Polizeigewalt in den USA

02. Juni 2020 07:10; Akt: 02.06.2020 07:22 Print

Autopsie bestätigt Erstickungstod von Floyd

Die Familie von George Floyd hat einen Autopsiebericht vorgelegt, der den vorläufigen Erkenntnissen der US-Behörden widerspricht. Der Bericht belastet die Polizei schwer.

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Demonstranten halten während eines Protestes in Minneapolis Zettel mit dem Porträt von George Floyd in die Höhe. (Bild: DPA/Christine T. Nguyen)

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Eine unabhängige Autopsie von George Floyd bestätigt, dass dieser bei einem Polizeieinsatz vergangene Woche erstickt ist. «Die Beweise belegen das mechanische Ersticken als gewaltsame Todesursache», sagte Dr. Allecia Wilson von der Universität in Michigan. Sie ist eine der beiden Gerichtsmediziner, die die unabhängige Untersuchung durchführten. Der auf Floyds Hals und seinen Rücken ausgeübte Druck habe zum Erstickungstod geführt.

Die Autopsie widerspricht damit den Ergebnissen einer ersten Untersuchung, der zufolge es keine Hinweise auf eine traumatische Strangulation gebe und gesundheitliche Probleme mit dem Herz sowie Bluthochdruck zu seinem Tod beigetragen hätten.

« Neben dem Knie auf dem Hals war auch das Gewicht der beiden anderen Polizisten auf seinem Rücken verantwortlich für Georges Tod. »

Der unbewaffnete Floyd wurde am Montag vergangener Woche in Minneapolis von einem weißen Polizisten minutenlang mit dem Knie auf dem Hals zu Boden gedrückt worden und starb kurz darauf. Ein Video zeigte Floyd, wie er wiederholt flehte, dass er nicht atmen könne. Polizist Derek Chauvin hatte sein Knie fast neun Minuten lang fest auf Floyds Hals gedrückt. Zwei weitere Polizisten knieten auf Floyds Rücken.

Antonio Romanucci, ein Anwalt der Familie Floyd, fordert, dass alle Polizisten angeklagt werden sollten, nicht nur Chauvin. «Neben dem Knie auf dem Hals war auch das Gewicht der beiden anderen Polizisten auf seinem Rücken verantwortlich für Georges Tod. Dadurch wurde der Blutfluss zum Gehirn verhindert und auch die Luftzufuhr in seine Lunge», sagte Romanucci. «Das macht alle diese Beamten vor Ort strafrechtlich haftbar.»

« Der Krankenwagen war sein Leichenwagen. »

«Wir können nach etwas weniger als vier Minuten sehen, dass Geroge Floyd regungslos, leblos ist», sagte Dr. Michael Baden, der im Auftrag der Familie Floyd an der unabhängigen Autopsie teilnahm. Er habe bei Floyd keine gesundheitlichen Probleme gefunden, die seinen Tod hätten herbeiführen können. Auch widerlegt er die Ansicht, dass der auf den Boden gedrückte Floyd atmen konnte. «Viele Polizisten haben den Eindruck, wenn man sprechen kann, kann man auch atmen. Das stimmt nicht», sagte Baden. «Ich rede gerade und atme dabei weder ein noch aus.»

Ben Crump, leitender Anwalt der Floyd-Familie, sagte, die unabhängige Autopsie und der Videobeweis machen deutlich, dass Floyd bereits tot war, bevor der Krankenwagen kam. «Der Krankenwagen war sein Leichenwagen», sagte er.

(L'essentiel/sda)

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