Untersuchungsbericht

06. Mai 2015 17:08; Akt: 06.05.2015 17:12 Print

Bereute Lubitz in letzter Minute seine Entscheidung?

Kurz vor dem Crash der Germanwings-Maschine registrierte die Blackbox eine rätselhafte Steuereingabe. Fragt sich, ob die Eingabe mit Absicht erfolgte.

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Verlor Co-Pilot Andreas Lubitz kurz vor dem wohl absichtlich herbeigeführten Aufprall der Germanwings-Maschine die Nerven? Wollte er seinen Entscheid, 149 Personen mit sich in den Tod zu reißen, in letzter Minute rückgängig machen? Diese Fragen stellen sich, nachdem die französische Flugsicherheitsbehörde BEA heute einen Zwischenbericht zum Drama vom 24. März herausgegeben hat.

Denn ein Satz im Bericht macht stutzig: «Eine Minute und dreiunddreißig Sekunden vor dem Aufschlag zeichnete der FDR eine Steuereingabe von ca. 30 Sekunden am rechten Sidestick auf, die nicht stark genug war den Autopiloten auszuschalten.»

Manuelle Steuerung kurz vor Crash

Auf gut Deutsch: Kurz vor dem Aufschlag zeichnete der Flugdatenschreiber eine Berührung des Steuerknüppels auf. Lubitz betätigte buchstäblich in der letzten Minute noch die manuelle Steuerung. Was, wenn überhaupt, lässt sich daraus schließen?

«Der Co-Pilot hätte mit dem Steuerknüppel, dem Sidestick, den Autopiloten ausschalten können. Seine Eingabe war aber nicht stark genug, dass der Autopilot dann auch wirklich deaktiviert wurde», sagt der ehemalige Pilot Olav Brunner. Vielleicht sei Lubitz nur unabsichtlich am Sidestick angekommen.

«Wir werden es nie wissen»

Aber, so Brunner weiter, die aufgezeichnete Steuereingabe könne auch ein Indiz dafür sein, dass Lubitz sich in letzter Minute überlegte, den Autopiloten zu stoppen und das Steuer manuell zu übernehmen. «Wir werden es nie wissen.»

Doch selbst bei abgeschaltetem Autopiloten - hätte Lubitz das Drama eineinhalb Minuten vor dem Aufprall mit manueller Steuerung überhaupt noch abwenden können? «Ja», sagt Brunner. «Das wäre knapp, aber noch möglich gewesen.»

(L'essentiel/gux)

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