Konflikt mit Rebellen

18. Oktober 2021 17:43; Akt: 18.10.2021 17:47 Print

Äthiopische Armee bombardiert Zivilisten

Äthiopiens Armee soll Luftangriffe auf in Tigrays Hauptstadt Mekelle geflogen sein. Montag ist Markttag in Mekelle – die Armee wollte offenbar zivile Ziele angreifen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das äthiopische Militär hat nach Berichten von Augenzeugen Luftangriffe auf die Hauptstadt der Region Tigray geflogen. Dabei seien am Montag in Mekelle mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen bestätigten die Luftangriffe. Wenige Tage zuvor hatten die Streitkräfte eine neue Offensive gegen die Kämpfer in Tigray begonnen. In Mekelle war es seit Ende Juni ruhig geblieben.

«Die Luftwaffe von Ministerpräsident Abiy Ahmed schickte ihren Bomber, um zivile Ziele in und außerhalb von Mekelle anzugreifen. Montag ist Markttag in Mekelle und die Absicht ist nur allzu greifbar», teilte TPLF-Sprecher Getachew Reda über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Ein weiteres Ziel sei das Planet Hotel gewesen, wo zahlreiche humanitäre Organisationen bis vor kurzem ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untergebracht hätten, so Reda.

Ein Einwohner von Mekelle, Kindeya Gebrehiwot, bestätigte, dass ein belebter Markt bombardiert worden sei. Kindeya, ein Sprecher der Behörden von Tigray, sagte, viele Menschen seien verletzt worden.

Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten

Die äthiopische Bundesregierung hatte im Herbst vergangenen Jahres Truppen nach Tigray geschickt, die dortige Regionalregierung vertrieben und zu einer Terrorgruppe erklärt. Diese ging in den Untergrund. Der Krieg erfuhr Ende Juni eine Wende, als die Tigray-Kräfte einen Großteil der Region im Norden Äthiopiens zurückeroberten und die äthiopischen Streitkräfte und ihre Verbündeten sich zurückzogen. Seither hat die äthiopische Bundesregierung alle waffenfähigen Bürger aufgerufen, die Tigray-Kämpfer vernichtend zu schlagen.

Auf Fragen zu der neuen Entwicklung reagierten weder das Militär noch Ministerpräsident Abiy Ahmed. Wegen unterbrochener Kommunikationsverbindungen ist es schwierig, Informationen unabhängig zu überprüfen. Tausende Menschen kamen seit Beginn des Konflikts ums Leben, die UN untersuchen mögliche Menschenrechtsverletzungen in Tigray.

(L'essentiel/DPA/kle)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.