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus in China ist auf mehr als 1500 gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörden der besonders betroffenen Provinz Hubei am Samstag mitteilten, starben dort weitere 139 Menschen an den Folgen der Erkrankung.

Die Zahl der Todesopfer in China stieg seit dem Auftauchen des Virus im Dezember aus mindestens 1523, wie die Nationale Gesundheitsbehörde des Landes NHC am Samstag mitteilte.

Die Provinz Hubei meldete zugleich 2420 neue Fälle einer Infektion mit dem Virus. Die Gesamtzahl der bekannten Erkrankungen in der Provinz rund um die Stadt Wuhan liegt damit bei 54.406. Chinaweit infizierten sich laut NHC bisher 66.492 Personen.

Freitag, 14. Februar 2020

20.21 Uhr – Facebook sagt Messe ab

Facebook wird Medienberichte zufolge wegen der Epidemie eine globale Marketing-Veranstaltung in San Francisco absagen. Die Messe sei für März geplant gewesen, berichtet der San Francisco Chronicle.

19.36 Uhr – Erster Fall in Ägypten

Das neuartige Coronavirus hat nun auch Afrika erreicht: Das ägyptische Gesundheitsministerium meldete am Freitag die erste Infektion mit dem Virus, das im Dezember in China erstmals bei Menschen aufgetreten war.

Der aus dem Ausland stammende Patient habe keine Symptome der Atemwegserkrankung, sei aber in einem Krankenhaus isoliert worden, hieß es aus Kairo weiter.

Als erstes Land der arabischen Welt hatten die Vereinigten Arabischen Emirate Ende Januar vier bestätigte Fälle des Virus Sars-CoV-2 gemeldet. Mittlerweile sind weitere Ansteckungen hinzugekommen. Bei den meisten der Betroffenen handelt es sich um Chinesen.

18.15 Uhr – Ärzte arbeiten mit Windeln

In den Kliniken in Wuhan herrscht seit Wochen Ausnahmezustand. «Meine Kollegen haben keine Zeit zum essen oder trinken, sie schaffen es nicht einmal, auf die Toilette zu gehen», berichtete die Ärztin aus dem großen Krankenhaus in der Millionen-Metropole. Ihren Namen will sie aus Angst vor Repressalien nicht nennen.

Nicht nur sind die Mediziner überarbeitet, sie sind auch schlecht ausgerüstet: Wuhans stellvertretender Bürgermeister Hu Yabo gab neulich zu, dass jeden Tag 56.000 Atemschutzmasken und 41.000 Schutzanzüge fehlten. Jiao Yahui von der chinesischen Gesundheitskommission berichtete, dass viele Ärzte unter ihren Schutzanzügen Windeln tragen und damit den Gang auf die Toilette vermeiden, um einen Wechsel der raren Anzüge hinauszuzögern.

Ein Arzt in einer kleineren Stadtteil-Klinik von Wuhan berichtete, dass er und mindestens 16 Kollegen die typischen Symptome des Coronavirus wie Husten und Lungeninfektionen zeigen. «Als Ärzte wollen wir natürlich nicht arbeiten, während wir vielleicht ansteckend sind», sagte er. «Doch es gibt im Moment einfach niemanden, der uns ersetzen könnte.» Nach seinen Angaben wurden alle Ärzte, die kein Fieber haben, angewiesen, weiter zu arbeiten.

Selbst die Regierung gestand am Freitag ein, dass das medizinische Personal angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemschutzmasken einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Es gebe in den Reihen von Ärzten und Pflegekräften bereits mehr als 1700 Infektionsfälle, sagte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission, Zeng Yixin. «Von ihnen sind leider sechs Menschen gestorben.»

Viele Mediziner und Pfleger auf den Isolierstationen tragen demnach bis zu neun Stunden lang ihre Schutzkleidung, obwohl sie eigentlich alle vier Stunden lang gewechselt werden müsste. «Natürlich heißen wir diese Methode nicht gut, aber sie haben keine andere Wahl», sagte Jiao.

Einige Ärzte bastelten sich inzwischen selbst Schutzanzüge, die aber keinen wirklichen Schutz gegen das Virus böten, sagt Xu Yuan. Die 34-Jährige lebt in den USA, steht aber in ständigem Kontakt mit ehemaligen Klassenkameraden, die in den Kliniken von Wuhan arbeiten.

Einer ihrer Freunde habe fünf Tage lang denselben Behelfs-Schutzanzug getragen, erzählt Xu. «Jeden Tag desinfiziert er ihn nach dem Tragen. Er sagt, das sei wahrscheinlich sinnlos, aber immer noch besser als nichts.»

9.11 Uhr – Hunde und Katzen getötet

Derzeit kursiert in China die Annahme, dass Haustiere das Coronavirus auf Menschen übertragen können. So hat die chinesische Wissenschaftlerin Li Lanjuan öffentlich dazu geraten, Hunde und Katzen zu isolieren, wie unter anderem der «Business Insider» schreibt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO widerspricht Lanjuans Warnung. Es gebe aktuell keinen Beweis dafür, dass Haustiere sich mit dem Coronavirus anstecken können.

Trotzdem scheint die Furcht vor dem Virus mehr zu imponieren als dieser Fakt. Jedoch werden Katzen und Hunde nicht nur isoliert, sondern sogar getötet. Im Internet kursieren Videos, auf denen zu sehen ist, wie Menschen auf offener Strasse mit Schlagstöcken auf Hunde losgehen und sie totschlagen. Weitere Aufnahmen zeigen tote Katzen und Hunde, die auf dem Boden aufgeschlagen waren, weil sie vermutlich aus Hochhäusern geworfen worden sind.

Hinzu kommt, dass tausenden Haustieren in gesperrten Bezirken der Hungertod droht. Zahlreiche Menschen, die sich in Quarantäne befinden dürfen nicht mehr ihre Wohnungen, um die Tiere zu füttern. Wie «Mirror» schreibt, gebe es jedoch Freiwillige die in die verlassenen Wohnungen gehen, um den Tieren essen zu geben - obwohl dies gegen das Gesetz verstößt und sie ihre Notunterkünfte eigentlich nicht verlassen dürfen.

8.50 Uhr – Krankenhauspersonal

In China sind nach Behördenangaben bereits sechs Krankenhausmitarbeiter an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Zudem seien landesweit 1716 Angehörige des medizinischen Personals infiziert, teilte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission Zeng Yixin am Freitag mit.

Zeng hob die großen Risiken hervor, denen Ärzte und Krankenpfleger angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemschutzmasken bei der Behandlung von Coronavirus-Patienten ausgesetzt seien. Vor allem in Wuhan führten die Engpässe zuletzt dazu, dass Ärzte dieselbe Schutzbekleidung mehrfach tragen mussten.

Ein Arzt aus Wuhan sagte der Nachrichtenagentur AFP, er und 16 seiner Kollegen hätten Symptome, die auf eine mögliche Coronavirus-Infektion hindeuteten. Dazu gehören Husten und Atemnot. Trotzdem müssten sie weiter Patienten behandeln.

(Bild: Reuters)

7.02 Uhr – Weiterer Anstieg

Nach der neuen Einstufung der Virusfälle in China ist die Zahl der bestätigten Ansteckungen am Freitag erneut stark gestiegen. Allein in der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina kamen innerhalb eines Tages 4823 Infektionen hinzu.

Dies berichtete das chinesische Staatsfernsehen am Freitag unter Hinweis auf die Gesundheitskommission der Provinz. Damit steigt die Zahl landesweit auf fast 65.000. Die Gesamtzahl der bekannten Erkrankungen in der Provinz rund um die Stadt Wuhan liegt damit bei 51.986.

6.54 Uhr – Neue Methode

Wieder starben allein in Hubei 116 Patienten an der Krankheit. Damit sind landesweit fast 1400 Tote zu beklagen.

Ein Arzt desinfiziert den Eingang eines Krankenhauses in Wuhan. (Bild: Reuters/China Daily CDIC)

6.49 Uhr – Geflohene Russin verschanzt sich in Wohnung

Die Polizei von St. Petersburg ist hinter der 32-jährigen Alla Ilyina her. Die Frau war vor einigen Tagen aus einem Spital geflohen, nachdem sie wegen einer möglichen Infektion mit Sars-CoV-2 unter Quarantäne gestellt worden war.

Derzeit befindet sich Ilyina in ihrer Wohnung und weigert sich, den Behörden die Türe zu öffnen. «Unsere Verfassung garantiert mir Freiheit. Ich sehe keinen Grund, wieso ich in einem Käfig im Spital bleiben muss», sagt die Frau in einem Insta-Post.

Alla Ilyina hat sich in ihrer Wohnung in St. Petersburg verschanzt. Sie will zurück in die Quarantäne. (Bild: Instagram/allasand)

Der Fall ist heikel, denn Patienten in Russland können nur mit eigener Zustimmung in Quarantäne bleiben. Die Chefärztin der Botkinskaya -Klinik will darum nun eine Zwangsunterbringung in der Klinik vor Gericht erwirken.

Ilyina versteht das nicht: Sie sei am 30. Januar aus ihren Ferien auf der chinesischen Insel Hainan zurückgekehrt. Am 6. Februar rief sie eine Ambulanz, weil sie starke Halsschmerzen spürte. Bei der 32-Jährigen wurde sofort ein Test zur Abklärung auf einer Ansteckung mit dem Coronavirus gemacht. Dieser fiel negativ aus, so wie zwei weitere Tests. «Warum zum Teufel muss ich in Quarantäne bleiben?», reklamiert Ilyina.

Wie «Moscow Times», berichtet, sollte das Krankenhaus die Zwangsunterbringung erwirken, müsste Alla Ilyina bis am 19. Februar isoliert in der Klinik bleiben.


Donnerstag, 13. Februar 2020

18 Uhr – EU besorgt über Engpässe bei Medikamenten

Wegen des Coronavirus werden in der EU Engpässe bei Arzneimitteln und Schutzkleidung befürchtet. China ist ein Schlüsselland für die Herstellung von Arzneimitteln, es werden dort wichtige Wirkstoffe produziert, die für viele Medikamente nötig sind. Viele dortige Firmen haben aber wegen des Coronavirus die Produktion unterbrochen, um ihr Personal zu schützen und die Ausbreitung des Erregers einzudämmen. Die EU-Gesundheitsminister trafen sich am Donnerstag in Brüssel zu einem Sondergipfel.

Es sei nicht ausgeschlossen, «dass aus der bisher regional begrenzten Epidemie in China eine weltweite Pandemie werden kann», sagte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn. Medikamentenengpässe könnten mit Zeitverzögerung eintreten, so Spahn. Container aus China seien rund vier Wochen nach Europa unterwegs. «Das heißt, es kommt jetzt noch etwas an», sagte er. Dies könne sich aber demnächst ändern, wenn sich die chinesischen Produktionsstopps auswirkten.

Die finnische Gesundheitsministerin Krista Kiuru sagte, die pharmazeutische Industrie der EU sei «stark von der Einfuhr von Wirkstoffen aus China abhängig». Die französische Akademie für Pharmazie erläuterte, 80 Prozent der wichtigsten pharmazeutischen Wirkstoffe würden außerhalb Europas produziert, davon wiederum ein Großteil in Asien.

Mehrere Minister zeigten sich auch beunruhigt über Engpässe bei der Verfügbarkeit von Schutzkleidung und Masken. «Der Großteil der Hersteller dieser Ausrüstung sitzt in China und hat nun selbst keine Vorräte mehr», sagte der französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn. Wie ihre Kollegen aus den Niederlanden und Belgien sprach sie sich für eine «gemeinsame Beschaffung von Schutzkleidung auf europäischem Niveau aus».

17.42 Uhr – Warum gibt es plötzlich so viele Corona-​​Infizierte?

Mehr dazu in diesem Artikel.

7.02 Uhr – Gedrückte Börsen in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte sind am Donnerstag nach den jüngsten Zahlen zum Coronavirus aus China ins Wanken geraten.

Die Börse in Tokio hat sich am Donnerstag zunächst schwächer gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,1 Prozent tiefer bei 23.835 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,3 Prozent und lag bei 1714 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 0,5 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,2 Prozent auf 109,88 Yen und legte 0,1 Prozent auf 6,9803 Yuan zu. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,0868 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,0629 Franken nach. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,2954 Dollar.

6.52 Uhr – Parteichef von Hubei entlassen

Der Chef der Kommunistischen Partei in der chinesischen Provinz Hubei ist seines Amtes enthoben. Das berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Shanghais Bürgermeisterin Ying Yong ersetzt Jiang Chaoliang, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf das Zentralkomitee der Partei.

6.44 Uhr – Ältere dürfen Diamond Princess verlassen

(Bild: Keystone)

Japan erlaubt Personen über 80 Jahren und Menschen mit Vorerkrankungen die Quarantäne des Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess vorzeitig zu verlassen. Ursprünglich sollten alle Passagiere und Besatzungsmitglieder erst am 19. Februar von Board gehen, berichtet der japanische Sender NHK. Nach Angaben des Gesundheitsministers Katsunobu Kato sind auf dem Schiff 44 Neu-Infektionen gemeldet worden.

6.41 Uhr – United Airlines

Die US-Fluglinie United Airlines wird ihre Verbindungen nach China bis Ende April weiterhin aussetzen. Ursprünglich sollte die Strecke ab dem 21. Februar wieder bedient werden. Mit der Ankündigung der United mit Sitz in Chicago haben nun alle US-Passagierfluggesellschaften, die China regulär anfliegen, ihre Flüge bis Ende April aus ihren Flugplan gestrichen. Grund sei ein dramatischer Rückgang der Nachfrage.

6.26 Uhr – MS Westerdam darf anlegen

Die MS Westerdam der Reederei Carnival hat einen Hafen in Kambodscha angelaufen. Das Kreuzfahrtschiff erreicht nach Angaben einer Schiffsverkehrseite einen Ankerpunkt in der kambodschanischen Hafenstadt Sihanoukville. Obwohl keine Passagiere an Bord an dem Virus erkrankt sind, wurde das Schiff von Japan, Taiwan, Guam, den Philippinen und Thailand abgewiesen und kreuzte 2 Wochen auf See.

(Bild: Keystone)

6.18 Uhr – Zweite Erkrankung in San Diego

Eine zweite Person ist in San Diego (Kalifornien) an COVID-19 erkrankt. Das berichtet der Sender CNBC unter Berufung auf die US-Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention (CDC). Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

6.10 Uhr – Sprunghafter Anstieg

Die Zahl neu nachgewiesener Todesopfer durch das Coronavirus hat sich in China in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Vergleich zum Vortag mehr als verdoppelt. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen verzehnfachte sich dort sogar fast.

Wie das chinesische Staatsfernsehen am Donnerstag berichtete, wurden in Hubei 242 neue Todesopfer registriert, womit die Gesamtzahl der Toten in der Provinz seit Ausbruch der Krankheit bei 1310 liegt.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg um 14.840 auf nun 48.208 bekannte Fälle. Am Vortag waren in Hubei noch 97 Todesopfer und 1638 neue Infektionen gemeldet worden.

Landesweit lagen am Donnerstag zunächst keine neuen Angaben über die Verbreitung des Virus vor. Allein durch die neuen Infektionen in Hubei, wo die Lungenkrankheit in der Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war, ist die Gesamtzahl der Infektionen auf dem chinesischen Festland aber auf über 59.000 gestiegen.

Wie die Gesundheitskommission der Provinz Hubei mitteilte, seien die Diagnoseergebnisse nach einer Untersuchung «überarbeitet» worden. Patienten seien gemäß der neuen Klassifikation hinzugefügt worden. Demnach würden seit Donnerstag auch Fälle «klinischer Diagnosen» in die Zahl der bestätigten Diagnosen aufgenommen. Was das genau bedeutet und wie damit der sprunghafte Anstieg in der Statistik zu erklären ist, war zunächst unklar.


Mittwoch, 12. Februar 2020

20.10 Uhr – Weltgrößte Handymesse abgesagt

Wegen dem Coronavirus wurde die weltgrößte Handy-Messe in Barcelona wird kurzfristig abgesagt. Ab dem 24. Februar wollten die Handy-Hersteller und Mobilfunk-Unternehmen auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona neue Gadgets und Services vorstellen.«Der Corona-Virus-Ausbruch hat es unmöglich gemacht, den Event abzuhalten», schreibt John Hoffman, CEO des MWC.

18.34 Uhr – Kreuzfahrtschiff darf andocken

Das aus Hongkong kommende Kreuzfahrtschiff «Westerdam», das wegen Coronavirus-Angst an mehreren asiatischen Häfen nicht andocken durfte, steuert nun die kambodschanische Hafenstadt Sihanoukville an. Dies teilte die Reederei Holland America Line am Mittwoch mit.

«Wir werden um 7 Uhr Ortszeit am Donnerstag ankommen und für mehrere Tage im Hafen für die Ausschiffung bleiben», hieß es in einer aktualisierten Mitteilung der Reederei. Die Gäste würden in den nächsten Tagen an Land gehen und dann mit Charterflügen in die Hauptstadt Phnom Penh gebracht, um von dort die Heimreise anzutreten. Man sei den kambodschanischen Behörden «extrem dankbar» für ihre Unterstützung, hieß es weiter.

Zuletzt hatten Thailand, Taiwan, Japan, die Philippinen und Guam das Einlaufen in ihre Häfen verweigert. Dabei sind bislang keine Fälle von mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten an Bord bekannt. Auf der «Westerdam» befanden sich rund 1500 Gäste und 800 Besatzungsmitglieder. Das Schiff war am 1. Februar in Hongkong gestartet und sollte seine Reise ursprünglich am 15. Februar im japanischen Yokohama beenden.

Im Hafen dieser Stadt liegt aktuell ein anderes Kreuzfahrtschiff, die «Diamond Princess», unter Quarantäne. Bei mehr als 170 Menschen an Bord war eine Infektion mit dem Virus festgestellt worden. Die rund 3600 Passagiere und Crew-Mitglieder sollen nach derzeitigem Stand mindestens noch bis zum 19. Februar auf dem Schiff bleiben.

18.24 Uhr – Männer eher betroffen

Mehrere Studien, die an über 1000 Patienten aus dem Epizentrum durchgeführt wurden, deuten darauf hin, dass Männer eher am Coronavirus erkranken als Frauen. 54 Prozent der Erkrankten sind Männer, das mittlere Alter ist 56 Jahre. Betroffen sind laut den Ergebnissen meist ältere Männer mit angeschlagener Gesundheit.

Warum Männer anfälliger sind, ist den Forschern noch nicht ganz klar, schreibt der Business Insider. Doch bereits das Sars-Virus betraf mehr Männer als Frauen. Studien mit Mäusen haben mittlerweile gezeigt, dass wohl das X-Chromosom und Hormone der Frauen das Virus eher daran hindern, sich im Körper auszubreiten. Das könnte auch auf das Coronavirus zutreffen.

Allerdings leiden viele Infizierte auch an chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Diese treten bei Männern mittleren Alters häufiger auf als bei Frauen. Außerdem könnte der höhere Anteil an Männern damit begründet werden, dass im Markt, wo das Virus ausgebrochen ist, größtenteils Männer arbeiten, schreibt das Portal. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es jedoch noch zu früh, um konkrete Schlüsse zu ziehen.

7.04 Uhr – Offizieller Name

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautet der offizielle Name des neuen Coronavirus «COVID-19». CO steht für Corona, VI für Virus, D für Krankheit (disease) und 19 für das Jahr, in dem es auftauchte. Die WHO habe bewusst einen Namen gewählt, der sich nicht auf einen Ort oder ein Tier beziehe.

6.51 Uhr – Mehr als 1100 Tote

Das Coronavirus hat in China innerhalb von 24 Stunden erneut fast 100 Todesopfer gefordert: Wie die Nationale Gesundheitskommission am Mittwoch mitteilte, kamen landesweit im Vergleich zum Vortag 97 Todesfälle hinzu.

Die Zahl der Infektionen stieg demnach um 2015 Fälle. Sowohl die Zahl der neuen Opfer als auch die der neu erkrankten Patienten ging den offiziellen Angaben zufolge damit im Vergleich zum Vortag etwas zurück. Am Dienstag waren noch 108 Todesfälle und 2478 neue Infektionen gemeldet worden. Allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.

Die meisten Opfer kamen erneut aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, in deren Hauptstadt Wuhan das Virus erstmals auf den Menschen übergesprungen war. Dort wurden 94 der neuen Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Opfer auf dem chinesischen Festland liegt nun bei 1113. Bei mehr als 44.000 Menschen wurde eine Infektion bestätigt.

6.45 Uhr – Quarantäne verlassen

In den USA können die ersten Personen die Quarantänestation in Kalifornien verlassen. Die 195 US-Bürger - die meisten davon Mitarbeiter des US-Außenministeriums - waren am 29. Januar aus Wuhan ausgeflogen worden. Bei keinem der Rückkehrer wurde das Coronavirus festgestellt. «Sie brauchen keine zusätzlichen Tests, sie müssen nicht gemieden werden, sie haben kein neuartiges Coronavirus», sagte der Amtsarzt der Region, Cameron Kaiser. Seine Abteilung hatte ein Foto veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie die Menschen ihre Masken in einer Quarantäne-Abschlusszeremonie wegwarfen.


Dienstag, 11. Februar 2020

19.00 Uhr – Falsche Patientin entlassen

Eine Frau, die in San Diego in Kalifornien am Coronavirus erkrankt war, wurde am Montag irrtümlich aus dem Krankenhaus entlassen. Die US-Bürgerin war vergangene Woche an Bord des ersten US-Evakuierungsflugs aus Wuhan gekommen. Sie stand im Militärstützpunkt Miramar nördlich von San Diego unter Quarantäne.

Als die Frau am Wochenende erste Anzeichen einer Infizierung mit dem Virus zeigte, wurde sie ins Krankenhaus in San Diego gebracht. Der erste Bluttest am Sonntag fiel allerdings negativ aus. Die Patientin hätte aber bis zum Ergebnis eines zweiten Tests in der Klinik bleiben müssen. Stattdessen wurde sie ohne besondere Schutzmaßnahmen wieder nach Miramar gefahren. Kurz darauf kam das Resultat des zweiten Bluttests, das bestätigte, dass die Frau tatsächlich am Coronavirus erkrankt war.

Die Patientin wurde nun laut dem US-Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention (kurz CDC) zur Isolierung wieder ins Krankenhaus eingeliefert. Sie habe in den wenigen Stunden, in denen sie entlassen worden war, wenig Kontakt zu Menschen gehabt, behauptet die Behörde. Zudem zeige sie nur «minimale Symptomen» der Krankheit und sei «wohlauf».

14.38 Uhr – Fake Anfall

Dieser Prank ging nach hinten los. Die Polizei in Moskau hat einen Mann verhaftet, der einen Zusammenbruch vorgespielt hat. Mit der Aktion wollte er Coronavirus-Opfer imitieren.

In einem Video sind Fahrgäste zu sehen, die dem Mann mit Maske helfen wollen, nachdem dieser zu Boden gestürzt war. Es scheint, als würde der Mann Krämpfe erleiden. Im Hintergrund ist zu hören, wie zwei Männer behaupten, er habe das Coronavirus. Die hilfsbereiten Passagiere rennen davon.

Das Video wurde auf einer Prank-Seite veröffentlicht und kurze Zeit später entfernt. Das russische Innenministerium hat die Verhaftung des Pranksters mittlerweile bestätigt. Der Anwalt des Mannes äußert sich gegenüber lokalen Medien wie folgt: «Er steht unter Schock. Mit all dem hatte er nicht gerechnet.» Dem Russen drohen fünf Jahre Gefängnis.

7.33 Uhr – Xi Jinping zeigt sich

Der chinesische Staatschef Xi Jinping, der sich seit Ausbruch der Epidemie weitgehend von der Öffentlichkeit ferngehalten hatte, zeigte sich am Montag mit Atemschutzmaske. Beim Besuch eines Spitals in Peking mit infizierten Patienten nannte er die Lage «immer noch sehr ernst» und forderte «entschiedenere Massnahmen», wie der Staatssender CCTV berichtete.

Xi sprach per Videoschaltung auch mit Ärzten in der Millionenstadt Wuhan in Hubei. In Wuhan war das neuartige Virus erstmals bei Menschen festgestellt worden.

(Bild: Keystone)

Zudem ließ sich der Staatschef bei einem Besuch eines Pekinger Viertels mit ausgestrecktem Arm die Körpertemperatur messen. Auf Bildern des Staatsfernsehens war ferner zu sehen, wie Xi mit einigem Abstand mit Anwohnern sprach.

7.02 Uhr – 1000 Menschen gestorben

In China sind inzwischen mehr als 1000 Menschen an der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Wie die Regionalregierung der zentralchinesischen Provinz Hubei am Dienstag mitteilte, starben dort seit dem Vortag 103 Menschen an den Folgen der Infektion.

Die offizielle Gesamtzahl der Todesopfer der Epidemie in Festlandchina wuchs damit auf mindestens 1011 an. Die allermeisten Infektions- und Todesfälle gibt es weiterhin in Hubei, von wo die Epidemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte.

Nach Angaben der Behörden in Hubei wurden seit Montag weitere 2097 Ansteckungsfälle in der Provinz verzeichnet. Die offizielle Gesamtzahl der Ansteckungsfälle in Festlandchina stieg damit auf mehr als 42.200.


Montag, 10. Februar 2020

7.22 Uhr – Kreuzfahrtschiff

Fast 4000 Passagiere sitzen derzeit auf der «Diamond Princess» in Japan fest. Das Schiff wurde aufgrund des Coronavirus unter Quarantäne gestellt. Wie das japanische Gesundheitsministerium am Montag bekanntgab, wurden 60 weitere Fälle des Coronavirus festgestellt. Damit erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord des Schiffes auf mindestens 130.

5.05 Uhr – 908 Todesfälle

In China sind an dem neuartigen Coronavirus nach Angaben der Gesundheitsbehörden bislang 908 Menschen gestorben. Das sind 97 mehr als am Vortag, darunter allein 91 aus der besonders stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei rund um die Millionenstadt Wuhan. Die Zahl der festgestellten Infektionen stieg um 3062 auf 40.171. Mittlerweile sind durch das Coronavrus mehr Menschen ums Leben gekommen als durch das Atemwegssyndrom Sars im Jahr 2003. Damals waren nach Angaben der WHO 8096 Menschen erkrankt und weltweit 774 gestorben.


Sonntag, 9. Februar 2020

18.28 Uhr – Bürgerjournalist vermisst

Der chinesische Aktivist und Bürgerjournalist Chen Qiushi berichtete seit Ende Januar aus Wuhan. Auf Youtube kritisierte er unter anderem auch die chinesische Regierung. Nun meldeten Freunde und Verwandte den 34-Jährigen, der eigentlich Anwalt ist, als vermisst. Medienberichten zufolge ist der Corona-Youtuber seit Donnerstag telefonisch nicht mehr erreichbar.

Am Freitagmorgen postete seine Freundin eine Videobotschaft auf seiner Twitter-Seite. Die Mutter des 34-Jährigen sagt darin: «Ich bin hier, um alle online zu bitten, Qiushi zu finden und vor allem herauszufinden, was mit ihm passiert ist.» In der Zwischenzeit sollen seine Angehörigen von der Polizei erfahren haben, dass er unter Quarantäne gestellt wurde.

Erst kürzlich starb 34-jährige Li Wenliang. Dabei handelt sich um einen Arzt aus Wuhan, der von der chinesischen Polizei festgenommen und verhört worden war, weil er auf Social Media vor der Coronavirus-Epidemie gewarnt hatte. Sein Tod löste einen Sturm der Empörung in ganz China aus.

10.50 Uhr – Zweiter Fall in Spanien

In Spanien ist eine zweite Infektion mit dem Coronavirus bestätigt worden. Auf Mallorca sei eine Person positiv auf den Erreger getestet worden, teilt das Nationale Mikrobiologiezentrum mit. Tests bei drei weiteren Personen seien negativ ausgefallen. Die vier seien mit jemandem in Frankreich in Kontakt gewesen, bei dem die Erkrankung anschließend diagnostiziert worden sei. In Spanien war am 31. Januar der erste Corona-Fall bestätigt worden.


Freitag, 7. Februar 2020

14.40 Uhr – Werden ein oder mehrere Luxemburger aus Wuhan evakuiert?

Ein luxemburgischer Staatsangehöriger, der sich in der Provinz Hubei aufhält, hat den Wunsch geäußert, nach Luxemburg zurückzukehren. Das Außenministerium hat am Freitagmorgen mitgeteilt, dass die Rückkehr dieser Person mit den britischen Behörden vereinbart werden konnte.

Der luxemburgische Staatsbürger soll daher an diesem Sonntag an Bord eines Flugzeugs zurückkehren, das in das Vereinigte Königreich fliegt. Von dort soll er mit einer italienischen Militärmaschine nach Luxemburg weiterfliegen. Nach seiner Rückkehr ins Land wird er von der Gesundheitsdirektion betreut und unter Quarantäne gestellt. Ob dies nur als Vorsichtsmaßnahme geschieht, wollte das von L'essentiel kontaktierte Außenministerium nicht kommentieren.

Auch Berichte in mehreren deutschen Medien, wonach auch Luxemburger am Sonntag über Berlin aus Wuhan zurückkehren sollen, blieben unkommentiert. Das Gesundheitsministerium erklärte, dass niemand, der Symptome zeige, aus China zurückgeführt wird. «Alle europäischen Bürger auf dem britischen Flug von Wuhan sind asymptomatisch», erklärt das Ministerium und zitiert Gesundheitsdirektor Dr. Jean-Claude Schmit. Die Passagiere werden jedoch zwei Wochen lang unter Quarantäne gestellt.

13.31 Uhr – Ist das Schuppentier der Überträger?

Das bedrohte, aber in China begehrte Schuppentier könnte einer chinesischen Studie zufolge Überträger des neuartigen Coronavirus sein. Details der Forschungsergebnisse wurden nicht genannt.

Die Untersuchung von mehr als tausend Proben von Wildtieren habe ergeben, dass die Gensequenz von Viren beim Schuppentier zu 99 Prozent mit der des Coronavirus 2019-nCoV übereinstimme, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua aus der Studie der Südchinesischen Landwirtschaftlichen Universität.

Es wird davon ausgegangen, dass das neuartige Virus, das mitunter tödliche Atemwegserkrankungen verursacht, sich von einem Markt in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan aus verbreitete. Auf dem Markt wurden auch exotische Wildtiere angeboten. Als sicher gilt, dass bei dem neuartigen Coronavirus Fledermäuse als sogenanntes Erregerreservoir dienen. Das bedeutet, dass das Virus in den Fledermäusen vorkommt, diese aber nicht davon krank werden.

Einer unlängst veröffentlichten Studie zufolge stimmen die Gensequenzen des Virus und des Virus bei Fledermäusen zu 96 Prozent überein. Das Virus bei den Fledermäusen kann aber nicht an menschlichen Zellen andocken. Es muss also über einen Zwischenwirt zum Menschen gelangt sein - und dabei könnte es sich um das Schuppentier handeln.

Das Schuppentier ist nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) das meist gehandelte Wildtier der Welt. Mehr als eine Million Exemplare des Säugetiers wurden demnach in den vergangenen zehn Jahren in Wäldern in Asien und Afrika gejagt, um sie in China und Vietnam zu verkaufen.

Dort kommen ihre Schuppen in der traditionellen Medizin zur Anwendung – obwohl sie – wie menschliche Fingernägel ausschließlich aus Keratin bestehen. Auch das Fleisch der Tiere gilt in China als Delikatesse. Im Januar ordnete die chinesische Regierung wegen der Coronavirus-Epidemie einen vorläufigen Stopp des Handels mit Wildtieren an. Der Volksrepublik wird von Tierschützern immer wieder vorgeworfen, den Handel mit unter Schutz stehenden bedrohten Wildtieren zu tolerieren.

Die Epidemie der ebenfalls durch ein Coronavirus übertragenen Atemwegserkrankung Sars, an der 2002/2003 in Festlandchina und Hongkong hunderte Menschen starben, wurde ebenfalls auf Wildtiere zurückgeführt. Wissenschaftlern zufolge soll der Sars-Erreger von Fledermäusen über in China als Delikatesse gehandelte Zibetkatzen auf Menschen übertragen worden sein.

13.01 Uhr – WHO: Weltweite Knappheit an Schutzausrüstung

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Viren-Schutzausrüstungen wegen des Coronavirus knapp. Die Zahl der Toten durch die neuarti

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Robbes am 03.02.2020 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich, diese Hysterie! Das Grippevirus (Influenza) 2017/2018 hat allein in Deutschland 25.100 Todesopfer gefordert (Quelle: Robert-Koch-Institut Berlin). Es war viel agressiver als das Corona-Virus.

  • svendorca am 03.02.2020 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Tausende vu Kanner stierwen all Daag vun Honger op eisem Planet, oder well Medicamenter féelen,..ween schwätzt dann doriver!

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  • Sin mir nët e bessen mautsch am 03.02.2020 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    E Sonnden as e Flug vun der Cargolux op Shanghai gaangen, deen medizinescht Material dohinner transportéiert, vu wou ët hir koum .... Ween ët fäerdeg bréngt, an 10 Deeg e Spidol ze bauen, denn produzéiert esou Material an 2 Minuten. De Mega-Gewënner as alt nees d'Pharmaindustrie. BSE; Vullegripp; Schwéngschnapp; Kanarien-Pescht; Krokodillen-Houscht a waat déi séch soss nach alles afaalen gelooss hun an waerten. A mir I...... faalen ëmmer nees drop eran.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 15.02.2020 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Selon les dires de notre ministre de la santé pas de problème,c’est la preuve qu’il ne connaît rien à la santé. C’est la preuve qu’il a reçu ce poste (entre copains )et qu’il a une incompétence totale sur le sujet de cette maladie Un ministre de la santé doit être médecin et pas un clowns

  • احمق آلمانی am 11.02.2020 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Fast 42.000 Menschen sind erkrankt ... 42000000/1386000000 = 0.0303030303 https://en.wikipedia.org/wiki/Pandemic_severity_index

  • Daniel am 11.02.2020 00:50 Report Diesen Beitrag melden

    Damit steigt die Mortalitätsrate, die vor etwa zwei Wochen noch bei ca. 2% war, jetzt fast auf etwa 4% an. Das kann aber statistisch wegen des Krankheitsverlauf begründet sein.

  • JACK am 10.02.2020 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ Robbes haal op blodsinn ze zielen dat war weltweit. Jong

  • Xdoubt am 10.02.2020 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt weitaus mehr Menschen, die gestorben sind. Das ist nur die Berichterstattung der Medien, über die China berichtet. Und wir kennen ja China.